Seilbahn soll privatisiert werden

Bereits im Sommer hat der Zweckverband einen Grundsatzbeschluss gefasst, eine neue Seilbahn zu bauen. Die alte wurde 1991 und 1997 gebaut, sie braucht bald eine neue Steuerung (Kosten: rund eine Million Euro). Und weil die Bahn nicht nur alt ist, sondern noch offene Kuppeln hat und aufgrund ihrer Kapazität im Winter zu langen Wartezeiten führt, fiel die Entscheidung für den Neubau. Und zwar einer Bahn mit geschlossenen Gondeln und einer Zwischenstation auf der Nordseite. Offen ist noch, ob es eine durchgehende Bahn oder zwei separate wie bisher werden soll.

20 bis 25 Millionen Euro

Doch woher soll das Geld kommen? Der Zweckverband (83 Prozent Landkreis, der Rest: Bischofsgrün, Warmensteinach, Fichtelberg, Vorsitzender: Landrat Hermann Hübner) hat Schulden (3,1 Millionen Euro), die alte Bahn hat einen hohen, steigenden Umlagebedarf (2017 voraussichtlich eine Million Euro). Im Raum stehen Kosten von 20 bis 25 Millionen Euro für eine neue Bahn mit Kabinen und möglichen weiteren Investitionen. Die nötigen Kredite abzüglich der Zuschüsse müsste der Kreisausschuss beziehungsweise Kreistag genehmigen.

Hermann Hübner berichtete am Mittwoch den Verbandsräten, was seit dem Beschluss im Sommer geschah und wie die Lage ist. Er bekräftigte den Beschluss für den Neubau, sagte aber: "Das wird kein Selbstläufer, wir müssen kämpfen." Hübner war zu zwei Gesprächen bei Wirtschaftsministerin Aigner in München. Ergebnis: Mit hohen Zuschüssen wird es wegen der europäischen Beihilferegeln schwierig. Bleibt die Seilbahn weiter in kommunaler Hand, gibt es 15 Prozent Wirtschaftsförderung. Ein gewerblicher Unternehmer dagegen könnte mit 35 bis 40 Prozent rechnen. Hübner: "Wir müssen diese Variante ernsthaft angehen, das hat mir Frau Aigner zweimal gesagt." "Diese Variante" würde bedeuten, dass der Zweckverband nur noch mit maximal 24,9 Prozent an der Seilbahn beteiligt wäre. Und das künftig ein Geschäftsführer das Sagen hätte. Und das nicht nur bei der dann neuen Seilbahn. Sondern auch beim Alpine Coaster.

Neue Gastronomie?

Und der Investor könnte auch Betreiber oder Verpächter einer neuen Gastronomie auf dem Gipfel in der dann neuen Bergstation sein. Hintergrund für diese Überlegung: Die Asenturmgaststätte (1923/1979 gebaut, Eigentümer: FGV) hat hohen Investierungsbedarf (1,3 Millionen Euro). Und lässt sich unabhängig davon kaum barrierefrei ausbauen. Die Variante wäre: neue Hauptgastronomie in der Bergstation, Veranstaltungen und Gesellschaften in der alten Gaststätte. Was aber am Sanierungsbedarf in der Asenturmgaststätte nichts ändern würde, wie Rainer Schreier (FGV Bischofsgrün) erinnerte. Neben der Gastronomie könnten auch die (gebührenpflichtigen) Parkplätze Teil eines Ochsenkopfgesamtpakets sein, das man einem Investor im Austausch gegen zweistellige Millionen-Investitionen anbieten könnte.

Gespräche mit möglichen Betreibern haben schon stattgefunden. Die Firma Wiegand -- sie hat den Alpine Coaster gebaut und hätte auch Interesse am Betrieb gehabt -- habe bereits aus grundsätzlichen Gründen abgewunken. "Aber wir haben noch andere Eisen im Feuer" so Hübner. Und ein Hintertürchen gibt es auch noch: Der Seilbahn sucht via "Interessenbekundungsverfahren" nach einem Investor/Betreiber; keiner meldet sich; das Förderverbot fällt weg. Hübner sieht allerdings nur geringe Chancen, dass es so kommen könnte.

Die Suche nach einem Investor soll jedenfalls ernsthaft betrieben werden. Die nächsten Schritte sollen die Erstellung eines Businessplans und eine Ausschreibung sein. Rückenwind kommt auch vom neuen Infrastrukturkonzept, das so etwas wie der Masterplan für den Ochsenkopf für die nächsten fünf bis zehn Jahre werden soll, es wurde am Mittwoch in Bischofsgrün vorgestellt: Zentrale Aussage des Konzepts: Eine neue Seilbahn ist Dreh- und Angelpunkt für den Tourismus am Ochsenkopf. Hübner brachte die Situation auf seine Weise auf den Punkt: "Wenn's einfach wär, könnt's ja jeder."

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