Sicherheit geht vor Schönheit

Immer wieder hört man Beschwerden über die neuen Schutzzäune. So werden sie zum Beispiel als „Schandfleck von Pottenstein“ bezeichnet. In der Tat sind die Sicherheitsnetze recht auffällig. Behördenleiter Kurt Schnabel versteht die Kritik der Pottensteiner und sagt: „Dass sich Steinschlagschutzzäune nicht immer harmonisch in das Landschaftsbild einfügen, ist nicht von der Hand zu weisen.“ Laut Schnabel war die Errichtung von Schutzzäunen am Fahrbandrand im Fall von Pottenstein die sinnvollste Lösung, auch aus Naturschutzgründen.

Zweireihig aufgestellt

Auf einer Länge von etwa 450 Metern wurden die Zäune teilweise zweireihig aufgestellt. Zwischen der Teufelshöhle und Pottenstein sei insgesamt bereits ein Abschnitt von 1000 Metern mit Steinschlagschutzzäunen versehen worden. Falls es zum Steinschlag kommen sollte, haben die Zäune ein Energieaufnahmevermögen zwischen 500 und 2000 Kilojoule. 470 000 Euro hat die Maßnahme gekostet, bezahlt wird sie von der Bundesrepublik, da es sich um eine Bundesstraße handelt.

Die Stadt hat ihre Arbeitsleistung, genauer die des Bauhofs, zur Verfügung gestellt. Bürgermeister Stefan Frühbeißer erklärt, dass es mehrfach zu Steinschlägen gekommen sei, woraufhin der Freistaat eine Gefährdungskartierung durchgeführt hat. Als Ergebnis seien die Straßenbaulastträger aufgerufen worden, entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Ein Fachmann habe dann beurteilt, ob eine Gefahr besteht. Wenn der Gutachter zum Schluss kommt, dass von einem bestimmten Punkt Gefahren ausgehen, gebe er eine Empfehlung ab, wie der Bereich gesichert werden sollte.

Gewisse Gefahren bestanden

„Offenbar war es so, dass festgestellt wurde, dass gewisse Gefahren bestehen. Ich kann nicht beurteilen, ob das nötig ist“, sagt der Bürgermeister. Doch er meint auch: „Ich schließe mich auch an, es ist nicht schön.“ Als Laie sage man leicht, dass es eine andere Maßnahme geben müsse. Auch der Bauausschuss habe bei einem Ortstermin mitgeteilt, dass die Zäune nicht gut aussähen. Laut Schnabel sind die Sicherungsmaßnahmen an der betreffenden Stelle nun abgeschlossen. „Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass an anderer Stelle im Bereich Pottenstein beziehungsweise der Fränkischen Schweiz künftig Sicherungsmaßnahmen gegen Steinschlag vorgenommen werden müssen“, sagt der Behördenleiter. Ob dabei Zäune errichtet werden müssten, könne zurzeit nicht beurteilt werden. Im Hinblick auf die Beschaffenheit des Geländes sei die Wahl der Maßnahme stark von den örtlichen Gegebenheiten abhängig. Schnabel betont: „Es gilt der Grundsatz: ,Sicherheit geht vor Ästhetik‘.“

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