SpVgg: Polizei rüstet sich für Risikospiel

Das Spiel hätte sportlich der "Knaller" sein können, wenn die heimische SpVgg am Dienstag nicht gegen Seligenporten verloren hätte. Ein besonderes Spiel ist die Begegnung als Frankenderby dennoch allemal. Auch für die Fans, die sich laut Polizei nicht besonders leiden können.

Ein Schweinfurter sitzt wegen Körperverleztung im Knast

Toni Schlereth, der Leiter für Ordnungs- und Schutzaufgaben bei der Polizeiinspektion Schweinfurt, sagt: "Ja, es gibt eine Rivalität." Schlereth berichtet, in der Schweinfurter Fanszene gebe es eine Gruppe von sogenannten Fans, die als gewaltbereit einzustufen sei.

Wie gewaltbereit, das zeigte sich im Februar 2015 bei einem Testspiel der "Oldschdod" gegen die Schweinfurter "Schnüdel". Schon vor dem Spiel war es zu Pöbeleien gekommen, im Anschluss an die Begegnung kam es zu einer Schlägerei an der Albrecht-Dürer-Straße. Im März 2016 schickte der Bayreuther Amtsrichter Stefan Käsbohrer einen Schweinfurt-Fan wegen Körperverletzung in den Knast.

Verstärkung von der Bereitschaftspolizei

Damit es am Samstag nicht zu Ausschreitungen kommt, setzt die Polizei auf Vorfeldaufaufklärung und Fantrennung. Zur Fantrennung gehört auch die Begleitung bei der Anreise und vor allem beim Anmarsch zum Stadion. Harald Stadter, Sprecher der für den Einsatz am Samstag zuständigen Polizeiinspektion Bayreuth, bestätigt: "Ja, die Fangruppen sind verfeindet. Üblicherweise sammeln die Fans sich irgendwo und werden dann im Fokus der Polizei sein."

Laut Stadter werde die Polizeiinspektion für dieses Risikospiel mit Kollegen der Bereitschaftspolizei verstärkt. Wie viele Beamte im Einsatz sein werden, verrät Stadter aus taktischen Gründen nicht. Schon mit Veröffentlichung des Spielplans habe die Planung des Einsatzes begonnen. Um möglicherweise gewaltbereit Fans zur Zurückhaltung zu bewegen, werden laut Stadter auch Polizeibeamte mit ausgebildeten Diensthunden im Einsatz sein.

Konspirative Absprachen unter Hools

Ob und wie viele Problemfans am Samstag unterwegs sind, stellt sich wohl erst zeitnah heraus. Der Schweinfurter Polizeibeamte Toni Schlereth sagt, erfahrungsgemäß gebe es unter Hooligans, die rund um ein Fußballspiel gewaltsame Aktionen planen, konspirative Absprachen: "Im Zeitalter von Whatsapp ist das kein Problem." Schlereth und seine szenekundigen Kollegen versuchen der Bayreuther Polizei so viel Informationen wie möglich zukommen zu lassen.

Im Schweinfurter Willy-Sachs-Stadion ist es bei Fußballspielen ähnlich wie im Hans-Walter-Wild-Stadion in Bayreuth: Die gegnerischen Fans werden in eigene, durch Zäune und leere Blöcke getrennte Bereiche geleitet. Weshalb die Gefahr von Ausschreitungen während des Spiels geringer ist als vor oder nach einer Begegnung.

Altstadt-Fans gelten nicht mehr pauschal als friedlich

Wie so etwas vor sich gehen kann, zeigte sich im März 2016 nach einem Spiel der Altstadt gegen Jahn Regensburg, als junge Bayreuth-Anhänger auf Regensburger Fans losgingen. Drei aus dem Umfeld der Fangruppe "Szene 1921" landeten als Angeklagte vorm Landgericht. Die Anklage wegen versuchten Totschlags ließ sich nicht halten, jedoch gab es Strafen wegen Landfriedensbruchs und Körperverletzung.

Seither stehen die Bayreuther Fans nicht mehr pauschal im Ruf, friedlich zu sein. Nur die seit über 25 Jahren bestehende Gruppierung "Altstadt Kult" hat ihren Ruf eines intelligenten und friedlichen Fanclubs, der mit witzigen Plakaten, Aktionen und humorvollen Gesängen auffällt, unter Beweis gestellt.

Woran die Rivalität Bayreuth - Schweinfurt liegt? Wolfgang Mahr, sportlicher Leiter der Spielvereinigung, weiß den Grund nicht. Mahr, der schon seit 1973 bei der SpVgg ist und als Spieler und Trainer oder Manager zahllose Mal gegen die "Schnüdel" angetreten ist, sagt: "Ich kann mich nicht erinnern, dass es zwischen Bayreuth und Scheinfurter Fans früher so brisant war. Ich glaube, das hat sich erst in den vergangenen Jahren entwickelt."

Mahr erwartet für Samstag trotz des "Katastrophenspiels" seiner Manschaft gegen Seligenporten viele Zuschauer. Und: "Bei solchen Spielen tauchen Leute auf, die normalerweise nicht zum Fußball kommen." Die Schweinfurter bekommen den vorgeschriebenen eigenen Block, mit eigener Kasse und extra Verpflegungsständen. An alle Fans appellierte er: "Vernünftig und friedlich bleiben."

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