Sparkasse erteilt Mehlmeisel Absage

"Die Sparkasse wird an der getroffenen Entscheidung festhalten, keine SB-Technik mehr vorzuhalten, auch keinen Kontoauszugsdrucker", so Haas. Zuvor hatten Verhandlungen zwischen Tauber und dem Vorstand stattgefunden, aus denen Tauber den Eindruck mitnahm, dass eine Revision der Entscheidung zumindest nicht völlig ausgeschlossen ist, wie er dem Gemeinderat berichtet hatte. Das scheint nun vom Tisch zu sein.

"Die sind sauer, weil wir sauer sind"

Der Totalrückzug aus Mehlmeisel - anders als in Warmensteinach und Bischofsgrün, wo nur das Personal abgezogen wurde - hatte zu einem Sturm der Entrüstung geführt. Derzeit sammeln die Freien Wähler Unterschriften; die Mehlmeisler Vereine, 25 an der Zahl, hatten erklärt, Ende des Jahres geschlossen der Sparkasse Bayreuth den Rücken zu kehren, wenn es bei dem Totalrückzug bleibt. Auf die Frage des Kurier, wie viele Kunden aus Mehlmeisel sich bisher von der Sparkasse verabschiedet hatten, antwortet Haas indes: "Trotz einer Kampagne des Bürgermeisters, die die Sparkasse nicht gut heißen kann, haben bisher kaum Sparkassenkunden aus Mehlmeisel ihre Kontoverbindung gekündigt." Den Vorwurf, er fahre  eine Kampagne gegen die Sparkasse, kontert Tauber gelassen: "Die sind sauer, weil wir sauer sind."

Haas bedauert, dass das Angebot eines S-Cash-Terminals, wie es in Hummeltal in der Geseeser Landbäckerei im Einsatz ist, von Bürgermeister Tauber abgelehnt wurde:  "Das S-Cash-Terminal hätte den Vorteil, dass nicht nur Sparkassenkunden, sondern alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit zur kostenlosen Bargeldversorgung ganz ohne Nebenbedingungen in Anspruch nehmen können." Die Sparkasse könne derzeit nicht sagen, "ob dieses Angebot vom Bürgermeister soweit an die Bürgerinnen und Bürger kommuniziert wurde."

Wartezeiten am Geldautomaten

Tatsächlich hatte Tauber in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung über das Angebot gesprochen, der Kurier berichtete darüber. Tauber begründete damals, warum die Aufstellung eines solchen Terminals im Rathaus für ihn nicht in Frage kommt. Im Rathaustresor müssten größere Mengen Bargeld vorgehalten werden. Die Nutzung des Terminals sei auf die Öffnungszeiten im Rathaus beschränkt. Und prinzipiell lehnt Tauber es ab, dass Gemeindebedienste Aufgaben der Sparkasse übernehmen. Dem Kurier gegenüber ergänzt Tauber: "Die Sparkasse begründet ihren Rückzug auch mit hohen teuren Sicherheitsanforderungen. Aber die sollen wir uns dann als Gemeinde leisten?"

Seit einigen Wochen müssen Mehlmeisler Sparkassenkunden für Bargeld und Geschäfte, die sich nicht online erledigen lassen, ins drei Kilometer entfernte Fichtelberg. Von dort berichten nun Mehlmeisler, dass es infolgedessen zu Wartezeiten an den Geräten komme, insbesondere dann, wenn Kunden nicht nur Kontoauszüge anfordern, sondern etwa ihre Überweisungen am Automaten erledigen, was naturgemäß zeitaufwändiger ist. Auch am Geldautomaten soll es zu Wartezeiten gekommen sein. Dazu Kunigunda Haas: "Zu Stoßzeiten kann es vorkommen, dass alle SB-Geräte belegt sind. Erfahrungen zeigen aber, dass dies eine Ausnahmesituation darstellt."  Folgerichtig verneint Haas, dass in Fichtelberg derzeit die Aufstellung weiterer Geräte geplant ist. Angeblich hatten Mitarbeiter in der Fichtelberger Sparkassenfiliale gegenüber Mehlmeisler Kunden, die warten mussten, in mindestens zwei Fällen diese Aussage getroffen.

Keine tägliche Leerung der Einwurfbox

Doch auch in Warmensteinach regt sich Unmut. "Der bisher vorhandene Kontoauszugsdrucker mit Online-Terminal ist komplett verschwunden und kann erst im Januar wieder montiert werden, da die technischen Voraussetzungen nicht rechtzeitig geschaffen wurden" kritisiert eine Leserbriefschreiberin im Kurier. Die Darstellung wird von Kunigunda Haas von der Sparkasse zuminmdst teilweise bestätigt: " Der Kontoauszugsdrucker wird für Sparkassenkunden in Warmensteinach voraussichtlich noch im Dezember wieder nutzbar sein. Hintergrund für die verzögerte Inbetriebnahme ist, dass die Telekom und unser Rechenzentrum in Münster diese Vorlaufzeit zur Aufschaltung der Datenleitung benötigen."

Haas bestätigt auch, dass Überweisungsträger von Kunden ohne Onlinebanking in Warmensteinach nur noch einmal die Woche montags abgeholt werden. In Bischofsgrün dagegen bleibt es bei der täglichen Leerung der Einwurfsbox an den Werktagen. Wer in Warmensteinach seine Überweisungsträger also noch per Hand ausfüllt, sollte bei Rechnungen Dinge wie Skonto (Rabatt bei unverzüglicher Zahlung) und das Zahlungsziel genau im Auge behalten.

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Kommentare

Überall schreitet sie fort, die asoziale Marktwirtschaft. Traurig, traurig, traurig!
Mieser Service für viel Geld? Wer da noch Kontoführungsgebühren bei der Sparkasse bezahlt ist selbst schuld! Da kann man doch gleich zu einer Online-Bank wechseln!