Schwere Sturmschäden im Kreis Fürth

Wie angekündigt trafen zwei Superzellen den Westen von Mittelfranken. Sogar von einer Windhose ist die Rede. Die Bilder verschiedener Agenturen lassen das Ausmaß erahnen. Eine Windhose konnte bislang jedoch noch nicht nachgewiesen werden. Besonders Stadt und Landkreis Fürth waren schwer betroffen. Die Berufsfeuerwehr wurde mit sämtlichen Kollegen verstärkt, die eigentlich keinen Dienst hatten. Auch löste die Leitstelle Alarm für alle zwölf Freiwilligen Fürther Wehren aus. Ebenso unterstützten das THW und 30 Feuerwehrfahrzeuge inklusive fünf Drehleitern aus Nürnberg.

Besonders heftig traf das Unwetter den Ortsteil Egersdorf bei Cadolzburg, ein Wohngebiet wurde durch umstürzende Bäume verwüstet, dort musste auch der Kranwagen der Feuerwehr Nürnberg zur Unterstützung tätig werden. In Hiltmannsdorf im Landkreis Fürth stand das Wasser einen Meter hoch auf der Straße. In Keidenzell, im Landkreis Fürth war ein Pkw zwischen mehreren Bäumen eingeschlossen.

In der Fürther Hafenstraße riss der Wind das Dach eines Binnenschiffes ab. Dieses wurde mehrere hundert Meter weit vom Kanal entfernt auf die Hafenstraße geschleudert und blockierte auch ein Bahngleis. Rund 200 Meter weiter knickte ein massiver Baum um und blockierte die Hafenstraße. Weitere 100 Meter entfernt wurden bei einem Wohnmobil-Händler zwei Fahrzeuge vom Wind erfasst und umhergeschleudert. Sie überschlugen sich und landeten in einem Stromkasten, wodurch der Kreuzungsbereich zur Farrnbacher Brücke unter Strom stand. Feuerwehr und Energieversorger hatten das zum Glück schnell im Griff.

In Burgfarnbach wurde das Dach des dortigen Pennymarktes fast komplett abgedeckt und der Markt lief voll Wasser. Auch der nebenstehende Edeka-Markt wurde beschädigt. Mehrere Fahrzeuge auf dem Parkplatz wurden durch umherfliegende Trümmer zum Teil massiv beschädigt. Auch Bäume und Äste knickten um, Bauzäune und Leergutkästen flogen durch die Gegend. Die Bundesstraße 8 war zwischen Langenzenn und Fürth kaum noch befahrbar. Die Fahrbahn stand teilweise 15-20 Zentimeter unter Wasser. Auch knickten hier hast alle Bäume entang der Böschung um. In Weiherhof schoss ein Holzbalken durch das Fenster ins Wohnzimmer einer Familie und verfehlte die Kinder nur knapp.

Für Probleme sorgte das Gewitter auch im gesamten fränkischen Bahnverkehr. Mehrere Strecken mussten bis zum Samstagmorgen komplett gesperrt werden. Besonders zwischen Nürnberg und Gräfenberg krachten Bäume ins Gleis und auch zwischen Fürth und Cadolzburg, sowie zwischen Wachendorf und Fürth sind die Gleise von Bäumen übersäht gewesen. Teilweise knickten große Bäume wie Streichhölzer um. Nach derzeitigem Stand der Informationen wurden bei dem Unwetter keine Personen verletzt. Der Gesamtsachschaden kann noch nicht beziffert werden, geht aber in die Millionenhöhe. Auch am heutigen Samstag werden noch weitere Einsätze abzuarbeiten sein.

 

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