Schöne Kleider für Frau Opernsängerin

icht selten wird auch in kleinen Ortschaften wie dem 120-Seelen-Dorf See Großes geleistet. Ein Beispiel dafür ist die freischaffende Künstlerin Ingrid Wachsmann, die nach Schneiderlehre in Mailand und Studium begann, für Modedesigner zu arbeiten, wie dem Japaner Yuca. Jetzt entwirft und fertigt sie für die weltberühmte Kammersängerin Ricarda Merbeth (Sopran) in ihrem Atelier hochwertige Kostüme.

Alte Kleider aufgemöbelt

Kennengelernt hat Ingrid Wachsmann die berühmte Sängerin im Festspielhaus Bayreuth. „Ich habe sie dort  vier Jahre lang betreut. Sie wollte ein neues Kleid von mir, und zwei Kleider, die ihr zu langweilig waren, sollte ich etwas aufmöbeln. Sie ist dann zu mir zur Anprobe gekommen. Und dann durfte ich auch noch komplett ein neues Kleid nähen, das ihr wunderbar gefallen hat.“ Ingrid Wachsmann hatte eigens einen neuen Schnitt für Ricarda Merbeth entwickelt. Als Kammersängerin hat man zwar eine ganz normale Figur, aber beim Singen kommt es vor allem auf Bauchatmung an, und deshalb mussten hier spezielle Nahtführungen her.

Sängerin ist begeistert

 Die Kammersängerin war mit der Arbeit der Kostümbildnerin Ingrid Wachsmann so zufrieden, dass ein Auftrag für drei Kleider und einen Mantel folgte. „Das Hervorragende in unserer Zusammenarbeit ist, dass ich die Stoffe ausgewählt und Modelle entwickelt habe, ohne dies mit Ricarda Merbeth explizit abgesprochen zu haben. Ich hatte ihr dann die kompletten Kleider am letzten Sonntag zur Anprobe überlassen und sie war begeistert. Wir hatten zwischendurch nichts abgesprochen. Sie hat zu mir gesagt, dass sie sich in den konzertanten Kleidern wie eine Königin fühle.“

Kreative Entwürfe

Ingrid Wachsmann hat damit für sich ein neues Tätigkeitsfeld eröffnet, das sie total erfüllt: „Dass sich diese Entwicklung so schnell ergeben hat, beruht auch auf den räumlichen Möglichkeiten, die ich in See gefunden habe.“ Der Entwurf und die Entwicklung der Kleider  bedürfe viel mehr Zeit als nachher die Ausarbeitung. Voraussetzung,  um ein gutes Kleid zu entwickeln und auszuarbeiten, sei, dass ein „guter Draht“ zwischen der Auftraggeberin, in dem Fall der Kammersängerin, und der Kostümbildnerin bestehe. Ingrid Wachsmann hat die Kammersängerin mit ihren kreativen Entwürfen vom ersten Augenblick an überzeugt.

Nähen ist wie Radfahren

So nebenbei hat sich Ingrid Wachsmann noch ein weiteres Standbein geschaffen. Sie ist für die frühere Thurnauerin Lina Andrea Dippel tätig, die seit April 2012 auf der Schwäbischen Alb lebt, und für die Modellentwicklung und den Entwurf ihrer Arbeiten zuständig.  Dippel hat in Münsingen  in einem der ältesten Fachwerkhäuser der Stadt ihre Werkstatt wiedereröffnet. Demnächst wird Dippel in der Zeitschrift „Landlust“ vertreten sein, eine Lebensstil-Publikumszeitschrift aus dem Segment der Wohn-, Garten- sowie Koch-Magazine.  Ingrid Wachsmann: „Ich habe seit über 20 Jahren nicht mehr genäht, aber es ist wie Fahrrad fahren. Ich muss mir jetzt erst einmal einen Namen verdienen, damit ich für meine Kunstwerke auch einen entsprechenden Preis verlangen kann.“

Nicht bewertet

Anzeige