SpVgg-Chef nimmt Mannschaft in die Pflicht

Fleischmann nimmt die Mannschaft in die Pflicht: „Wir haben diese Erwartungshaltung, weil es uns gelungen ist, das Team signifikant zu verstärken.“ Und erheblich zu verjüngen. Trainer Marc Reinhardt steht ein Kader zur Verfügung, der im Durchschnitt knapp 23,5 Jahre alt ist. „Unser Blick geht nach vorne“, sagt Fleischmann, dem natürlich bewusst ist, dass es auch viele Unwägbarkeiten geben kann, die eine Spielzeit beeinflussen können. „Mit einer guten Serie kann man ganz vorne mit dabei sein, aber mit einigen Pleiten am Stück kann es auch ganz schnell nach unten gehen.“

Wie das die SpVgg Bayreuth in der vergangenen Saison leidvoll erfahren musste, als zum Schluss nichts mehr gelingen wollte und man sich am Ende auf Rang zwölf wiederfand. Da tröstete es wenig, dass man durch den Zwangsabstieg der zweiten Garnitur des TSV 1860 München am grünen Tisch noch einen Platz gut machte. „Aber diese schwarze Serie war letztlich auch dem Umstand geschuldet, dass wir viele Verletzte hatten und einige sportliche Enttäuschungen – von denen wir uns mittlerweile auch getrennt haben“, erzählt der Aufsichtsratsvorsitzende. „Da sind wir dann in der Endphase im tabellarischen Niemandsland herum gekrebst, die Luft war raus.“

Fleischmann ist sich sicher, dass dies in der kommenden Saison nicht passieren wird. „Wir erwarten, dass die Trainer und die Mannschaft den Ehrgeiz besitzen, jede Partie motiviert anzugehen. Sind wir Siebter, wollen wir nun auch Sechster werden – und so weiter.“ Fleischmann sieht das auch als ein Zeichen an die Sponsoren, deren Kreis kontinuierlich weiter aufgebaut wurde – trotz der Konkurrenz aus dem Basketball- und Eishockeylager.

„Wir haben es geschafft, uns ein Stückweit zu stabilisieren“, freut sich der Funktionär. Obwohl mit dem verstorbenen Stahlrohrmöbel-Fabrikaten Franz Stegner und jüngst Alois Dechant zwei finanzkräftige Gönner ihre Zusammenarbeit mit den Altstädtern beendet haben. „Unser Etat für die erste Mannschaft beträgt wie im Vorjahr zwischen 450.000 und 500.000 Euro“, gibt Fleischmann an und freut sich, dass es gelungen sei, dennoch eine – wie er meint – schlagkräftige Truppe ins Rennen schicken zu können.

Beste Vorbereitung seit Regionalliga-Zugehörigkeit

Seine Zuversicht zieht er aus der Vorbereitung, die, seiner Ansicht nach, die beste gewesen sei, seit die Altstädter der Regionalliga angehören. Und er ist gespannt auf den Start gegen Illertissen am Freitag. „Da wird auf jeden Fall nicht so eine Sommerfrischler-Truppe wie im letzten Jahr auf der Hofer Grünen Au auflaufen“, erinnert Fleischmann an den blamablen Auftritt und das 2:4 beim damaligen Aufsteiger SpVgg Bayern Hof. „Diesmal sind wir weit besser aufgestellt. Und wenn jeder sein Potenzial abruft, kann man auch einiges von der Mannschaft erwarten“, legt er die Latte recht hoch.

Natürlich hofft man auf Jakobs Höhen darauf, dass das Team von den Zuschauern angenommen wird. In der vergangenen Spielzeit waren es gerade einmal 750 Fans im Schnitt. „Aber das letzte Jahr kann man nicht als Maßstab hernehmen“, sagt Fleischmann. Aufgrund der Stadionsituation sei die Spielzeit unkalkulierbar gewesen. „Doch diesmal werden wir alle Spiele im Hans-Walter-Wild-Stadion austragen. Es ist wichtig, dass wir wieder einen gewissen Rhythmus reinbringen. Im vergangenen Jahr wussten unsere Fans ja meistens nicht, wo wir überhaupt spielen. Für diese Spielzeit erwarten wir ein paar mehr – freilich immer unter der Maßgabe, dass die Mannschaft erfolgreich spielt.“ Und dann wären noch die beiden zuschauerträchtigen Heimspiele gegen die kleinen Bayern und am finalen Spieltag gegen den TSV 1860 München. „Diese Partien können es heraus reißen. Im Schnitt rechnen wir mit 1000 bis 1200 Besuchern.“

Dass die Löwen ausgerechnet zum letzten Spieltag in Bayreuth gastieren, wirft bei Fleischmann einige Fragezeichen auf. „Ich bin sehr erstaunt über die Ansetzungen. Da die Sechziger ja zumeist bis zu 5000 Fans mitbringen, hätte ich die ersten Spiele in großen Stadien ausgetragen.“ So darf sich beispielsweise am dritten Spieltag der TSV Buchbach schon jetzt auf ein ausverkauftes Haus freuen. Dessen Stadion hat aber gerade einmal eine Kapazität von 2500 Zuschauern. „Aber ich hoffe nicht, dass da im Verband einige oberbayerische Connections hineingespielt haben“, sagt der Altstädter Aufsichtsratsvorsitzende, der sich über diese Problematik aber noch mit Verbandsspielleiter Josef Janker unterhalten will.

Volle Konzentration auf den Pokalwettbewerb

Größte Konzentration wollen die Altstädter auch heuer wieder auf den Totopokalwettbewerb legen. „Das ist die leichteste Art, an die Fleischtöpfe zu gelangen“, weiß Fleischmann. Schließlich winkt dem bayerischen Pokalsieger die Teilnahme an der ersten Hauptrunde und unter Umständen ein attraktiver Gegner aus der Bundesliga oder Zweiten Liga – mit den damit verbundenen Einnahmen. „Das Erreichen des Achtelfinales erachte ich als unsere Pflicht“, unterstreicht Fleischmann, „und ein Ausscheiden in einer der ersten Runden wäre ein Fehler, den wir der Mannschaft wohl nicht verzeihen würden“.

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