Sportstacking: Stapel mit 37 Goldmedaillen

Sportstacking ist ein noch junger Geschicklichkeitssport. Weltmeisterschaften gibt es seit etwa zehn Jahren. Es geht in darum, trinkglasgroße Becher so schnell wie möglich aufeinander zu stapeln und wieder abzuräumen - und das auf Zeit. Es gibt verschiedene Disziplinen, Einzel-, Mannschafts- und Staffelwettbewerbe. Und alle haben gemeinsam, dass die Hände der Athleten so schnell mit den Bechern hantieren, dass die Bewegungen bei den Spitzensportlern mit bloßem Auge kaum noch zu verfolgen sind.

Nicht gegen irgendwen angetreten

Unter diesen Spitzensportlern befinden sich auch zahlreiche Speichersdorfer. Heike, Lia und Nils Ziegler, Monika, Fabien und Michelle Gosslau, Christine Lubig-Schmidt, Carina Schmidt, Markus und Carmen Knie, Michael Nerlich und Vroni Doser haben am vergangenen Wochenende bei der Sportstacking-Weltmeisterschaft in Taiwan 30 goldene, 13 silberne und 5 bronzene Medaillen abgeräumt. Die für den Speichersdorfer Verein "Hochstapler" Andre und Alexander Balz sowie Rebecca Ernst steuerten zur Erfolgsbilanz siebenmal Gold, viermal Silber und dreimal Bronze bei.

Und dabei sind sie nicht gegen irgendwen angetreten. Bei der WM waren 456 Teilnehmer am Start. "Das hat es in dieser Größenordnung schon lange nicht mehr gegeben", sagt Christian Doser, Vorstandsmitglied bei den "Hochstaplern". Die Konkurrenz war also groß wie selten. Und neben den US-Amerikanern kommen die stärksten Sportstacker der Welt aus Asien.

"Wir haben mit einer asiatischen Übermacht gerechnet"

"Deutschland ist schon immer auch gut dabei", sagt Doser. Aber der Erfolg des deutschen Teams, mit den Speichersdorfern als wichtiger Säule, hat ihn überrascht. "Wir haben mit einer asiatischen Übermacht gerechnet", sagt Doser. "Ich hätte nie gedacht, dass es so gut läuft." Doser ist einer der Daheimgebliebenen. Die Speichersdorfer WM-Starter sind noch in Taiwan. Am 10. April waren sie früh morgens mit dem Bus an den Münchener Flughafen aufgebrochen. Von dort ging es über die chinesische Hauptstadt Peking nach Taiwan. Die Wettbewerbe fanden am Osterwochenende statt.

Die "Hochstapler" gehören zur Weltspitze. Nichtsdestotrotz ist Sportstacking ein Hobby. Ein bis zweimal die Woche wird im Verein trainiert. Der Trainingsraum befindet sich im Landgasthof Imhof in Speichersdorf. Aber wenn es Richtung WM geht, die im vergangenen Jahr noch in Speichersdorf stattgefunden hatte, reicht das Vereinstraining nicht aus.

Die letzten Hundertstel rauskitzeln

Um beim Becherstapeln die letzten Hundertstel rauszukitzeln - und um die geht es bei der Entscheidung Gold, Silber oder Bronze - trainieren die Sportler alleine oder im Team zu Hause. "Rund eine Stunde pro Tag", sagt Christian Doser.

Am kommenden Sonntag werden die WM-Helden zurück in Speichersdorf erwartet. Die Erfolge bei den Welttitelkämpfen wertet Doser als "weiteren Meilenstein in der Vereinsgeschichte". Die ist noch jung. Im kommenden Jahr feiern die "Hochstapler" ihr zehnjähriges Bestehen.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06