Stadtbad: Fitness bringt Besucher

Sechs Wochen sind keine allzu lange Zeit, um ein Bad wieder auf Vordermann zu bringen. "In diesem Jahr mussten wir nicht ganz so viel machen", sagt Schmeer. "Wir hatten ja vor einem Jahr erst die ganz große Sanierung." Aber: "Wir haben in den vergangenen Wochen eine neue Brandmeldeanlage eingebaut, alle 120 Brandmelder getauscht und ein neues Feuerwehrbedienfeld installiert. Alles gemäß den neuen Vorgaben." Die Feuerwehr müsse im Brandfall direkt im Eingangsbereich entsprechende Informationen abgreifen können.

Neues Kassensystem und Arbeiten an den Fliesen

Außerdem sei das Kassensystem umgestellt worden. "Wir hatten in der Vergangenheit viele Störungen, weil die Leistungsfähigkeit nicht mehr gewährleistet war. Das war oft an der Grenze", sagt Schmeer. Was aktuell gerade in der Lohengrin-Therme für Probleme sorgt, stand in den vergangenen Wochen auch auf dem Plan im Stadtbad: Fliesenlegearbeiten. "Der Umfang war diesmal gar nicht so groß. Aber es mussten einige Fugen erneuert werde. Es kommt immer wieder vor, dass sich Hohlräume bilden. Speziell wenn das Wasser raus ist." Aber: "Es ist das gleiche Spiel, wenn das Wasser wieder rein kommt. Vor vier Jahren hatten wir im Nichtschwimmerbereich ein größeres Feld, in dem sich Fliesen gelöst haben. Fünf Monate, nachdem wir das Wasser eingelassen hatten."

495.000 Liter Wasser in acht Stunden

In den vergangenen Wochen standen nach Schmeers Angaben bei der auf rund 60.000 Euro kalkulierten Revision diverse Malerarbeiten an. "Durchaus üblich in einem Haus, das viele Gäste hat." Auf Gewährleistung seien einige der Unterwasserscheinwerfer getauscht worden. "Wir hatten im vergangenen Jahr auf LED umgerüstet, einige mussten ausgewechselt werden, weil die Helligkeit nachgelassen hatte." Wenn das Wasser abgelassen ist, könne man wichtige Wartungsarbeiten an der Wasseraufbereitungsanlage machen, die sonst bei befülltem System nicht möglich seien. "Es sind noch ein paar Restarbeiten zu machen, aber am Montag werden wir das Wasser wieder einlassen", sagt Schmeer. Acht bis neun Stunden dauere das, bis die 495.000 Liter Wasser im Becken sind. Das sei auch keine sonderliche Belastung für das Bayreuther Wassersystem, sagt Stadtwerke-Sprecher Jan Koch: "495 Kubikmeter spielen bei unserer Speicherkapazität von 24.000 Kubikmetern keine große Rolle."

Kritische Phase, wenn Wasser wieder drin ist

Wenn das Wasser wieder eingelassen wird, beginne das, was Schmeer "die kritische Phase" nennt. Alle Systeme wieder unter Volllast - da könne schon das eine oder andere Problem auftauchen. Es seien schon Rohre geplatzt, Pumpen hätten den Dienst versagt. "Aber bis 12. September bekommen wir das im Notfall auch alles wieder hin."

Zehn Prozent Besucher mehr als 2015

Der 12. September als Stichtag ist wichtig, weil dann Schulen und Vereine wieder auf das Bad zurückgreifen wollen. Etwa 40 Prozent der Badegäste kommen aus den Schulen und Vereinen wie der DLRG und der Wasserwacht, die hier vom Anfängerschwimmen bis zur Rettungsschwimmer-Ausbildung viele Kurse anbieten. Die Schulen und Vereine nicht mit eingerechnet, hatte das Stadtbad im vergangenen Jahr ein Plus von mehr als zehn Prozent bei den Besucherzahlen, sagt Koch. Rund 89.000 Besucher statt 80.000 im Jahr 2015.

Fitness bringt Besucher

Das liege vor allem am Fitnessstudio Actic, das im Dezember 2015 eröffnet hatte. Dort, wo bislang die Sauna das Stadtbads war. "Man merkt, da ist jetzt mehr Leben drin, es wertet das Bad auf", sagt Koch. Zumal die normalen Badegäste am Kursangebot der Wasserfitness kostenlos teilnehmen könnten, das von Actic-Mitarbeitern gehalten wird. Ein Experiment habe zudem geklappt: "Wir waren gespannt, wie das Textil-Sauna-Konzept angenommen wird. Das funktioniert", sagt Koch. Es sei sogar, sagt Schmeer, der eine oder andere ehemalige Sauna-Stammgast zurückgekommen. Um die Schließung der Sauna hatte es erheblichen Wirbel gegeben.

Actic will ausbauen

Wolfgang Bahne, der bei dem schwedischen Fitness-Anbieter Actic für die Expansion in Deutschland zuständig ist, sagt auf Anfrage unserer Zeitung, das Studio in Bayreuth laufe gut: "Es ist kein Goldesel, aber wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden. Das Stadtbad ist ein schönes Bad und wir haben hier ein schönes Studio." Man setze große Hoffnungen darauf, dass "wir den Raum, den es zur Erweiterung gibt, nutzen können".

Zur Zahl der Mitglieder hält sich Bahne bedeckt, das sei branchenüblich. Jedoch habe man einen Schnitt von zwei Mitgliedern pro Quadratmeter Studiofläche erreicht in Bayreuth. Damit liege man ein halbes Mitglied pro Quadratmeter über dem deutschlandweiten Schnitt.

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