Sieg im Elfmeterschießen

Footless – eine Waldstockmannschaft – hat ihn sich dieses Jahr zum zweiten Mal nach 2012 geholt. Völlig überraschend, denn die Favoriten hießen anders: Titelverteidiger Turbine Kühgass aus Elbersberg zum Beispiel, die Mannschaft mit afghanischen Flüchtlingen oder das Team mit hier heimischen Italienern namens Scoreggio – was man am besten unübersetzt lässt.

Erklärungsnot nach Tiefschlaf

Es kam alles ganz anders, vor allem für den Titelverteidiger. Schon nach dem ersten Spiel gegen die afghanischen Wirbler, das 0:3 verloren ging, war die Titelverteidigung und das Ziel ins Halbfinale zu kommen in weite Ferne gerückt. Headcoach Michael „Metze“ Fleischhauer in Erklärungsnot: „Wir waren noch im Tiefschlaf und viel zu weit vom Gegner weg.“ Das mit dem „Tiefschlaf“ konnte er dann schon noch erklären: „Wir hatten in Willenreuth ein großes Fest.“ Damit meinte er den Rockabend der Feuerwehr Willenreuth, der wohl zur suboptimalen Turniervorbereitung führte. Die Spieler hatten offenbar den Kopf nicht frei. Zwar konnte man aus vier Spielen noch sechs Punkte holen, aber die reichten nicht für den Einzug ins Halbfinale.

Coach hatte "Rücken"

Häckel Tackle – die Mannschaft mit den aktuellen Waldstock-Festival-Machern –, ging das Turnier gewohnt lässig an. Ähnlich so, wie es Neu-Nationalstürmer Sandro Wagner nach dem Freundschaftsspiel gegen Norwegen vergangene Woche im Fernsehinterview sagte: Man sei quasi vom Strand aus in die Mannschaft berufen worden. Coach Martin Häckel hatte „Rücken“ und konnte selbst nicht ins Spiel eingreifen: „Es kann auch ein Vorteil sein, wenn ein erfahrener Mann am Spielfeldrand steht.“ Fast, denn ausgerechnet die Freunde von Footless bereiteten Häckel Tackle eine schmerzhafte 0:4-Niederlage, von der sich die Mannschaft nicht mehr richtig erholte. Halbfinale futsch.

Zwei Matchbälle nicht verwertet

Mit Lässigkeit und Erfahrung und Vorahnung („wir werden wohl oder übel ins Halbfinale kommen“) spielte sich der Inbegriff der Pegnitzer Hobbymannschaften ins Halbfinale. Die „Bengasi Bombers“ schafften das wegen des besseren Torverhältnisses gegenüber der „Turbine Kühgass“. Dort musste man aber wohl dem hohen Altersdurchschnitt Tribut zollen und verlor 0:4 gegen die Italiener. Die Verlierer des Endspiels vom vergangenen Jahr traten sehr ehrgeizig auf. Dieses Jahr sollte der Big Foot her. „Wir schaffen das, was Juventus Turin nicht geschafft hat, meinte „Präsident“ Pippo noch während des Turniers, das gut für „Scoreggio“ lief. Sie haben es aber genauso gemacht wie Turin, das nun schon zum vierten Mal das Endspiel der Champions-League vergeigte. 1:1 hieß es nach regulärer Spielzeit gegen die keineswegs kopflosen „Footless“. Im Elfmeterschießen versagten „Scoreggio“ dann die Nerven. Zwei Matchbälle wurden nicht verwertet, was die Waldstock-Mannschaft eiskalt zum Sieg (5:4 nach Elfmeterschießen) ausnutzte. „Le Big Foot de Bengasi“ geht also an „Footless“.

Nicht bewertet

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