Stadt schafft Gemeinschaftshaus

Das Objekt war im Oktober 2016 erstmals in den Fokus geraten, als die Eigentümergemeinschaft Verkaufsabsichten äußerte. Stadtrat Friedrich Nüssel (UBL) hatte auf das Objekt aufmerksam gemacht. Ein Gemeinschaftshaus, auch wegen der weniger werdenden Gastwirtschaften in der Stadt war ein Wunsch der UBL schon in der vorangegangenen Stadtratsperiode.

Nun hat die Stadt Goldkronach zugeschlagen, ein Notartermin hat bereits stattgefunden. Vorangegangen war dem Kauf ein einstimmiger Beschluss in nicht öffentlicher Sitzung, erläuterte Bürgermeister Holger Bär dem Kurier: „Das Haus liegt direkt am Marktplatz, hat einen Garten und lässt sich barrierefrei umbauen.“

Haus mit Leben erfüllen

Mit dem Erwerb ging die Stadt nun also in Vorleistung, stellt ein Gebäude zur Verfügung. „Jetzt geht’s darum, das Haus mit Leben zu füllen und eine Anlaufstelle für Jugend und Senioren zu schaffen“, so der Bürgermeister weiter. Was die konkrete Nutzung betrifft, ist vor allem auch die Bürgerschaft am Zug. Schon im derzeit im Umlauf befindlichen Fragebogen zur Erstellung eines Integriertes Städtebaukonzepts (ISEK) wird konkret gefragt, welche Nutzungen in einem öffentlichen Gemeinschaftshaus integriert werden sollen. Sobald die Fragebogenaktion ausgewertet ist, wird das Haus dann ein Thema in einer der nachfolgenden Bürgerwerkstätten.

Aber auch im Kreis der Stadträte war innerhalb der erwähnten Städtebauklausur über die Raumnutzung gesprochen worden worden, noch ohne konkrete Festlegung, weil man die Rückmeldungen aus der Bevölkerung einfließen lassen möchte. Gedacht ist auch an eine Anlaufstelle für den Tourismus. Außerdem ließen sich im Gebäude öffentliche Toiletten schaffen, die barrierefrei erreichbar wären.

Biergarten kam gut an

Eine Bewährungsprobe in der Bevölkerung hat zumindest der zugehörige Garten schon bestanden. Der war während eines Marktplatzfestes als Biergarten genutzt worden und bei den Goldkronachern und Goldkronacherinnen gut angekommen: „Es gab nur positive Rückmeldungen“, so Bär.

Was die Finanzierung des Projektes betrifft, ist hingegen die Städtebauförderung mit an Bord. Der übliche Fördersatz von 60 Prozent steht im Raum. Wobei Bürgermeister Holger Bär noch keine Investitionssumme für den Umbau nennen kann. Erst wenn die künftige Nutzung und nötige Umbaumaßnahmen feststehen, kann kalkuliert werden. Den reinen Kaufpreis des Objekts möchte der Bürgermeister indes nicht nennen, er sei aber ortsüblich angemessen.

Bekannt ist auch, dass das Vorhaben nicht dem bestehenden Denkmalschutz widerspricht. Stadthistoriker Johann Kießling erklärt, dass das Gebäude nach dem Stadtbrand in den 1830er Jahren neu aufgebaut wurde und das Gesamtbild wegen bestehendem Ensembleschutzes nicht verändert werden darf.

Der für Goldkronach tätige Stadtplaner Klaus Stiefler hat sich im Haus schon umgeschaut. Er muss nun nach der Bürgerbeteiligung unter Einbeziehung der Ideen aus der Bevölkerung ein Konzept erarbeiten. Ob dann noch 2018 oder erst 2019 mit den Arbeiten begonnen werden kann, steht noch nicht endgültig fest.

Nicht bewertet

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