Schwitzen zwischen Blumen

Dem guten Gefühl, sich selber was Gutes zu tun. Deshalb haben Florian Maßen und Achim Schmidt, das Vorstandsteam der Mali-Crew, sich gedacht: "Man müsste in Bayreuth etwas machen, was über den Fun-Run hinaus geht. Das man mit der Landesgartenschau verbinden kann. Weil die Gelegenheit super ist und das Gelände richtig toll", sagt Florian Maßen (37) im Gespräch mit unserer Zeitung. Mainauenlauf nennen Maßen und Schmidt das Baby schnell. Und sie rennen bei der Landesgartenschau-Gesellschaft mit ihrer Idee offene Türen ein. Denn Sport ist ein wichtiges Element im Programm der Gartenschau.

Jeden Tag gibt es Sport: Jeden Tag wird es eine Veranstaltung geben, die mit Sport zu tun hat, sagt André Riedel, der bei der Landesgartenschau für das Kunst-, Kultur- und Sportprogramm verantwortlich zeichnet. "Wir kommen auf gut 170 Veranstaltungen." Riedel, selbst aktiver Sportler, sagt: Zusammen mit der Volkshochschule, mit Vereinen, mit Übungsleitern, habe man ein Programm zusammengestellt, mit dem die Landesgartenschau einen Baustein beitrage, damit Bayreuth dem Prädikat Sportstadt gerecht wird. Paddeln auf dem Main im Kajak oder stehend auf dem Surfbrett, Yoga, Läufe, um die Achtsamkeit zu schulen, Mittags-Workouts, Pétanque, Beachvolleyball-Turniere, darunter Spiele um die deutsche Hochschulmeisterschaft. Viel finde auf der Ballspiel- und Bewegungswiese nahe des Einschöpfbauwerks am Flößanger statt. Sportlich geht es aber auch im Sporkabniett mit der derzeit weltweit größten Netzlandschaft oder auf der Dirt-Bike-Anlage zu. "Unser Programm wendfet sich natürlich hauptsächlich an Dauerkartennutzer, die die Besuche auf dem Gelände auch für sportliche Aktivitäten nutzen können. Aber auch in Jeans und Hemd wird man als Tagesgast mitmachen können. Für eine bewegte Pause, zum Beispiel", sagt Riedel.  

Das ist die Strecke für den Stadtmeister: Florian Maßen sagt, der Mainauenlauf, der am 11. Juni stattfinden soll, soll ein Anreiz für die Bayreuther Freizeitsportler sein, "den Schwung des Fun-Runs noch sechs Wochen länger ins Jahr zu ziehen". Deshalb wird es zusätzlich zur Stadtmeisterschaft im Viertel- und Halbmarathon, die bei Maisel's Fun-Run gesetzt ist, eine Stadtmeisterschaft beim Mainauenlauf geben: Gesucht wird der Stadtmeister über fünf und zehn Kilometer. Auf die beiden Distanzen ist auch die Strecke ausgelegt. Mit Start und Ziel auf der Landesgartenschau. Auf dem asphaltierten Rad- und Fußweg, der die Eingänge an der Äußeren Badstraße und der Eremitagestraße miteinander verbindet. "Das ist der geeignete Platz, nach dem wir gesucht haben", sagt Maßen. "Denn so können wir auch die Bühne der Jungen Landesgartenschau nutzen. Von dort aus geht es übers Gelände, am Wehr vorbei Richtung Friedrich-Ebert-Straße."  

Das war der erste schnelle Teil der Strecke, denn dann geht es links hoch, an der Handwerkskammer vorbei und links weg in die Obere Röth Richtung St. Johannis. "Ein anspruchsvoll welliges Profil und landschaftlich schön", sagt Maßen, sei die Strecke, die durchaus einige Höhenmeter bereit hält. Vor allem für diejenigen, die zwei Mal rum müssen. Richtig schnell werden die Läufer auf dem Stück, das sie zurück aufs Gelände führen wird. Denn dann geht es die Eremitagestraße runter, unter der Autobahn durch und wieder aufs Gelände zum Ziel. Mit den Organisatoren des Fun-Runs haben die Vorsitzenden der Mail-Crew lange im Vorfeld des Mainauenlaufs gesprochen. "Die waren sehr aufgeschlossen, wollen bei ihrer Veranstaltung auch auf unsere hinweisen", sagt Maßen. Die Planung für den Volkslauf mit professioneller Zeitmessung läuft bereits seit mehr als eineinhalb Jahren, "die erste Idee ist aber schon älter. Im Herbst 2014 sind wir auf die Landesgartenschau zugegangen".

Spaß steht im Vordergrund: Trotz des Wettbewerbsgedankens durch die Zeitmessung - die gleiche wie beim Fun-Run - soll aber eines nicht zu kurz kommen: "Der Spaß auf der Strecke", sagt Maßen. So halten es die Mitglieder der Mali-Crew, die sich erst vor gut drei Jahren zum Verein zusammengeschlossen haben, schon immer. Einmal im Monat gibt es einen Lauftreff, an dem auch Nichtmitglieder teilnehmen können. Die Mitglieder trainieren öfter. Maßen etwa macht "ein bis zwei Marathons im Jahr und ein bis zwei Triathlons. Ich werde zwar nicht schneller, aber es macht Spaß".

Dauereinrichtung? Wird noch geklärt: Bislang haben sich 25 Läufer angemeldet, "was uns noch nicht nervös macht", sagt Maßen. "Das ist noch ein knappes halbes Jahr bis zum Start. Da wird die Sache schon noch Fahrt aufnehmen." Was noch nicht entschieden ist, ist die Frage, ob der Mainauenlauf eine Dauereinrichtung wird. "Darüber werden wir uns natürlich unterhalten."

Das sagt der Sportamts-Chef

Christian Möckel, der Leiter des Sportamts der Stadt, ist seit Anfang an in die Planungen für den Mainauenlauf eingebunden. Weil man beim Sportamt die entsprechende Erfahrung hat. "Der Aufwand, so einen Lauf zu veranstalten, ist immens. Strecke, Straßensperrungen, Parkplätze, Umleitungen. Man greift ja auch in den Busfahrplan ein. All solche Sachen müssen beachtet werden." Darüber hinaus müssen auf der Strecke an den richtigen Stellen Verpflegungsstellen aufgebaut werden, braucht es sinnvolle Plätze für einen Sanitätsdienst, falls sich ein Läufer verletzten sollte.

"Die Organisation liegt bei der Mali-Crew. Wir unterstützen, wo wir können", sagt Möckel. Eine dieser Unterstützungsleistungen liegt beim Dach über dem Kopf: "Die Läufer brauchen einen Platz, wo sie sich umziehen können. Das wird im Eisstadion sein. Das ist an dem Tag frei. Hier haben wir drei große Umkleiden und die Duschen. Außerdem liegt es räumlich nahe zum Veranstaltungsort. Bis zur Landesgartenschau sind die Läufer aufgewärmt." Dass es zumindest 2016 zwei Stadtmeisterschaften im Laufen gibt, findet Möckel "begrüßenswert. Es sind ja zwei unterschiedliche Strecken. Die beim Mainauenlauf ist auch schön gelegen. Das hat sich angeboten, dort eine Stadtmeisterschaft zu kreieren".    

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