Speichersdorf: Autolärm vom Flugplatz

„Eigentlich ändert sich nichts – nur, dass wir künftig die Genehmigung dazu haben“, sagt Thomas Strößenreuther, Inhaber der Speichersdorfer Fliegerschule. Seit vielen Jahren mieten Automobilclubs an mehreren Tagen im Jahr seine Start- und Landebahn, um dort Autorennen zu veranstalten. „Das sind in der Regel Youngster-Slaloms, bei denen Jugendliche sich ausprobieren dürfen“, sagt Strößenreuther.

Der Speichersdorfer Flughafen biete sich dafür an, weil es keinerlei Hindernisse gibt, weder Leitplanken noch Randsteine. „Wen bei uns einer die Strecke verlässt, steht er halt in der Wiese“, sagt Strößenreuther.  Auf öffentlichen Straßen seien solche Veranstaltungen trotz des Lärms nicht genehmigungspflichtig, so Strößenreuther, auf Privatgrund schon. Nachdem auf seinem Grund in der Regel fünf bis sieben Rennen pro Jahr veranstaltet werden, musste er nun den Antrag stellen.

Lärmgrenze wird nicht überschritten

Ein Lärmgutachten dazu liegt vor: „Bei dem Kontrollpunkt nördlich von Plössen lagt die gemessene Lautstärkte weit unter dem Grenzwert, in der Leipziger Straße genau ein Dezibel darunter“, erläuterte der Speichersdorfer Bürgermeister Manfred Porsch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates.

Die Gemeinde wird eine Stellungnahme zu Strößenreuthers Antrag geben, die Entscheidung liegt beim Landratsamt, erklärt der Pressesprecher des Amtes, Michael Benz. Dort seien zwei Stellen mit diesem Themen beschäftigt, unter anderem läuft eine Anfrage ans Luftamt, daher sei nicht absehbar, wann die Entscheidung fällt.

Räte wünschen Mittagsruhe

Sorge macht den Speichersdorfer Räten vor allem, dass Strößenreuther den Antrag für bis zu zehn Autorennen stellt. Womit er seinen ursprünglichen Antrag schon abgeändert hat – in der ersten Version beantragte er die Erlaubnis für 20 Rennen. „Einen kleinen Puffer einzubauen, wurde ihm vom Landratsamt geraten“, erläutert Porsch: Dies erfuhr der Bürgermeister bei einem Treffen mit Strößenreuther im Landratsamt.

Dort bat Porsch auch um die Einhaltung einer Mittagsruhe, die Strößenreuther für die Dauer von einer Stunde zwischen zwölf und zwei Uhr mittags einrichten könnte. Allerdings würden die Rennen nachmittags entsprechend länger dauern.

Autorennen sind gut für den Asphalt

Sorge macht den Räte auch, dass derlei emmisionsschutzrechtliche Genehmigungen unbefristet sind. Daher wünschen sie sich eine weitere Beschränkung auf maximal acht Veranstaltungen, davon maximal zwei pro Monat. Die Mittagsruhe von einer Stunde steht auch auf der Wunschliste, außerdem eine Reduzierung der Lautsprecherlautstärkte.

Denn die Ansagen des Sprechers seien nach den Erfahrungen der Räte lauter und belastender als die Motorengeräusche selbst. Am lautesten sei es ohnehin, wenn sich der Flieger mit den Fallschirmspringern hochschraubt. Das passt zu Strößenreuthers Erfahrung: „Ich hab von Leuten gehört, dass sei ihnen lieber als die Flugzeuge.“

Das bleibe aber sein Kerngeschäft – und alleine schon, um dieses Stammpublikum zu halten, seien mehr Veranstaltungen als bisher nicht zu erwarten. Wobei für die Start- und Landebahn selbst die Autorennen gut seien:„Das tut der Bahn gut,  sonst wächst zu viel Unkraut. Umso mehr Bewegung darauf ist, desto besser ist das für den Asphalt.“

 

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Kommentare

„Auf öffentlichen Straßen seien solche Veranstaltungen trotz des Lärms nicht genehmigungspflichtig, so Strößenreuther, auf Privatgrund schon.“

Hähh??