Schrottimmobilien verschandeln Bad Berneck

Privatbesitzer wie die Luxemburger Insolvenzverwalterin im Fall des Siemensheims kümmern sich nicht um ihre Schrottimmobilien, die Stadt Bad Berneck aber hat für den Abriss oder die Sanierung eigener Gebäude und den Kauf privater Immobilien kein Geld, sagt Bürgermeister Jürgen Zinnert (SPD). Allein der Abriss des alten Hallenbades würde nach seiner Schätzung locker einen sechsstelligen Betrag verschlingen.

Nur noch Schrott: Das frühere Siemens-Heim in Bad Berneck. Foto: Peter Rauscher

 

Problemimmobilien seien auch die ehemalige VR-Bank (die der Gemeinde gehört), sowie das alte Krankenhaus und das sanierungsbedürftige Kurhaus. Zu Hilfe kommen wollen ihrem Parteifreund und anderen Gemeinden mit ähnlichen Problemen die Landtagsabgeordneten Christoph Rabenstein (Bayreuth) und Klaus Adelt (Hof).

Landkreis Bayreuth geht leer aus

Seit Jahresbeginn unterstützt der Freistaat Bayern in seiner Förderoffensive Nordostbayern Städte und Gemeinden bei der Beseitigung von Leerständen in Orten, damit von Schrottimmobilien verschandelte Ortskerne aufgewertet werden. Kosten für Erwerb, Sanierung, Abbruch und Wiederaufbau übernimmt Bayern zu 90 Prozent.

Hier wurde auch Asbest verbaut: Das frühere Hallenbad in Bad Berneck müsste abgerissen werden. Foto: Peter Rauscher

 

Eine prima Maßnahme, loben Rabenstein und Adelt. Der Haken: In den Genuss der Förderung kommen in Oberfranken nur Kommunen in den Landkreisen Hof, Kronach, Wunsiedel, Kulmbach und in der Stadt Hof. Bad Berneck und andere Städte und Gemeinden im Landkreis Bayreuth gehen leer aus.

Wie sollen mehr Kurgäste kommen?

„Es ist nicht einzusehen, dass zum Beispiel das vergleichsweise wohlhabende Himmelkron im Programm drin ist, Bad Berneck, Warmensteinach und Fichtelberg aber nicht“, kritisiert Rabenstein. Vor einem Jahr schon hätten er und andere SPD-Landtagskollegen den Antrag gestellt, stark vom Bevölkerungsrückgang betroffene Kommunen im Landkreis Bayreuth in das Programm aufzunehmen. Die CSU–Mehrheit im Landtag habe das abgelehnt, sagt Rabenstein. „Wie sollen mehr Kurgäste in Orte wie Bad Berneck kommen, wenn vergammelte Gebäude das Ortsbild so stark beeinträchtigen?“, fragt Adelt.

Die SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt und Christoph Rabenstein mit Bad Bernecks Bürgermeister Jürgen Zinnert vor dem ehemaligen Jugendcafe Jenseits, das seit vielen Jahren leer steht. Foto: Peter Rauscher

 

Leer stehende große Gebäude wie die Stadthalle Gefrees „verschandeln die Innerorte“, sagt Rabenstein. Beide erneuern die Forderung, die genannten Orte in das Förderprogramm aufzunehmen. Und sie verlangen, das Förderprogramm von 40 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 50 Millionen Euro aufzustocken, da es bereits überzeichnet sei.

Ermutigt fühlen sie sich von den sprudelnden Steuereinnahmen im Freistaat und einer kürzlich im Bayreuther Kreistag mit CSU-Stimmen verabschiedeten Resolution mit ähnlicher Zielrichtung (wir berichteten). Rabenstein sagt: „Endlich ist auch der Landkreis aufgewacht.“

Nicht bewertet

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Kommentare

Bad Berneck kann nicht wirtschaften. Das zieht sich schon
seit Bgmst Albert CSU und durch alle Stadträte SPD/CSU
bis jetzt durch wie ein roter Faden. Keine vernünftige Organisation
Zviele Beschäftigte am falschen Platz und Schlendrian. usw
Ihr braucht einen Wirtschaftssanierer und keine Kredite.
Wenn die 3 Objekte das einzige Problem des "Kur"-Ortes wären und alles andere stimmen würde .........
Ich fordere hiermit alle kreativen Architekten auf, Minimalst-Kosten-Lösungen für die Immobilien zu entwickeln, um ihnen, statt sie abzureissen, einen neuen Nutzen zu geben… Dem Krankenhaus hat sich z.B. eine Studentengruppe der TU München angenommen… das muss doch auch für Schwimmbad/Kurhaus/JgdCafé möglich sein. Ein Wettbewerb muss her.
Ich fordere hiermit alle kreativen Architekten auf, Minimalst-Kosten-Lösungen für die Immobilien zu entwickeln, um ihnen, statt sie abzureissen, einen neuen Nutzen zu geben… Dem Krankenhaus hat sich z.B. eine Studentengruppe der TU München angenommen… das muss doch auch für Schwimmbad/Kurhaus/JgdCafé möglich sein. Ein Wettbewerb muss her.