Senkrechtstart und Absturz der Haspo-Damen

Dabei waren zunächst wohl sogar die höchsten Erwartungen im Bayreuther Lager noch übertroffen worden, denn nach gut zehn Minuten führten die Gäste mit 7:1. Grundlage dafür war eine überragende Abwehrleistung, aus der Laura Fischer und Anna Renner im Mittelblock noch herausragten. Die Ballgewinne wurden effektiv in Gegenstöße umgesetzt, wobei die zweite Welle mitunter auch sehenswert ausgespielt wurde. Bei optimaler Chancenverwertung hätte die Führung sogar noch etwas höher ausfallen können.

1:12-Serie in 15 Minuten

Auf diesen Senkrechtstart folgte jedoch ein ebenso steiler Absturz. Nach den ersten Wechseln und den ersten Strafzeiten wirkte vor allem die Abwehr nicht mehr so sattelfest wie zu Beginn. Damit gingen auch die Ballgewinne und die Konterchancen verloren, und im Positionsangriff taten sich die Bayreutherinnen sehr schwer. Treffer aus der zweiten Reihe gelangen selten, vielmehr mussten alle Möglichkeiten mit großem Aufwand beim Durchbruch durch die Abwehr erkämpft werden. Dabei unterliefen den Gästen viele technische Fehler, die dem Tempospiel der auch konditionell überlegen wirkenden jungen Leipzigerinnen entgegen kamen.

Da die Bundesliga-Reserve zudem den Vergleich der Torhüterinnen für sich entschied und Haspo einige durchaus gut herausgespielte Chancen vergab, erlebten die Gäste eine Durststrecke über 15 Minuten mit nur einem Treffer. Das genügte, um die anfängliche Sechstoreführung in einen 8:13-Rückstand zu verwandeln. Zwar bewiesen die Gäste in der zweiten Hälfte gute Moral, als sie den bis auf zehn Tore angewachsenen Rückstand noch etwas reduzierten, doch die Niederlage war nichtmehr abzuwenden.

Trotzdem sah der erst seit gute einer Woche amtierende Haspo-Trainer Mario Malovetz aus Positives: „Man hat gesehen, dass wir die nötige Qualität haben, um in der Liga zu bestehen. Die erste Viertelstunde war sogar sehr gut. Dann haben wir den Faden verloren, das lässt sich nicht leugnen. Das hatte aber auch damit zu tun, dass mir noch die Kenntnis von meiner Mannschaft fehlt, um ihr schnell wieder ins Spiel zu helfen. Ich hätte schon Glück haben müssen, um immer die richtigen Entscheidungen zu treffen. Aber das wird sich zweifellos einschleifen. Wir haben die Voraussetzungen müssen sie aber noch zu einem Ganzen zusammenfügen“.

Statistik

HC Leipzig II: Laneus, Detjen – Paluszkiewicz (1), Wischeropp (1), Reißberg (7/1), Ansorge (4/3), Funke (2/1), Kreibich (3), Theilig (3), Plate (2),

Hurst (2), Guderian, E. Rode (5), Kretzschmar (2).

Haspo Bayreuth: Bauer, Schewetschek – Dörfler, Hellriegel (4/2), Brielmann (2), Brahm (3), Kerling (2), Hall (2), Fischer (6), Lichtscheidel (2), Friedrich (1), Renner (3), Stöcker, Schubert (1).

SR: Kerstin Pohlmann / Karolin Sense (Berlin); Strafminuten: Leipzig II 4, Bayreuth 8.

Stationen: 1:7 (11.), 13:8 (25.), 15:9 (27.), 15:11 (Halbzeit), 17:11 (32.), 25:16 (43.), 31:21 (51.), 31:24 (55.), 32:26 (Ende).

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