Pegnitz: Neue Bike-Anlage zum Skatepark

Die Skateranlage an der Realschule ist längst in die Jahre gekommen. Schon unter Altbürgermeister Manfred Thümmler kam 2012 die Idee auf, hier mit dem unerwarteten Geldsegen Abhilfe zu schaffen. Doch sein Nachfolger Uwe Raab wollte mehr. Wollte das Projekt in das von ihm ins Rollen gebrachte Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Isek) unter dem Oberbegriff „Pegnitz 2030“ einbinden. Und zusätzlich Mittel aus der Städtebauförderung lockermachen. Und er wollte auf diese Weise noch den geplanten Radweg von Hainbronn in Richtung Weidlwang vorantreiben – mit dem Skaterpark als Ausgangspunkt.

Kontroverse Diskussion

Gestern Abend gab der Stadtrat den Startschuss für all das und noch ein wenig mehr. Vorausgegangen war allerdings eine längere und durchaus kontroverse Debatte. Anlass waren zwei Anträge, was denn dort passieren soll an der Skateranlage neben der Realschule. Was Bürgermeister Raab zusammenfassen wollte, wurde letztlich getrennt entschieden – und dabei war die SPD-Fraktion der Verlierer. Und das kam so:

Antrag I: Diesen hatten fraktionsübergreifend CSU, FWG, Pegnitzer Gemeinschaft (PEG), Grüne, Junge Liste und Zukunft Pegnitz gestellt. Ihr Wunsch: Die nicht mehr ganz taufrische Skateranlage wird saniert und aufgerüstet. Mit einem Aufwand von maximal 20 000 Euro. Das im Vergleich zu einem kompletten Neubau gesparte Geld soll für eine Dirt-Bike-Anlage verwendet werden. So eine existiert bereits in Nemschenreuth.

Radeln über Erdhindernisse

Dabei handelt es sich um einen Parcours für sportlich-artistische Fahrradkünste über Erdhindernisse. Auch das ließe sich für rund 20 000 Euro realisieren, heißt es in dem Antrag. Unter dem Strich bleibe also sogar noch Geld übrig von jenen 50 000 Euro, die ein edler Spender der Stadt für solche Zwecke zur Verfügung gestellt hatte. Das dem Antrag beigefügte Konzept hatte Kilian Dettenhöfer (Junge Liste) erarbeitet.

Antrag II: Der stammte von der SPD. Sie hätte hier gerne noch ein anderes Element gesehen – einen sogenannten Soccer-Ground. Also ein vielfältig nutzbares Minispielfeld. Mehr als 1000 solcher Anlagen existierten bundesweit schon, sie erfüllten durch die Bank „die strengen Auflagen des DFB zu Kindersicherheit, Schalldämmung und Qualität“.

Was der Bürgermeister wollte: Uwe Raab zeigte sich beiden Anträgen gegenüber aufgeschlossen. Und befürwortete daher, beide zusammenzufassen und alle Vorschläge zu verwirklichen. Da sei für jeden etwas dabei, das sei sinnvoll und auch finanzierbar. Habe doch die Regierung von Oberfranken Mittel aus der Städtebauförderung für den neuen Fun-Park in Aussicht gestellt. Und das Amt für Ländliche Entwicklung für den Bau des geplanten Radweges von Pegnitz nach Hainbronn, der hier starten könnte. Wobei Kollege Zufall mithelfe, stoßen in diesem Bereich doch die Grenzen der beiden Gemarkungen Pegnitz und Hainbronn aneinander. Das mache es leicht, sich aus zwei Zuschusstöpfen zu bedienen.

Die Diskussion: Bei den Stadträten stieß diese Einschätzung nur bedingt auf Gegenliebe. Michael Förster (PEG) forderte, über die beiden Anträge getrennt abzustimmen. Er verwies auf die Ergebnisse zweier Jugendforen, zu denen der Bürgermeister geladen hatte. Dabei sei neben einer vernünftigen Skateranlage nur ein konkreter Wunsch formuliert worden – der nach einem Jugendraum. „Ist noch Geld übrig, sollte man das dafür verwenden“, so Förster.

Fußball geht überall

So sah dies auch FWG-Sprecher Thomas Schmidt. Es gebe in Pegnitz auf Bolzplätzen und bei den Vereinen genügend Möglichkeiten, Fußball zu spielen. Ähnlich äußerte sich sein CSU-Kollege Manfred Vetterl. Geld nur in die Randsportart Skaten zu investieren, habe nie Sinn gemacht. Doch eine Modernisierung des Parks plus das neue Angebot für Radsport der besonderen Art sei „in sich schlüssig“.

Schlechte Erinnerungen an die Fun Arena

Die Idee eines Minispielfelds erinnere ihn sehr an das gescheiterte Projekt einer Fun Arena an gleicher Stelle. Die sei kaum besucht worden, dafür aber ständig – weil von jungen Leuten für Partys missbraucht – vermüllt gewesen. Zum Beispiel mit Glasscherben. „Da käme der Bauhof mit der Arbeit gar nicht mehr nach“, so Vetterl.

Angebot für alle

So sah dies auch sein CSU-Mitstreiter Günter Bauer, während Oliver Winkelmaier (SPD) völlig anderer Ansicht war. Andernorts erfreuten sich die SoccerGrounds größter Beliebtheit, sie seien mit einem hochwertigen Kunstrasen versehen und zudem könnte man dort auch Hand-, Volley- oder Basketball spielen. Auf diese Weise schaffe man letztlich ein Angebot für alle Jugendlichen. Ähnlich argumentierten Karl Lothes und Werner Mildner (ebenfalls SPD).

Die Abstimmung: Doch das nützte nichts. Mit 15:6 Stimmen wurde dem Antrag von Michael Förster auf getrennte Abstimmung stattgegeben. Der fraktionsübergreifende Antrag wurde letztlich einhellig befürwortet – Lothes: „Eine halbe Sache ist besser als gar keine“ –, für den SPD-Antrag fanden sich nur sieben Befürworter.

Inklusive der erwähnten Spende und der zu erwartenden Fördergelder stehen laut Bürgermeister Raab insgesamt rund 125 000 Euro für die Umsetzung zur Verfügung.

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