Schlüsselspiel für Haspo-Damen

Haspo-Trainer Thomas Hankel stellt aber klar, dass diese Voraussetzung nicht nur in diesem Fall gilt: „Wir haben jetzt noch neun Endspiele.“ Damit spielt er auf die Ausgeglichenheit der Liga an, die durch die besondere Konstellation mit zwei Bundesliga-Reserven verstärkt wird. So besiegte die Reserve des HC Leipzig in der WM-Pause mit tatkräftiger Bundesliga-Unterstützung die Aufstiegskandidaten Fritzlar und Marienberg, um dann aber in „Normalbesetzung“ gegen die Schlusslichter Halle und Osterode zu verlieren. Nachdem zuletzt auch noch HSG Blomberg-Lippe II beim Tabellenführer Altlandsberg gewonnen hat, beträgt der Abstand zwischen Spitze und Ende der Liga derzeit lediglich sieben Punkte. Spätestens ab Platz drei, der nur drei Zähler vor den Abstiegsrängen liegt, beginnt der Abstiegskampf. „Eigentlich ab Platz fünf“, korrigiert Hankel, denn dass Blomberg (3.) und Leipzig (4.) ihre Reserven tatenlos absteigen lassen würden, sei nicht zu erwarten.

Verstärkung mit Europacup-Erfahrung

Unter diesen Voraussetzungen kann jeder Zähler in der Endabrechnung äußerst wertvoll sein. Das gilt umso mehr im Duell mit dem punktgleichen Verfolger, der aktuell den ersten Abstiegsplatz belegt. Im Hinspiel nahm Haspo in Osterode trotz durchwachsener Leistung immerhin einen Punkt mit, doch inzwischen sind die Karten neu gemischt. Bereits während der Vorrunde hat der Verein aus dem Harz reagiert und mit der europacuperfahrenen Mazedonierin Milica Vlahovic eine starke Rückraumspielerin verpflichtet, die die beiden Slowakinnen Dominika Trdonova und Patricia Puskasova mehr als nur entlastet. Als das bis zur Winterpause noch nicht reichte, um den Tabellenkeller zu verlassen, wurde auch noch die tschechische Torhüterin Anezka Zuzankova geholt, die im Vorjahr mit der SG Kirchhof in die 2. Liga aufgestiegen war.

Von solchen Möglichkeiten will man bei Haspo nicht einmal träumen. „Wir sind stolz darauf, mit einer reinen Amateurmannschaft hier auf Augenhöhe mitzuspielen“, betont Hankel. Noch schwerer wird es sicher durch den Ausfall der Leistungsträgerinnen Kim Koppold (beruflich verhindert) und Loraine Hellriegel (Rückenbeschwerden), aber das lasse niemand als Ausrede gelten: „Die Mannschaft hat in den letzten Jahren schon wiederholt gezeigt, dass sie in solchen Situationen noch einmal zusätzliche Reserven mobilisieren kann.“

Nicht bewertet

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