SPD beschwört die Wiederauferstehung

„Wir alle wollen Oberfranken voranbringen“, sagt die Kulmbacherin Inge Aures. Die amtierende Landtagsvizepräsidentin wirbt für den Oberfranken-Plan der Sozialdemokraten: „Wir wollen Sprachrohr sein im Landtag und im Bezirkstag.“ Kritik übt sie an der Nordostbayern-Initiative der Staatsregierung. Viele Orte seien darin nicht berücksichtigt. Das Stabilitätsprogramm sei ein gutes Instrument – „da loben wir auch die Staatsregierung“ – jedoch dürften die verschuldeten Kommunen nicht am Münchner Gängelband geführt werden, pocht Aures auf die Selbstverwaltung.

"Alle heiligen Zeiten ein Bus"

Zur Grenzsicherung plädiert sie für den Ausbau der Schleierfahndung. Sie fordert eine scharfe Beobachtung der „Reichsbürger“-Szene, und beklagt, die oberfränkische Polizei sei unterbesetzt: „Unsere Polizisten sind in München.“ Die Bevölkerung in Oberfranken sei gewachsen, die Zahl der Polizisten aber nicht entsprechend.

Vorrangig sei der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. „In München kommt alle zwei Minuten eine U-Bahn, bei uns alle heiligen Zeiten ein Bus“, kritisiert Aures, und verlangt eine zügige Elektrifizierung von Bahnstrecken. Leider ergebe sich eine weitere Verzögerung von zwei Jahren, weil „Anwohner mit Recht ihren Anspruch auf Lärmschutz einfordern“. Daran aber hätten die Planer vorher denken können. Schnelles Internet brauchten heute alle, auch die Bauern auf abgelegenen Höfen.

Kritik an Gesundheitsministerin Huml

Zur Initiative „Invest in Bavaria“ merkt Aures ironisch an: „Die investieren tatsächlich nur in Bavaria und nicht in Franconia. Wir müssen denen auf die Finger klopfen, denn auch bei uns leben fleißige Leute. Tourismus-Förderung müsse Pflichtaufgabe des Staates werden und dürfe nicht nur freiwillige Leistung bei den Kommunen sein.

Schwimmbäder seien wichtig für die Gesundheit, marode Hallenbäder daher zu sanieren. Alle Klinik-Standorte in Oberfranken seien zu erhalten. Das Landärzte-Förderprogramm von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) reiche bei Weitem nicht aus. Jungen Ärztinnen müsse es ermöglicht werden, Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren. Die SPD wolle wohnortnahe Heimplätze, und wünsche, dass alte Menschen so lange wie möglich daheimbleiben können. „Die Pflegekräfte brauchen unsere Wertschätzung, wir ziehen unseren Hut vor ihnen“, ruft Aures unter Beifall aus.

Bildung gehöre zur Grundversorgung; Aures fordert, die Berufsfachschulen in Oberfranken zu erhalten und das Ganztagsangebot auszubauen. Sie fordert mehr Geld für Kultur im ländlichen Raum und verweist darauf, dass für den neuen Konzertsaal in München 170 Millionen Euro veranschlagt sind.

Tasdelen glaubt an seine Chance

Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sei wichtig, um junge Leute in der Region zu halten oder zur Rückkehr zu bewegen, sagt Klaus Adelt (Hof), der Landtagskandidat auf Platz zwei der oberfränkischen SPD-Liste. Ältere Menschen müssten in ihren Dörfern leben können. Dafür sei eine gute ärztliche Betreuung erforderlich. Und ein Dorf-Treff: „Heimat ist da, wo ich gerne bin.“ Adelt fordert eine gerechte Ersatzlösung für die Straßenausbaubeitragssatzung. Den Gemeinden müssen geholfen werden bei Wasserleitungsbau und Kanalsanierung.

Der Bayreuther SPD-Landtagskandidat Halil Tasdelen, auf Platz fünf der oberfränkischen SPD-Liste, schätzt, seine Chancen gewählt zu werden, stehen gut: „Bei der Landtagswahl kann man ja nach oben gewählt werden. Am besten hat es mein Bruder in Nürnberg bewiesen, der von Platz zwölf auf Platz fünf vorgewählt wurde und im Landtag ist.“ Halil Tasdelen, der bei einer großen Bayreuther Baufirma arbeitet, fordert: „Wir müssen mehr Geld in unsere Infrastruktur investieren.“ Er wünscht sich eine stärkere Anerkennung der dualen Ausbildung: „Es kann nicht sein, dass ein Techniker, ein Meister, deutlich weniger gilt als ein Bachelor-Absolvent.“

Halil Tasdelen mit türkischen Wurzeln möchte Mittler zwischen Religionen und Kulturen sein. Er kritisiert das Wort des neuen Bundesinnenministers Horst Seehofer „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“

Die Listen

  • An der Spitze der Landtagskandidaten der oberfränkischen SPD stehen: Inge Aures (Wunsiedel/Kulmbach), Klaus Adelt (Hof) und Michael Busch (Coburg). Die Liste wurde mit 93 abgegebenen und gültigen Stimmen beschlossen.
  • Die Spitze der SPD-Liste für den Bezirkstag nehmen ein: Andreas Starke (Bamberg-Stadt), Dr. Beate Kuhn (Bayreuth) und Frank Rebhan (Coburg). Die Liste wurde mit 93 Ja-Stimmen gebilligt, bei 94 abgegebenen Voten und einer ungültigen Stimme.

