Senivita hat große Pläne

Wiesent bezeichnet Jachs Abgang als „normalen Vorgang“. Man habe sich in gegenseitigem Einvernehmen getrennt. Das Unternehmen sei mit der Senivita Social Estate AG, die zu je 50 Prozent  Senivita und dem österreichischen Baukonzern Strabag gehört, baulastiger geworden. Jach habe aber mehr operativ in der Pflege tätig sein wollen.

Bis zu neun neue Pflegeheime

Die Social Estate will im kommenden Jahr bis zu neun neue Pflegeheime bauen. In Bayreuth soll eine  Einrichtung in der Saas entstehen. Vielleicht, sagt Wiesent, werden es sogar zwei Häuser, die nach dem Modell Pflege 5.0 betrieben werden. Das bedeutet: Eigene Wohnung, betreutes Wohnen, ambulante Dienste, Tagespflege, wenn nötig eine Rundumversorgung. Die Investitionskosten für ein solches Haus mit 48 Einheiten belaufen sich laut Wiesent inklusive Grundstück auf sieben bis acht Millionen Euro. 80 Prozent der Käufer kommen aus der Region, sagt Wiesent. Und: „80 Prozent bezahlen bar.“ Ein Neubau ist auch in Kemnath geplant.

Börsengang 2018 geplant

Die Senivita Social Estate, die eine 50 Millionen Euro schwere Wandelanleihe ausgegeben hat, von der 45 Millionen gezeichnet sind, will 2018 an die Börse gehen. Die restlichen fünf Millionen werden sicher noch gezeichnet“, sagt Wiesent. Nach dem Börsengang – die Erstnotiz der Aktie ist für Juni 2018 geplant – wird Senivita wegen einer gleichzeitigen Kapitalerhöhung noch 33 Prozent an der Social Estate halten. Bis zu fünf Millionen neue Aktien sind geplant.  Uwe Seifen, Vorstandsvorsitzender der AG, wird in Kürze vom neuen kaufmännischen Vorstand Roland Zeides unterstützt.

Rund 70 Prozent des Senivita-Umsatzes generiert die Social Estate mit ihren Bauaktivitäten. 30 Prozent kommen von der Pflege. Die Senivita Social Care betreibt elf Häuser, überwiegend in Nordbayern und hat über 700 Beschäftigte. Die Social Care ist eine 100-prozentige Tochter der Senivita Sozial gGmbH. Mit Bau und Pflege hat Senivita also zwei zentrale Geschäftsfelder. Daneben betreibt das Unternehmen noch Spezialeinrichtungen für schwerstpflegebedürftige Kinder und Menschen mit dem PWS-Syndrom und verfügt nach eigenen Angaben „über umfangreichen Immobilienbesitz, der kontinuierliche Miet- und Pachteinnahmen garantiert“. Die gut tausend Beschäftigten sollen künftig von einem neuen Haustarifvertrag profitieren.  Nach Aussage von Wiesent wäre es der erste Haustarifvertrag eines privaten deutschen Pflegedienstbetreibers.

Profitabel

„Die Gruppe ist profitabel“, sagt Wiesent im Kurier-Gespräch. Für die Zukunft erwartet er steigende Überschüsse. Kapital beschaffte sich Wiesent neben der Wandelanleihe (aktuell 45 Millionen) über  Genussscheine (25 Millionen) und Genussrechte (13 Millionen).

Wiesent ist jetzt 51. Sein Sohn macht ein duales Studium der Gesundheitsökonomie in Bayreuth und zeigt bereits Interesse, später bei Senivita einzusteigen. Wiesent: „Das ist ganz, ganz wichtig für mich.“

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Kommentare

Der Altenberg ist ja in nächster Zeit die sichere Grundlage für solche Goldgräbervorhaben.
Genau so sehe ich das auch. Umsatz bzw. Gewinn machen und dann an die Börse gehen. Dazu ist natürlich auch eine gewisse Unternehmensgröße erforderlich. Dabei ginge es auch in kleineren, überschaubaren Einheiten, wie es früher einmal in Weidenberg geplant war. Neben dem AWO-Pflegeheim sollte ein Wohnkomplex für Betreutes Wohnen gebaut werden. Die medizinische Versorgung, Essen und Veranstaltungen sollten bei Bedarf zusammen mit dem AWO-Heim durchgeführt werden und die zu Hause-Pflege mit der Diakonie und SISO. Das wäre ein für Weidenberg angepasstes Konzept gewesen, weil alles schon vorhanden ist.
Ihnen fehlt das NK-Forum sehr...
Ja, da konnte man auch wichtige lokale Probleme über einen längeren Zeitraum diskutieren.