Skisaison dauert noch bis Ostern

„Die Kälte ist zu spät gekommen“, sagt Herrmann Nickl, Skiliftbetreiber in Oberwarmensteinach. „Um Weihnachten herum blieb der Winter aus, deswegen war wenig Betrieb am Skilift.“

Am Ochsenkopf bleibt der Winter länger. „So wie es jetzt aussieht, kann die Skisaison noch bis Ostern verlängert werden“, sagt Andreas Munder, Geschäftsführer der Tourismus und Marketing GmbH Ochsenkopf. Abgesehen von einem kleinen Tief in den ersten zwei Januarwochen sei die Schneelage stabil. „Die Lifte konnten pünktlich zum geplanten Start der Wintersportsaison am 15. Dezember in Betrieb genommen werden“, sagt Munder. Allerdings nicht ganz ohne technische Pannen: Am Sonntag streikte der Lift an der Nordabfahrt. Er wird wohl mehrere Tage nicht in Betrieb gehen. Aber nicht nur die Skiliftbetreiber, sondern auch die Gastronomie und Beherbergungsanbieter müssten zufrieden sein, sagt Munder: „Man kann alles in allem eine positive Bilanz über die Wintermonate ziehen.“

Anfangs war es zu mild

Auch in Mehlmeisel musste der Liftbetrieb in dieser Saison zweimal komplett eingestellt werden, allerdings wegen des Wetters. „Es war zu mild, und dann gab es auch noch die Stürme“, sagt Manuela Lehnert vom Klausenlift. Jetzt hingegen seien die Abfahrtsbedingungen sehr gut, der Betrieb am Klausenlift soll noch bis 11. März weiterlaufen.

Viele Besucher beim Winterwandertag

„Wir können uns über den Winter nicht beschweren, der Schnee hat uns nicht enttäuscht“, sagt auch Simone Mark von der Tourist Information in Mehlmeisel. Für Veranstaltungen wie die Winterwandertage wurde viel Werbung gemacht, die Besucherzahlen waren dementsprechend hoch. An den Winterwandertagen am Ochsenkopf waren um die 2500 Leute unterwegs, davon übernachteten 330 Wanderer in Mehlmeisel.

Auch in Bischofsgrün quartierten sich um die 400 Wanderer ein: „Die Besucherzahlen sind im Vergleich zum letzten Jahr leicht gestiegen“, sagt Bürgermeister Stephan Unglaub. Doch auch er stimmt Hermann Nickl zu: „Der Winter sollte früher anfangen. Wenn bis Ostern Schnee liegt, haben die Besucher keine Lust mehr auf Winter.“

Schwieriges Camping-Wetter

Für Siegmund Lange, den Betreiber des Camping Fichtelsee, ist es ein schwieriger Winter. „Jetzt ist es den meisten zu kalt“, sagt er. Seit Jahren verbringen Dauercamper und Urlauber auch in den Wintermonaten einige Tage auf Campingplatz , „Aber bei minus 20 Grad in der Nacht wie diese Woche kapitulieren auch Wintercamper.“ Außerdem wurden im Herbst Bodenarbeiten auf seinem Campingplatz erledigt, deshalb stand nur die Hälfte des Platzes zur Verfügung. „Sonst hätten wir sicher ähnliche Besucherzahlen wie im Vorjahr erreichen können. Die Anfrage war gegen Ende des Jahres da“, sagt Lange.

Starker Januar in der Therme

Ob das Wetter im Winter gut oder schlecht ist, hat für einige Betriebe geringere Bedeutung als für andere. Zum Beispiel für Stephan Gesell, den Besitzer des Kurzentrums Weißenstadt am See und des Siebenquell GesundZeitResorts. „Zu uns kommen die Gäste wegen der speziellen Gesundheitsangebote, die wir bieten“, sagt Gesell. „Die Witterung hat auf die Übernachtungszahlen keinen Einfluss.“ Bei den Tagesgästen der Wasser- und Saunawelt hat das Wetter Gesell sogar in die Karten gespielt. „Der Januar war ein superstarker Monat in der Therme, das hatte sicher was mit den Temperaturen und der Witterung allgemein zu tun“, sagt Gesell.

Und Bayreuth?

Auch abseits des Fichtelgebirges, in der Stadt Bayreuth, stiegen die Besucherzahlen. „Der Dezember war besser als im Vorjahr, es gab fünf Prozent mehr Übernachtungen“,sagt Manuel Becher, Leiter der Bayreuth Marketing und Tourismus GmbH. „Wir hatten an manchen Tagen sogar alle Hotelzimmer ausgebucht.“ Die späten Wintermonate versprechen aber keine hohen Besucherzahlen. „Im Januar und Februar sind nie viele Touristen unterwegs.“

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