3.7 (3 Stimmen)

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Kommentare

Platz 5 auf der Oberfrankenliste für Halil Tasdelen. Das wird eng für ihn. Die SPD schwächelt und dann gibt's da auch noch die AfD, die den beiden großen (noch) Volksparteien Stimmen\Mandate wegnehmen wird. Da können die Groko machen wie sie wollen, die nächste Wahl kommt bestimmt. Auf die langen und enttäuschen Gesichter bin ich sehr gespannt. Hehehe ...
Das wird nicht eng. Das ist schlichtweg nicht zu schaffen, bei einer schwächelnden SPD von paar 14%. Vor ihm stehen gestandene MdL´s wie Adelt, Aures und Co. Da hat er no chance ;-)
So ist es!
Am 14. Oktober wird es für einige von denen heißen "Aus die Maus, raus aus´m hohen Haus. Endstation!"
Auf die langen Gesichter freu ich mich auch schon.
Hehehe
Huch. Das hat sich Herr Tasdelen bestimmt etwas anders vorgestellt, als einen lausigen 5. Platz auf der Wahlkreisliste ;-) Man muss wissen, dass die SPD bei den letzten Landtagswahlen 20,6% der Stimmenanteil hatte. Für den Regierungsbezirk Oberfranken konnte somit die SPD genau 4 Listenkandidaten nach München entsenden. So. Und jetzt dümpelt die SPD bei irgendwo 15% rum im Moment. Da glaubt doch nicht wirklich irgend jemand daran, dass die Oberfränkischen Genossen wieder 4 Abgeordnete stellen werden ;-) Ich denke, dass es diesmal maximal 2- 3 oberfränklische SPD - Mandate werden. Da ja - sollte es so eintreten, die FDP und auch die AfD etwas vom Mandatekuchen abbekommen wird. Das muss man ganz realistisch für den Genossen Bautechniker Tasdelen sehen....Ich glaube kaum, dass er auch nur einen der vor ihm gesetzten Spitzenkandidaten im Stimmenergebnis überholen wird. Das sind alles amtierende Landtagsabgeordnete wie Aures und Adelt. Da wird er keine Chance haben. Es denn das Wunder tritt ein und die SPD erlebt einen Popularitätsschwung von 25 - 30 %, was ich zum momentanen Zeitpunkt, dieser Partei einfach nicht zutraue. Nichts für ungut Herr Tasdelen....Da werden sie leider weiter als Bautechniker beim Markgraf arbeiten müssen ;-) Wetten??? :))))
Lass ihn das tun was er kann - aber keine POLITIK
Hehe...Und was kann er dann besonderes???
Was er gelernt hat. Politik kann er nicht:.....
Im Stadtrat was heißt das schon.
Da sind so viele, die wenig Ahnung haben
Es ist schon ergreifend und zugleich bewundernswert, wie "Sachverstand" und vor allem politische (In)Kompetenz in Leserantworten, die sich ohne Namen eintragen, zu finden ist. Ich vermute, dass keiner von Ihnen Herrn Tasdelen persönlich richtig kennt und ich bezweifele, dass sie der SPD, über die hier auch spekuliert wird, angehören. Halil Tasdelen hat sowohl politsche und persönliche Sachkompetenz, als auch etwas, was vielen Politikern fehlt: einen eisernen Willen zu gewinnen! Und wenn man Wetten anbietet, lieber noob0312, dann sollte man auch ein Wettangebot machen, z.B. schafft es Halil Tasdelen dennoch als MdL einzuziehen, und davon gehe ich aus, was machen Sie dann.. auf Knien Abbitte leisten auf dem Marktplatz in Bayreuth - ich organisiere dann gern einen entsprechenden Stand. Beste Grüße bis zum Herbst. Norbert Eichler, Heinersreuth
Was bieten denn Sie an, Eichler, wenn es Ihr Kandidat Hr. Tasdelen nicht schafft?
Ach Herr Eichler. Seien Sie doch nicht so agressiv. Oder kann es sein, dass ihnen als SPD Mitglied der Hintern auf Grundeis geht, da ihre momentanen Prognossen so schlecht sind und ihre einst so stolze Volkspartei immer mehr zu einer Splitterpartei abtrifttet? Da brauche ich nur die verbitterten Leserbriefe ihres Ex Bürgermeisters zu lesen und weiß sofort wie sie alle ticken. Verbittert sind sie alle. Verbittert über das Versagen ihrer Parteiobrigkeiten, da sie es vor Ort genauso wie Herr Tasdelen, ausbaden müssen. Und ich werde mit meiner Prognose Recht behalten und sage es nochmal. Die SPD wird in Bayern nicht mehr wie um die 15% bekommen und damit ist auch der hochgeschätzte Herr Tasdelen erstmal kein MdL.
