Spitzenreiter muss in Auerbach kämpfen

In den ersten 20 Minuten spielten sich die Auerbacher in einen Rausch und lagen, sehr zur Freude der über 400 Zuschauer, mit 13:8 in Führung. „In diesen 20 Minuten haben wir sehr schlecht gespielt“, erklärte Hüttenbergs Trainer Aðalsteinn Eyjólfsson nach der Partie. „Auerbach hat ein spielstarkes Team, und wir wussten eigentlich, was auf uns zu kommt, waren jedoch nicht in der Lage, entsprechend darauf zu reagieren. Unsere eigentlich starke Abwehr hat zu Beginn des Spiels überhaupt nicht funktioniert und Auerbach hat losgelegt wie die Feuerwehr.“ Daneben verwies er auf die grandiose Leistung von Lars Goebel im SV-Tor. Mehrmals parierte der 21-jährige Würfe selbst frei vor dem Tor auftauchender Spieler und eröffnete seinem Team damit die Chance auf schnelle Gegenstöße.

Entscheidende 0:5-Serie zum 19:24

Eyjólfsson, der lange geduldig zugesehen hatte, nahm eine Auszeit und rüttelte sein Team wach. Hüttenberg stand nun deutlich sicherer in der Abwehr und zeigte sich auch konsequenter im Angriff. Zwei Feldtore und zwei weitere Strafwürfe später hatte der Favorit den Anschluss wieder hergestellt (13:12). Und als Hüttenbergs bester Werfer Tom Warnke mit einem seiner vier Feldtore den Ausgleich zum 13:13 (26.) erzielte, war das Spiel wieder völlig offen. Trotz dieses zermürbenden 0:5-Laufes hielten die Gastgeber jedoch weiter dagegen. Beide Teams wechselten sich in der Führung ab und boten eine intensive Partie. Unterbrochen von der Halbzeitsirene (15:15) dauerte diese Phase etwa bis zur 45. Minute.

Eingeläutet von der dritten Zeitstrafe und der damit verbundenen Roten Karte gegen Philipp Schöttner nutzten nun die Gäste geschickt die Schwächung des heimischen Abwehrverbandes und den nachlassenden Glauben der Blau-Weißen an ein erfolgreiches Ende. Angeführt von ihren erfahrenen Spielern legten sie einen erneuten Zwischenspurt ein und drehten das Spiel mit fünf unbeantworteten Toren bis zur 53. Minute zu ihren Gunsten (19:24). „Mir hat in der zweiten Hälfte ein wenig der Glaube an die eigene Courage und das Vertrauen in unsere handballerischen Möglichkeiten gefehlt“, beklagte Tobias Wannenmacher. „Wir stehen seit längerem in der Abwehr ganz gut, schaffen es aber nicht, die sich ergebenden Möglichkeiten in Druck auf den Gegner umzumünzen.“ Die Gäste spielten den Rest der Partie routiniert herunter und ließen lediglich ein wenig Ergebniskosmetik zu.

Statistik

SV 08 Auerbach: Goebel, Bayerschmidt – Tannenberger, Neuß (2), Laugner (2), Lux (6/4), Wannenmacher, Schnödt, Klima, Büttner, Schramm (2), Müller (2), Wolf (8/1), Schöttner (3).

TV Hüttenberg: Ritschel, Schomburg – Lambrecht (2), Chalepo, Wernig (5), Wagner, Warnke (9/5), Fernandes (1), Johannsson (4), Roth (1), Mappes (1), Hofmann, Pausch (5), Semmelroth.

SR: Dinges (Eggenstein), Kirsch (Leopoldshafen);

Strafminuten: Auerbach 10, einschl. Rote Karte für Schöttner (46. – 3. Zeitstrafe), Hüttenberg 12;

Zuschauer: 400.

Nicht bewertet

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