Soulsängerin Joy Fleming ist tot

«Sie ist auf der Couch friedlich eingeschlafen», sagte Liebenow der Deutschen Presse-Agentur. Flemings französischer Lebensgefährte habe zwar den Notdienst verständigt, jede Hilfe sei aber zu spät gekommen. «Mit ihr verlieren wir eine großartige Sängerin, eine aufopferungsvolle Mutter und eine liebevolle Lebensgefährtin, welche voll im Leben stand.» Die Sängerin soll Liebenow zufolge am kommenden Montag in kleinem Kreis in Hilsbach beigesetzt werden.

Bis zuletzt tourte sie international

Mehr als 40 Jahre lebte die Mutter von zwei Söhnen und einer Tochter mit ihrem französischen Partner auf einem Bauernhof. Bis zuletzt tourte sie international, nahm Platten auf, arbeitete täglich an ihren Kompositionen im Studio. Regelmäßig war sie im TV zu sehen, arbeitete mit der Mannheimer Popakademie, gab Gesangsunterricht und trat mit Songs im Kurpfälzer Dialekt im Rhein-Neckar-Raum auf.

Viel Zeit verbrachte Joy Fleming, eigentlich Erne Raad, zudem mit ihrem kleinen Zoo mit zwei Hunden, einer Katze, einem Papagei und vielen Fischen. Nach zwei Scheidungen wollte sie auf keinen Fall noch einmal den Bund der Ehe eingehen. «Es ist viel schöner so. Man hat mehr Achtung und Respekt und man schätzt sich mehr. Wenn man verheiratet ist, wird doch alles so selbstverständlich mit der Zeit. Es ist mehr sexy so», sagte Fleming vor ihrem 70. Geburtstag.

Als 14-Jährige den ersten Talentwettbewerb gewonnen

«Westdeutschland hat in ihr einen Weltstar, die Welt hatte nur noch keine Gelegenheit, es zu bemerken», schrieb das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» nach dem Grand-Prix-Auftritt über die am 15. November 1944 im pfälzischen Rockenhausen geborene Tochter eines Werbekaufmanns und einer Stenotypistin.

Die Künstlerin mit der schwarzen Soulstimme landete 1972 mit dem Mannheimer Mundartstück «Neckarbrückenblues» einen Hit, der sie weit über die Stadt hinaus bekannt machte. Fleming war zunächst Lehrling im Lebensmitteleinzelhandel und sang in ihrer Freizeit, bevor sie als 14-Jährige bei einem Nachwuchswettbewerb mit dem Lied «Ciao ciao bambina» den ersten Preis gewann. Sie hängte ihren Beruf bald an den Nagel und sang in amerikanischen Clubs in Mannheim Jazz-Evergreens und Blues. 1963, mit 19 Jahren, gründete sie in Mannheim mit «Joy and the Hitkids» ihre erste eigene Band.

dpa

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