Ich sehe nicht, wo Herr Eichler hier auch nur ansatzweise aggressiv auftritt. Im Gegenteil: Er schaltet sich hier ganz normal in eine Diskussion ein.
Stimmt Herr Kircher. Aggresiv war vielleicht die falsche Ausdrucksweise. Sagen wir einfach anstelle dessen, nervös oder so ähnlich ;-)
Die SPD? Ist das nicht die Partei der großen Zauberer Martin Schulz & Sigmar Gabriel?
an Hohehu: ich habe keine Wette angeboten!
an Noob0312: Sie vermischen hier leider einiges. Es geht hier um Halili Tasdelen. Wenn Sie ein Problem mit Hans Dötsch haben, sagen Sie es ihm bitte direkt und verallgemeinern Sie bitte dessen Aussagen nicht auf alle SPD-Mitglieder, auch wenn er oftmals das widerspiegelt, was viele bewegt. Und ich wüsste nicht warum ich verbittert sein sollte, geschweige denn nervös o.ä :-). Ich erfreue mich jeden Tag am Leben und dass ich zumindest einem Großteil unserer Gesellschaft etwas zurückgeben kann, durch aktives Ehrenamt und dies nicht nur auf parteipolitischer Ebene. Wir können dies auch gern persönlich einmal besprechen. Meine Kontaktdaten sind öffentlich - ihre leider nicht. Eine schöne Woche Norbert Eichler, Heinersreuth
Ich merke schon....Sie sind ein echter Kämpfer ihrer Partei. Jemand, der sich wirklich einbringt. Auch ehrenamtlich. Alle Hochachtung dafür Herr Eichler! Nur leider werden sie damit ihr klassisches Wählerklientiel nicht mehr dazu bewegen, ihre einst so wichtige und stolze SPD zu wählen. Und somit wird es, ich erwähnte es bereits, ein Herr Tasdelen sehr sehr schwer haben , über die Liste einzuziehen. Dass sie und ihre Genossen, auf Grund der schlechten Umfragewerte - sagen wir es mal so, etwas nervös sind, ist für mich unbestritten. Sie bestreiten das vielleicht. Ich sehe das jedoch anders. Aber gut. Das ist aber meine Einschätzung dazu. Und zum Ehrenamt sei gesagt, sehr geehrter Herr Eichler...Es gibt noch genügend andere Menschen, mich eingeschlossen, in diesem Land, welche sich ebenso wie sie, ehrenamtlich engagieren. Das brauchen sie nicht extra auf sich bezogen erwähnen, Herr Eichler. Ich könnte auch damit prahlen, dass ich mich bei zahlreichen Institutionen, Vereinen, etc. auch ehrenamtlich engagiere. Will mich aber bei weiten nicht selbst loben ;-) Jeder macht das, was er bereit ist zu leisten, um unserer Gesellschaft wieder etwas zurück zu geben. Sie in ihrem Rahmen und ich in meinem Rahmen. Aber selbst loben brauchen wir uns nicht wirklich. Oder Herr Eichler? ;-) Dem entsprechent müssen wir beide auch nichts miteinander besprechen, finde ich. Ich habe meine Meinung und sie ihre. Und das ist auch gut so. Wünsche ihnen auch noch eine schöne Woche Herr Eichler :-)
Sehr guter Kommentar von Noob!
Noob0312: Es ist schon interessant ihre Kommentare hier zu lesen, irgendwie finde ich die als Außenstehender aber ziemlich arrogant. Aber ich kenne sie ja nicht, vielleicht ist das ja Ihr naturell. Irgendwie finde ich Abe rauch echt bewundernswert, wie Sie neben den vielen Kommentaren noch ihre ganzen ehrenamtliche Tätigkeiten auf die Reihe bringen. Oder sind das ehrenamtliche Tätigkeiten, wie wir es auch von vielen Politikern kennen.... um bei Wahlen zu beeindrucken? Eine schöne Woche und nicht zu viel Stress bei Ihrem ganzen ehrenamtlichen Engagement und dafür noch ein Vergelts Gott.
Nei, nein Revilo65. Das sind ganz normale ehrenamtliche Tätigkeiten. Nichts politisches und so. Gott bewahre...Und Stress habe ich keinen, da ich im Moment Urlaub habe und Dank Smartphone immer gut online gehen kann. Aber Danke für die Anerkennung, dass ich mich ehrenamtlich engagiere. Ich gebe das Vergelt´s Gott gerne zurück, da ich davon ausgehe, dass sie auch entsprechend engagiert sind, Revilo65 ;-)
Wer ist der Nächste? Spannendes Thema ...
SPD... wieviel Prozent strebt man an in Bayern? Etwa sagenhafte 20%? Hehehe