Seehofer würdigt sechs Ehrenamtliche

Als Rudi Bock die von Staatsministerin Melanie Huml überreichte Urkunde in Händen hält, ist er sichtlich gerührt. „Ich finde das ganz toll, dass hiermit die Wertschätzung des Ehrenamts und der Heimatverbundenheit zum Ausdruck gebracht wird“, sagt Bock nach dem Fototermin mit Ministerpräsident Horst Seehofer, der oberfränkischen Ministerin Huml und Landrat Klaus Peter Söllner.

"Das Ehrenamt hat mich nicht mehr losgelassen"

Seit seinem 17. Lebensjahr ist der 53-Jährige ehrenamtlich in Verbänden und Vereinen engagiert. „Seitdem hat mich das Ehrenamt nicht mehr losgelassen“, sagt der gelernte Handelsfachwirt. Für seine „langjährigen, hervorragenden Verdienste“, so heißt in der Urkunde, wurde er nun stellvertretend für viele anderen ehrenamtlich Tätigen gewürdigt. „Ich bin mit Leidenschaft und aus Überzeugung im Ehrenamt tätig“, freut sich Bock über die Ehrung. „Mit meinem Verein kann ich für Oberfranken etwas bewegen.“

Erfolge in der Jugendarbeit

Seit nahezu zwei Jahrzehnten setzt er sich als Vorsitzender für die Schützengesellschaft „Die Alten Treuen“ in Neudrossenfeld ein. Dem Schützenverein selbst sei er vor 25 Jahren beigetreten, erzählt Bock. "In Eigenleistung und aus Idealismus" errichteten die Vereinsmitglieder ein neues Schützenhaus, lobt Huml. Um den Verein finanziell nicht überzustrapazieren, übernahm Bock der Laudatio Humls zufolge selbst die Leitung des Gastronomiebetriebs. Dadurch sei das Schützenhaus zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt in Neudrossenfeld geworden. Unter Bocks Führung seien neue Abteilungen wie die der Bogenschützen entstanden. Der Einsatz für die Jugendarbeit und gemeinsam mit der örtlichen Mittelschule, habe dem Verein einen enormen Mitgliederzuwachs und sportliche Erfolge beschert.

Familiärer Rückhalt vorhanden

Im Bayerischen Sportschützenbund setzt sich Bock ebenfalls ein. Mittlerweile ist er erster Gauschützenmeister Oberfranken Süd. Auch für die Jungbauern mischte Bock auf Verbandsebene zuletzt landesweit mit. Seit der letzten Kommunalwahl sitzt er für die SPD im Neudrossenfelder Gemeinderat. Das sei in den vergangenen Jahrzehnten „alles einfach so gewachsen“, sagt Bock, Vater von zwei Töchtern und Großvater. „Die Familie muss dahinter stehen, ganz klar, sonst funktioniert das nicht.“ Ehrenamtliche Arbeit koste viel Zeit. „Sie macht aber auch viel Spaß, nicht immer, aber meistens, weil man mitgestalten kann.“ Als Ehrenamtlicher könne jeder der Gesellschaft etwas zurückgeben. Von der Auszeichnung habe er nichts geahnt und sei erst kürzlich per Brief informiert worden. „Das war natürlich eine positive Überraschung.“ Er dankte dem Verein und Schützenmeister Jürgen Küfner für die jahrelange Unterstützung.

Erste Reise nach Thurnau

Seehofer war am Dienstag zum ersten Mal in Thurnau und wurde von seiner Frau Karin begleitet. Am Vormittag tagte sein Kabinett im Kulmbacher Rathaus und beschloss wichtige Vorhaben für Oberfranken.

Über Karl-Theodor zu Guttenberg habe er bereits Bürgermeister Martin Bernreuther kennengelernt, so der Ministerpräsident. Er lobte die Hartnäckigkeit, aber auch die Motivation und Leistungsbereitschaft, die heute in Oberfranken herrschten. Früher habe er dies bei Besuchen durchaus anders erlebt. Die Menschen, die für das Ehrenamt lebten, handelten im besten Sinne demokratisch und verdienten die Anerkennung der Gemeinschaft. Wenn im Landkreis Kulmbach dem Landrat zufolge über 50 Prozent der Menschen, also jeder Zweite, ehrenamtlich tätig seien, sage dies viel über sie aus, fand Seehofer. Die mit dem Ehrenzeichen gewürdigten Personen setzten sich für ihre Heimat und ihr Land in ihrer Freizeit ein und repräsentierten die ganze Bandbreite des Ehrenamts.

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