Sicher zur Schule und zurück

Unbekanntes Neuland dürfte für die meisten der 650 Jungen und Mädchen die Schule nicht sein, wo sie von heute an die nächsten Jahre ihre Vormittage verbringen dürfen. Noch besser kennen sollten die Erstklässler schon vor ihrem ersten Schultag hingegen den Weg zur Schule, den sie die nächsten Jahre tagtäglich absolvieren müssen. Deshalb sollten ihre Eltern schon geraume Zeit vor Schulbeginn mit ihren Sprösslingen den Schulweg ablaufen und einüben, wünscht sich Max Küspert, Verkehrserzieher bei der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt.

Schulweg sollte intensiv geübt werden

„Eltern sollen schon frühzeitig den Schulweg intensiv üben und den sichersten Weg wählen“, rät Küspert. Dabei dürfe es nicht darauf ankommen, den kürzesten Weg zu wählen, sondern den Weg mit den geringsten Gefahren, und der dürfe auch gern ein bisschen länger sein. Einmal zur Schule und zurück reiche nicht aus, um die Neulinge im Straßenverkehr an die Verkehrsregeln zu gewöhnen. Der Weg sollte mehrmals abgegangen werden, und wenn Eltern meinen, Sohn oder Tochter seien ausreichend trainiert, sollten sie die Rollen tauschen.

Autofahrer müssen umsichtig und rücksichtsvoll fahren

Was Eltern beim Schulwegtraining immer beachten sollten: Kinder bewegen sich im öffentlichen Verkehr noch unsicher und können beim Überqueren der Straße Entfernungen und Geschwindigkeiten eines Fahrzeugs noch nicht richtig einschätzen. Außerdem können sie aufgrund ihrer Größe nicht über Autos hinweg sehen und erkennen deshalb drohende Gefahren häufig zu spät. Im Umkehrschluss bedeute dies für Autofahrer, sich rücksichtsvoll und umsichtig zu verhalten, weil sie jederzeit damit rechnen müssen, dass Kinder zwischen parkenden Autos auf die Fahrbahn laufen. Mit verstärkten Schulwegkontrollen werde die Polizei in den ersten Wochen des neuen Schuljahres überprüfen, ob sich Autofahrer an den Appell der Rücksichtnahme halten.

Beim Abschreiten des Schulweges sollen Eltern ihre Sprösslinge auf diese Verhaltensregeln besonders hinweisen:

 

  • An grünen Fußgängerampeln erst dann vom Bordstein losgehen, wenn alle Autos wirklich stehen geblieben sind.
  • Das gilt auch für Zebrastreifen: Erst losgehen, wenn die Autos stehen.
  • Auf Gehwegen Kinder darauf hinweisen, dass jederzeit damit gerechnet werden muss, dass an Grundstücksausfahrten Autos ein- und ausfahren.
  • Ganz wichtig: Kinder sollen niemals zwischen geparkten Autos durchgehen, um eine Fahrbahn zu überqueren. Zu groß ist die Gefahr, dass Autofahrer die Situation zu spät erkennen.

 

Helle Kleidung und Reflektoren sind wichtig

Noch eine Bitte hat Verkehrserzieher Küspert an die Eltern: Gerade jetzt, wenn die Tage wieder kürzer werden, sollen Kinder mit heller Kleidung, Reflektoren an den Schulranzen und dem kostenlos verteilten Sicherheitsdreieck zur Schule gehen. „Derart ausgerüstet sind Kinder schon von weitem zu erkennen und die Gefahr, übersehen zu werden, ist deutlich reduziert“, sagt Küspert.

Ohne Eltern zur Schule laufen

Sind all diese Voraussetzungen – Schulwegtraining und Ausrüstung – erfüllt, sollen Eltern, auch wenn es großer Überwindung bedarf, den nächsten, großen Schritt wagen: Die Kinder alleine oder zusammen mit anderen Kindern zur Schule gehen lassen. Die meisten Kinder seien stolz, wenn sie den Weg ohne elterliche Begleitung absolvieren dürfen. Außerdem werde das Selbstbewusstsein gefördert, so Küspert. Und frische Luft und Bewegung förderten die Gesundheit und die Konzentration im Unterricht.

Tipps um Verkehrschaos zu entzerren

Wollen oder können Eltern nicht auf die Autofahrt zur Schule verzichten, sollen sie einige Verhaltensregeln beachten, bittet Verkehrserzieher Küspert: Kinder sollen nicht direkt vor dem Schulgebäude abgesetzt werden, sondern in einiger Entfernung, um das morgendliche Verkehrschaos, das vor vielen Schulen herrscht, zu entzerren. Wenn sie ihre Kinder nach dem Unterricht mit dem Auto abholen, sollen Eltern nicht schon Stunden vorher im Bereich der Schule parken. „Es reicht vollkommen, wenige Minuten nach Unterrichtsende vorzufahren. Dann steht das Kind schon bereit und muss nur noch einsteigen“, sagt Küspert. Am besten aber wäre es, wenn Eltern überhaupt auf das Auto verzichten würden.

Nicht bewertet

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Kommentare

Bei uns sind 1962 beim Schulanfang als Aktion der Verkehrswacht orange Mützen verteilt worden, von denen es hieß, sie seien gelb.
Bei uns gabs 1962 in der Dorfschule (8 Jahrgänge in einem Raum) nichts.
Montag, 13. November 2017 - 11:06