Sharon für den Lohengrin 2018?

 

Yuval Sharon gilt als einer der kommenden Regisseure, 2014 erhielt er für seine Inszenierung der Oper "Doctor Atomic" von John Adams den Götz-Friedrich-Preis. In Karlsruhe brachte er jetzt in dem auf vier Regisseure aufgeteilten "Ring" die umstrittene "Walküre" auf die Bühne. Als "optimalen Kollegen" bezeichnet ihn der Karlsruher Dramaturg, als einen "sehr "inspirierenden Regisseur", der in Wagner "förmlich verliebt" sei.

Der mit Anfang dreißig noch junge Regisseur soll also an die Stelle von Alvis Hermanis treten, der sich offenbar entschieden hat, die Verhandlungen mit Bayreuth nicht fortzusetzen. Ob daran die harsche Kritik schuld ist, die auf ihn hereinprasselte, als er nach den Pariser Terroranschlägen die deutsche Flüchtlingspolitik geisselte und aus Protest ein Projekt am Thalia-Thater in Hamburg absagte, ist unbekannt.

Yuval Sharon würde - wenn er denn wirklich unterschriebe - in einem Gespann mit Dirigent Christian Thielemann und dem Malerstar Neo Rauch als Ausstatter arbeiten. Darin könnte ein Problem liegen. "Ich bin mir sicher, Wagner hätte den Ring, lebte er heute, als Virtual Reality Welt konstruiert", schrieb Sharon im Programmheft zur "Walküre". Als Mann aus dem Silicon Valley ist er denn auch bekannt dafür, sich modernster Technik zu bedienen und besonders dafür, Videosequenzen kreativ einzusetzen. Wie das mit dem faszinierenden, aber geradezu altmeisterlich malenden Neo Rauch zusammenpassen wird, könnte die Schlüsselfrage der Produktion werden. Wenn, wie gesagt, die "für gewöhnlich gut informierten Kreise" mit ihrem Tipp überhaupt Recht haben und Sharon tatsächlich der aussichtsreichste Kandidat für den Grünen Hügel 2018 ist.

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Nicht bewertet

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