Schnelles Internet trödelt

Inge und Peter Brütting arbeiten zeitweise von Zuhause aus. Sie ist im Risikomanagement bei der Nürnberger Versicherung tätig, er bei der Datev. Beide müssen große Datenmengen verschicken, was sich zurzeit schwierig gestaltet. Peter Brütting erzählt, dass Bürgermeister Edmund Pirkelmann im vergangenen Jahr zu Besuch kam, nachdem die beiden nach Nankendorf gezogen waren. Pirkelmann teilte ihnen mit, dass Nankendorf wohl bis Mitte 2017 schnelles Internet mit einer Bandbreite bis 30 Megabit hat.

Nicht für Ausbau vorgesehen

„Im September kam die Nachricht, dass Mitte Oktober schnelles Internet zur Verfügung stünde“, sagt Peter Brütting. Oktober und November verstrichen, „im Mitteilungsblatt haben wir gesehen, dass der Zeitraum für die Umstellung sich schon auf Mitte bis Ende Dezember verschoben hat“. Vor einigen Tagen rief Brütting dann bei der Kundenhotline der Telekom an. Die Antwort: Nankendorf ist nicht für den Ausbau vorgesehen. Dann kam am 6. Dezember eine Mail der Telekom, in der es heißt: „Magenta Zuhause M ist an ihrem Standort nicht möglich.“ Einen Tag später kontaktierte das Ehepaar Bürgermeister Pirkelmann.

Termin hat sich verschoben

Der Rathauschef weiß, wie es zu der Verzögerung gekommen ist. Wegen der Nutzung von Leerrohren der Juragruppe und zu schließenden Verträgen habe sich der Termin von Februar auf Mitte des Jahres verschoben. Aus Juni wurde September als Fertigstellungsmonat, aus September dann Oktober und schließlich Dezember. „Das war bedingt durch die Baufirmen, die nicht immer gewissenhaft und zügig gearbeitet haben“, sagt Pirkelmann. Auch die unterschiedliche Beschaffenheit des Bodens sei ein Problem gewesen. In den ersten Monaten habe die Stadt noch Verständnis gehabt, „weil momentan der Kabelbau nicht nur in Waischenfeld, sondern im ganzen Land stattfindet“.

Finale Teerarbeiten durchgeführt

Die Stadt habe aber kein Verständnis dafür, dass die Baufirmen vor Ort nicht ständig überwacht werden und ein Loch aufgegraben, bevor ein anderes geschlossen wird. Manches Loch sei über ein Vierteljahr offen gewesen. Erst vergangene Woche seien die letzten Löcher zugemacht und finale Teerarbeiten durchgeführt worden. Die Stadt sei lediglich „Gelddurchleiter“, auf die Baufirmen könne sie keinen Einfluss nehmen, da die Telekom Auftraggeber sei. Pirkelmann habe in den Vertrag mit der Telekom eine Vertragsstrafe einbinden wollen, falls es zu Verzögerungen komme, „aber unter diesen Bedingungen wollte die Telekom den Vertrag nicht abschließen“.

Daniel Roppelt, Leiter Projektierung, Planung und Baubegleitung bei der Telekom, sagt, dass die E-Mail-Antwort der Telekom knapp ausgefallen sei. „Die Kollegen haben, je nachdem, wo die Anfrage landet, mehr oder weniger Einsicht in die Systeme.“ Solange die Technik noch nicht freigeben sei, sähen die Mitarbeiter im Kundenservice nur die voraussichtliche Freischaltung. „Das war wohl beim Fall Brütting der Punkt.“

Projekt zieht sich schon lange

Die Rückmeldung sei gewesen, dass es den Anschluss in Nankendorf nicht gebe. Was zurzeit ja auch noch der Fall sei. „Das Projekt zieht sich jetzt schon lange, deshalb wird der ein oder andere etwas ungeduldig“, so Daniel Roppelt. Er macht andere Baumaßnahmen für die Verzögerungen verantwortlich. Zum Beispiel in Eichenbirkig, wo die Juragruppe parallel Leitungen baute und Leerrohre für den Breitbandausbau gleich mitverlegt wurden. Die Freischaltung erfolge nicht Standort für Standort, sondern komplett. „Man hätte vielleicht alles ein bisschen geschickter kommunizieren können in Abstimmung mit der Stadt, dann wäre der Unmut nicht so groß gewesen.“

Roppelt macht die Zusage: Bis Ende des Jahres wird in allen Orten aus Teilabschnitt eins, darunter Waischenfeld, Nankendorf, Eichenbirkig und Breitenlesau, schnelles Internet zur Verfügung stehen.

Keine weißen Flecken mehr

Der zweite Teilabschnitt des Breitbandausbaus in Waischenfeld soll laut Bürgermeister Edmund Pirkelmann bis Ende des ersten Halbjahres 2018 abgeschlossen sein. So stehe es im Vertrag mit der Telekom. „Wir haben danach keine weißen Flecken mehr in der Gemeinde“, so Pirkelmann. Er hält Mitte 2018 für realistisch. Die Hauptproblematik sei die Leitungsverlegung von Waischenfeld in die Ortsteile gewesen. „Das sind im zweiten Abschnitt keine großen Kilometerstrecken mehr.“ Zum zweiten Teilabschnitt gehören zum Beispiel Siegritzberg, Neusig und Seelig.

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