Schulsport am Schachbrett

Um mit Schach anzufangen, kann es kaum zu früh sein, sagt Steffan: Bereits im fünften Lebensjahr lernen viele der Kinder Schachspielen. Oft seien es die Eltern, Großeltern oder Bekannte, die den Kindern zeigen, wie man die einzelnen Figuren auf dem Feld bewegen kann. Seit etwa 20 Jahren werde Schach auch an Schulen angeboten. „Durch die Förderung des Schulschachs durch das Bildungsministerium wurde der Sport immer beliebter, weil nun auch die Trainer eine Vergütung dafür bekommen haben“, erklärt Steffan.

Sinnvolle Beschäftigung

Alleine im Landkreis Bayreuth gebe es etwa zwei Dutzend Schulen, an denen Schachkurse angeboten werden. Schach als Schulsport ist für Steffan nicht nur eine sinnvolle Beschäftigung, sondern geradezu wichtig für die Entwicklung der Kinder: „Gerade zappelige Kinder lernen durch das Schachspielen, lange still zu sitzen, Züge im Voraus zu durchdenken und auch sich über einen so langen Zeitraum zu konzentrieren.“

Er selbst spielt seit 1972 Schach. Angefangen hat er im Schulhort. Aus dem reinen Zeitvertreib wurde Sport: Nach kurzer Zeit trat er dem Schachverein im Erzgebirge bei Aue bei. Und blieb dem Hobby treu, als er im Mai 1989 in die Fränkische Schweiz zog. „Im Laufe der Jahre habe ich eine ordentliche Spielstärke bekommen, aber für eine deutsche Meisterschaft hat es nie gereicht“, erklärt er. Aus diesem Grund wechselte er vor einigen Jahren die Seiten, wurde vom aktiven Spieler zum Organisator von Turnieren.

Das Wort Schach leitet sich von „šāãh“ (Sprich: Schah), dem persischen Wort für König ab, daher auch die Bezeichnung „königliches Spiel“. Doch für Steffan ist Schach weit mehr als ein Sport der Eliten: „Schach ist für mich die fairste aller Sportarten, denn es zählt nicht das bessere Schuhwerk oder die optimalen Wetterverhältnisse, sondern die Leistung, die man auf den 64 Feldern bringt.“ Gerade die unter Umständen stundenlange Konzentration während einer Partie mache für ihn Schach so entspannend. „Es gibt Millionen verschiedene Spielzüge, die man im Kopf haben muss, aber deswegen habe ich auch noch nie eine Partie zweimal gespielt“, sagt er.  

Reibungsloser Ablauf

Die besten Schachspieler der einzelnen Schulen treten jährlich bei den bayerischen Schulschachmeisterschaften gegeneinander an. Dieses Jahr in Bindlach. Der Vorlauf in der Organisation war lang. Weil es in Oberfranken noch nie eine bayerische Schulschachmeisterschaft gab, kam Walter Rädler, der Schulschachreferent Bayerns, auf das Organisationsteam um Klaus Steffan zu. „Er fragte, ob wir nicht Lust hätten, eine auszurichten.“ Sie hatten Lust: Zum  65. Geburtstag der Schachabteilung des TSV Bindlach Aktionär kamen 70 Mannschaften mit über 500 Schach spielenden Schülern aus ganz Bayern. Drei Monate vor den Meisterschaften begannen die konkreten Planungen: „Wir mussten Sponsoren, Turnhallen, Catering und Schiedsrichter finden, um einen reibungslosen Ablauf gewähren zu können.“ Die Schiedsrichter reisten für die siebenstündigen Schulschachmeisterschaften nicht nur aus ganz Bayern, sondern auch aus Hannover und Leipzig an. Pro Wettkampfklasse spielten zehn Mannschaften jeder gegen jeden. Ihre Spielzeit betrug  zweimal zwanzig Minuten. „Da kann man sich selbst ausrechnen, wie lange die Kinder an dem Tag an den Schachbrettern saßen“, erklärt Steffan. Die Sieger qualifizierten sich für die deutschen Schulschachmeisterschaften. Ein Drittel der Titel ging an Teams aus der Region Tegernsee. „Dort arbeitet etwa ein halbes Dutzend hauptamtliche Schulschachtrainer“, erklärt Steffan.

Nicht bewertet

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