Sendemast bei Tannfeld gesprengt

Als der 240 Meter hohe Sendemast vor rund 40 Jahren gebaut wurde, hat er für die damalige Zeit ein Vermögen gekostet. Elf Million D-Mark hat sich die Bundesrepublik geleistet, um den Turm zu bauen, damit von Tannfeld aus über die Mittelwelle der Deutschlandfunk auch in den Osten ausgestrahlt werden konnte.

 

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Seit Dienstag ist das weithin sichtbare Wahrzeichen für immer verschwunden. Der Mast wurde gesprengt. Niemand braucht ihn mehr. Das teure Bauwerk hat nur noch Schrottwert. Der "Kalte Krieg" ist vorbei und auch der analoge Funk muss mehr und mehr dem digitalen Zeitalter weichen. Schon seit 2015 war der Sendebetrieb eingestellt worden.

Viele Tannfelder waren dabei, als der Stahlkoloss sich nach der Explosion langsam neigte und dann genau an der Stelle zerschellte, die Sprengmeister Karl-Heinz Bühring dafür vorgesehen hatte.

 

Video: Christina Holzinger

 

Betrieben wurde der auch im laufenden Betrieb sehr teure Sender von der Kölner Firma Media Broadcast, dem größten deutschen Dienstleister für Bild- und Tonübertragungen. Media Broadcast hatte bereits vor einigen Jahren erklärt, dass Mittel- und Langwellenverbreitung ihre Bedeutung verloren haben. Rundfunkhörer nutzen UKW oder digitales Radio.

Die Sendeeinrichtung, in deren Nähe ein Schild vor dem Hochfrequenzfeld und einer möglichen Beeinträchtigung von Herzschrittmachern warnte, war kurz vor ihrer Abschaltung in die Kritik geraten. Anwohner hatten Befürchtungen wegen elektromagnetischer Strahlung. Sogar eine Bürgerinitiative war deswegen gegründet worden.

Als der Mast fiel, war auch Stefan Degen aus Glashütten dabei. Er hat viele Jahre lang als Techniker die Sendeeinrichtung betreut. Degen empfand Wehmut: "Wir sind es inzwischen gewöhnt, dass nach und nach die analoge Technik wegfällt und der Digitalisierung weicht. Ich habe diesen Sender lange Zeit als mein Aufgabengebiet gesehen und werde gerne daran zurückdenken."

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Kommentare

Es war ein weithin sichtbares und erkennbares Wahrzeichen. Jetzt fällt das Orientieren in dieser Gegend schwerer, nur noch rotierende Spargel in alle Richtungen.