So entsteht ein Gewitter

„Die meisten Gewitter entstehen bei sehr heißen Temperaturen im Sommer“, erklärt Andreas Held, Professor für Atmosphärische Chemie an der Universität Bayreuth.

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„Durch die Sonnenstrahlen erwärmen sich der Boden und die Luft. Da warme Luft immer nach oben steigt, bewegen sich die Luftmassen in immer größere Höhe.“ Normalerweise ist Luft in großer Höhe sehr kalt, deshalb wird es auch immer kälter je höher man auf einen Berg klettert. „Je höher die Luftmassen aufsteigen desto mehr kühlen sie ab“, sagt Held, „und in der Kälte bilden sich kleine Wassertropfen, ähnlich wie wenn man im Winter gegen ein Glasscheibe atmet, und diese dann beschlägt. Wenn sich in großer Höhe viele dieser Wassertropfen ansammeln, bilden sich Wolken, besonders wenn sich noch kleine Staubpartikel in der Luft befinden. Durch die Bindung von Wassertröpfchen in der Wolke wird Wärmeenergie freigesetzt und die Wolke steigt noch weiter in die Hohe bis sich die Luft soweit abgekühlt hat dass sie stehen bleibt.“

Eis und Wolken

Ähnlich wie bei sehr kaltem Wetter im Winter gefrieren die Wassertröpfchen in der Wolke zu Eiskristallen. Diese Eiskristalle reiben nun in der Wolke gegeneinander, und laden sich durch die Reibung elektrisch auf. Es ist das gleiche Prinzip, wie wenn man einen Luftballon nimmt und ihn über die Haare reibt. Jeder, der das schon einmal ausprobiert hat, weiß, dass die Haare danach in alle Richtungen vom Kopf abstehen, auch das liegt an der durch Reibung entstandenen Elektrizität.

„Durch das elektrische Aufladen der Eiskristalle sammeln sich im unteren Teil der Wolke negativ geladene Teilchen an und in dem Oberen positive, eigentlich sollten diese jedoch über die ganze Wolke verteilt sein. Das nennt man dann einen Ladungsausgleich“, so Held, „Da Luft kein guter Leiter für Elektrizität ist, kann es bei einem großen Unterschied zwischen positiven und negativen Teilchen in der Wolke zu einem Ladungsausgleich mit dem Boden kommen. So entsteht der gezackte Blitzt den wir alle kennen. Da der Blitz elektrisch geladen ist, leuchtet er auch so hell.“

Richtiges Verhalten bei Gewitter

Auch zum Abschätzen der Entfernung eines Gewitters hat Held einen Tipp parat; „Wenn man einen Blitz sieht, muss man zählen wie schnell danach der Donner kommt. Wenn Blitz und Donner einen Unterschied von drei Sekunden haben ist das Gewitter noch einen Kilometer entfernt.“

Raus aus dem Wasser: Gewitter sind nicht nur ein Naturschauspiel das viele Menschen beindruckt, sie können auch sehr gefährlich werden. Besonders wenn man sich im Freien aufhält. „Wer Schwimmen geht, sollte bei Gewitter sofort das Wasser verlassen, da Wasser den Strom sehr gut weiterleitet “, sagt Held.

Rein ins Haus: „Generell sollte man sich bei Gewitter möglichst im Haus oder Auto aufhalten, und auf keinen Fall unter Bäumen, da Blitze meistens in hohe Bäume oder Gebäude einschlagen.“

Beine schließen: Doch auch bei einem überraschendem Gewitter im Freien hat Held einen Tipp auf Lager: „Am besten man schließt die Beine und geht in die Hocke“, erklärt er: „Wenn man mit den Beinen auseinander steht kann der Strom sonst durch den Körper fließen als wäre er eine Batterie.“

Stecker ziehen: Im Inneren des Hauses ist man bei Blitz und Donner also deutlich sicherer, aber auch hier können die Erwachsenen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Beispielsweise indem sie die Stecker von allen elektrischen Geräten aus der Steckdose ziehen, diese könnten sonst kaputt gehen wenn ein Blitz in die Stromleitung einschlägt.

Mit ein bisschen Wissen über Gewitter und vorsichtigem Verhalten, kann man sich entspannt zurücklehnen wenn das nächste Mal ein Sturm tobt, und ihn aus dem Fenster seines gemütlichen, warmen Wohnzimmers beobachten. Vielleicht mit einer Tasse heißem Kakao ...

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