Sparkasse schließt weitere Filialen

Verzichten müsse in den betroffenen Orten aber niemand auf einen direkten Kontakt zur Sparkasse: Zum Teil wird die mobile Geschäftsstelle diese Orte künftig anfahren (das gilt für Melkendorf und Trebgast), zum Teil werden mindestens die SB-Bereiche am Ort bleiben (das gilt für Metzdorf).

„In der Verwaltungsratssitzung vom 22. Juni wurden nach intensiver Überprüfung auf Vorschlag des Vorstands Anpassungen im Geschäftsstellennetz und der Öffnungszeiten beschlossen“, heißt es in einer Pressemitteilung, die die Sparkasse am Donnerstagabend verschickt hat. „Dieser Schritt fällt uns sehr schwer, ist aber vor dem Hintergrund der notwendigen Wirtschaftlichkeit unserer Sparkasse unvermeidlich. Die Nutzerzahlen der modernen Zugangswege wachsen weiter stark an, während gleichzeitig die Kundenbesuche in den Geschäftsstellen merklich zurückgehen“, heißt es zur Begründung.

Geldautomat mit Einzahlfunktion

„Das Besondere an der mobilen Geschäftsstelle ist der von außen zugängliche Geldautomat mit Einzahlfunktion, auch für Nichtkunden. Daneben ist das Fahrzeug mit einem Kontoauszugsdrucker sowie einem separaten Beratungsraum ausgestattet“, beschreibt die Sparkasse diesen Service. Bereits seit April 2015 ist dieses speziell für die Anforderungen einer Bank ausgestattete Fahrzeug mit dem Bankkaufmann Jürgen Schaller am Steuer in etlichen Gemeinden des Geschäftsbereichs der Sparkasse unterwegs. Nahezu alle Bankgeschäfte können in diesem Fahrzeug getätigt werden.

Die Standorte Neuenmarkt und Wirsberg werden zum Jahreswechsel zusammengelegt. Direkt an der Bundesstraße 303 soll eine moderne Geschäftsstelle entstehen. „Verkehrsgünstig gelegen und mit Parkplätzen direkt vor der Tür“, informiert die Sparkasse in ihrer Mitteilung.
Weiterhin schreiten die veränderten Rahmenbedingungen in der Bankenbranche fort, schreibt die Sparkasse. „Mittlerweile haben mehr als 50 Prozent unserer Privatkunden und mehr als 75 Prozent unserer Geschäftskunden ein onlinefähiges Girokonto, beides nach wie vor mit hohen Zuwachsraten“, begründet die Sparkasse ihren Schritt. Die Internetfiliale der Sparkasse Kulmbach-Kronach werde pro Monat inzwischen mehr als 2,3 Millionen Mal aufgerufen. Täglich meldeten sich mehr als 8800 Kunden im Online-Banking an.

Tausche stationär gegen mobil

Darüber hinaus belaste die Niedrigstzinsphase die Ertragslage und zwinge die Sparkasse zum Handeln, kommentiert Sparkassen-Vorstand Harry Weiß. Letztlich handle es sich bei den Schließungen nur um einen Tausch: Stationäre Geschäftsstelle gegen mobile Geschäftsstelle, in der alle Bankgeschäfte wie bisher auch in den Filialen möglich seien. Mit künftig noch 29 Geschäftsstellen und sieben SB-Geschäftsstellen sowie zwölf Standorten der mobilen Geschäftsstelle sei die Sparkasse Kulmbach-Kronach auch weiterhin mit einem der dichtesten Geschäftsstellennetze aller oberfränkischen Sparkassen in beiden Landkreisen vertreten.

OB Henry Schramm ist als eine von vier Spitzen im Sparkassen-Verwaltungsrat und als Stadtoberhaupt in zweifacher Weise betroffen. Zwei der drei aufgegebenen Geschäftsstellen fallen ins Kulmbacher Stadtgebiet. Trotzdem steht Schramm zu der Entscheidung: „Die Situation des Bankenwesens ist schwierig geworden, seit die Zinsspanne gegen null tendiert. Wie andere Banken auch, muss die Sparkasse auf ihre Kosten achten. Da sind manche Einschnitte leider unumgänglich. Leicht fällt so eine Entscheidung niemandem, aber wir haben durch den Sparkassen-Bus und die SB-Bereiche weiter die Möglichkeit erhalten, die Menschen mit Geld zu versorgen. Das war uns ganz wichtig.“

Es fällt schwer

Landrat Klaus Peter Söllner, Vorsitzender des Verwaltungsrates, räumt ein, dass die Entscheidung niemandem leichtgefallen sei. Vor der Sitzung habe die Sparkasse die betroffenen Bürgermeister informiert. „So ein Gespräch ist nie schön, aber der Schritt war einfach notwendig und begründet. Trotzdem fällt es einem schwer.“

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Kommentare

ich verstehe die Argumentation der Banken immer noch nicht: die Diff. zwischen Soll- und Habenzinsen hat sich ja nicht geändert und damit ist die Marge der Bank gleich geblieben.

Ich sehe anderes Problem der heimischen Banken kommen (wenn ich von mir ausgehe): ich mache eh Online-Banking; wenn nun die Filiale vor Ort nicht mehr da ist, warum brauche ich dann noch die teure Sparkasse (oder andere) ? Gehe ich zur (bisher noch kostenlosen) Onlinebank.
Und damit neues Problem der Heimat-Bank: weniger Kunden, nochmals Kosten erhöhen und Service mindern ...... wieder weniger Kunden ..... und so geht's auf das Ende des Geschäftsmodell zu.