Stau: Es ging um Sekunden

Zugegeben, es war knapp: Das „Wettrennen“ der Kurier-Redaktion, bei dem ein Fahrrad- und ein Autofahrer drei Strecken durch Bayreuths Baustellenstau testeten, war fast ein Fotofinish. Es ging um wenige Sekunden. Auch der Kollege auf dem Rad hätte es gewinnen können, während ich mit dem Auto auf dem Weg nach Seulbitz einen Umweg über Neunkirchen fahren musste.

Wer hat also mehr Grund zum Jammern – der Auto- oder der Fahrradfahrer? Zumindest kann man den Test so interpretieren: Besonders fahrradfreundlich ist Bayreuth nicht. Konkrete Zahlen liefert nun eine Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC), der zufolge Bayreuth die Note 3,8 (entsprechend den Schulnoten) erhält und in einem Ranking von 98 Städten in Deutschland Platz 42 belegt. Graues Mittelfeld also. Die 399 Teilnehmer wussten vor allem die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums zu schätzen sowie die Tatsache, dass viele Einbahnstraßen auch für Radfahrer geöffnet sind. Bemängelt wurde, dass Leihfahrräder keine Rolle spielen, und – wen wundert’s – die schlechte Führung an Baustellen. Die drei am schwächsten bewerteten Städte in Bayern sind übrigens Passau, Würzburg und Hof.

Aber – will Bayreuth tatsächlich fahrradfreundlicher werden? „Etwas zu verändern, bedeutet auch, Autofahrern wehzutun“, sagte gestern Göttingens Stadtbaurat Thomas Dienberg anlässlich der ADFC-Studie. Diese Diskussion müsste in Bayreuth aber erst noch geführt werden.

roman.kocholl@nordbayerischer-kurier.de

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Kommentare

Grund zum jammern haben die Busbenutzer.

Ab Montag fährt der Stadtbus Linie 314 nicht mehr durch die Glockenstraße. Die Nutzer der dortigen Haltestelle werden zur Haltestelle "Schopenhauerstraße" geschickt, zu der man weit laufen muss und stadtauswärts sogar ein schönes Stück bergauf. Als vor etwa drei jahren dort eine Baustelle wegen Wasserrohrbruchs war, hielt der Bus stadteinwärts zusätzöich an der Abend- und Sonntags-Haltestelle "Glocke" und stadtauswärts war sogar gegenüber bei der Sparkasse eine Nothaltestelle eingerichtet.

Warum geht das jetzt nicht auch so???
Geht es wirklich darum, schnellstmöglich von A nach B zu kommen? Oder auch um die Qualität, die Begleitumstände und viele andere Faktoren? Nur als Anregung zum Weiterdenken...
Was mir im obigen Test fehlt: die Parkplatzsuche und der Fußweg zum eigentlichen Zielort.
Eigentlich zeigt der Vergleich, dass Bayreuth noch einen Nachholbedarf an ein funktionsfähiges Radwegenetz hat. Die heutigen Radwege sind auf die Bedürfnisse vor 50 Jahren zugeschnitten. Damals gab es viel weniger Radler und heute fahren immer mehr mit E-Bikes.
*Räuspern* könnte man nicht ein verkehrssicheres Fahrrad abbilden? (z.b. mit Reflektoren)
Montag, 13. November 2017 - 11:06