Speinshart feiert die Klostersanierung

„Was lange währt, wurde endlich gut“, hieß es am Samstagnachmittag immer wieder. Vor mehr als 20 Jahren standen die Prämonstratenser von Speinshart vor der Wahl: Verfall oder Erhalt. Mutig entschieden sie sich für die grundlegende Sanierung der Klosteranlage. Den glücklichen Abschluss des Großprojekts feierte der Konvent in der Klosterkirche mit einem Festakt bei Trompetenschall und Orgelklang.

Abt Hermann Josef Kugler war es vorbehalten, die Laudatio auf das Gelingen des Jahrhundertwerks zu halten – in Anwesenheit zahlreicher Festgäste. Unter ihnen waren Diözesanbischof Rudolf Voderholzer, Thomas Handgrätinger, der Generalabt der Prämonstratenser, Staatsminister Joachim Herrmann, Abt Martin Felhofer aus dem Stift Schlägl in Oberösterreich, Chorherren aus vielen anderen Ordenshäusern, Kommunalpolitiker, Behörden- und Vereinsvertreter sowie viele Unterstützer des „Wunders von Speinshart“.

Dank an Planer, Geldgeber und Helfer

Für Kugler war es in erster Linie ein vielfältiges Danken an alle Beteiligten: von den tüchtigen Planern und Handwerkern bis hin zu den großzügigen Geldgebern. Der Prämonstratenser-Abt von Windberg und Roggenburg sowie Administrator der Abtei Speinshart hob dabei besonders die Rolle des Freistaats hervor: „Es tut gut, dass der Freistaat Bayern den Wert der Klöster in ihrer Bedeutung für die Gesellschaft von heute schätzt und fördert.“

Viel Lob gab es auch für den Bezirk Oberpfalz, den Landkreis, die Gemeinde Speinshart und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als finanzielle Hauptakteure. Gleichzeitig würdigte Hermann Josef Kugler seine Mitbrüder: „Ohne Euch wäre das schöne Gebäude nur halb so schön, denn ihr erfüllt es mit Leben.“

Auch der Apostel Paulus wird zitiert

Ein „Vergelt’s Gott“ richtete der Abt an viele weitere Macher. Namentlich erwähnte er unter anderem den Vorsitzenden des Vereins der Freunde und Förderer Speinshart, Georg Girisch, und Provisor Pater Andreas Hamberger, der das Projekt fachkundig begleitete. Zusammenfassend zitierte der Ordensmann aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther, der biblischen Überlieferung der Paulusworte: „Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber ließ wachsen.“ Der Abt folgerte: „Wir dürfen im Rückblick dankbar sein für alle, die in dieser langen Zeit mitgeplant, mitgebaut, gepflanzt und begossen haben.“

Speinshart als Glaubens-, Wissens- und Kulturspeicher stand im Mittelpunkt der Ansprache des bayerischen Innenministers. Joachim Herrmann würdigte die Abtei und den historischen Klosterhof als „Juwel der Oberpfalz“.

„Das Erbe Speinshart ist ein Aushängeschild für die christliche Prägung unseres Bayernlandes“, betonte Herrmann. Das Kloster nicht als Museum zu betrachten, sondern das Leben hinter Klostermauern zu fördern, gehöre deshalb zu den großen Zukunftsaufgaben. Viel Beifall erhielt der Staatsminister für seine Schlussbemerkung: „Wer das christliche Abendland bewahren will, der sollte weniger am Montag bei Pegida demonstrieren, sondern lieber am Sonntag in die Kirche gehen.“

Bischofs spricht von "Wiederauferstehung"

Wahre Kultur stehe im Zusammenhang mit dem Wort Gottes, erklärte Bischof Rudolf Voderholzer in seinem Grußwort. Nach einem kurzen Rückblick auf die beiden „Wiederauferstehungen Speinsharts“ und Anmerkungen zur kulturellen Katastrophe für die bayerische Kulturlandschaft während der Säkularisation begrüßte der Regensburger Bischof die „Wiedergutmachung“ des Freistaats in Form großzügiger finanzieller Unterstützung der Klöster. Der Bischof zeigte sich froh über ein „wunderbares Werk“.

Bewundern, staunen, anerkennen und „Danke“ sagen, stand im Mittelpunkt des Grußwortes von Generalabt Thomas Handgrätinger. Nach „Complimenti“ an die vielen Väter des Erfolges wünschte sich der Ordensmann in Speinshart eine starke geistliche Gemeinschaft und ein immerwährendes Gotteslob.

Einigkeit im Urteil: Ein Juwel

Die Würdigungen der weiteren Redner hatten eines gemeinsam: den Dank an eine große und bunte Koalition des Erfolges. „Wir sind stolz auf das Juwel Speinshart. Hier sind wir dem Himmel ein Stück näher“, sagte Landrat Andreas Meier. Als Vertreter der dritten kommunalen Ebene verwies Bezirkstagspräsident Franz Löffler auf den gemeinsamen Auftrag für ein werteorientiertes Leben. Und Bürgermeister Albert Nickl betonte in seinem Rückblick das ständige „Bohren“ bei den Förderstellen: „Ned nougebn näid alles.“ Er sprach von einer „hohen Rendite“, würdigte den Erfolg als Gemeinschaftsleistung und baute schon einmal vor: „Wir brauchen weiter Eure Unterstützung.“

Ohne Förderverein keine Sanierung. Diese Feststellung war zum Schluss des Festakts allen Gästen bewusst. Bescheiden rückte Vorsitzender Georg Girisch allerdings nicht die Leistungen des Vereins in den Vordergrund, sondern die Hoffnung, dass „sein“ Speinshart an Strahlkraft für Glaube, Kultur und Begegnung wachsen möge.

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