Schlosspark-Schwan von Hund getötet

Gefunden wurde der Schwan von einem Spaziergänger, der nach eigenen Angaben jeden Morgen im Park von Schloss Fantaisie spazieren geht. Der Eckersdorfer beobachtete am Dienstagmorgen zuerst nur, dass es einem der beiden Schwäne nicht gut geht. Am Nachmittag, so schildert er es dem Kurier, war er dann noch einmal da. Da erst bemerkte der Mann, dass das Tier offenbar noch schlimmer angeschlagen ist als zuerst vermutet. "Ich konnte mir den schwer verletzten Schwan nicht länger anschauen", sagt der Eckersdorfer, der nicht namentlich genannt werden möchte. Er verständigte die Tierrettung Bayreuth.

Fünf Bisswunden, zwei davon am Hals

Um 16.18 Uhr klingelte das Telefon von Tierretter Gerhard Schoberth, der sich sofort auf den Weg nach Eckersdorf machte. Eine Viertelstunde später war er im Schlosspark und sah den Schwan. "Das Tier war total apathisch", sagt er noch immer bestürzt von dem Anblick. Normalerweise wehre sich ein Schwan massiv beim Versuch, ihn einzufangen. Nicht so der schwarze Schlosspark-Schwan. Er ließ sich ohne jegliche Gegenwehr einsammeln.

"Ich habe ihn gleich zum Tierarzt gebracht", berichtet Schoberth. Insgesamt fünf Bisswunden diagnostizierte der Bayreuther Tiermediziner Helmut Zartner. Zwei davon am Hals. "Ein Halswirbel war schwer verletzt", sagt Schoberth. Der Schwan konnte den Kopf kaum noch bewegen. "Das war ein Hundebiss, wie ich ihn leider bei Wildtieren oft sehe", sagt Helmut Zartner. Er ärgert sich über achtlose Hundebesitzer, die ihre Begleiter nicht im Griff haben und sie trotzdem laufen lassen.

Das Schicksal des anmutigen Tieres war besiegelt

Zartner versuchte, den Schwan noch zu retten. Aber das Schicksal des anmutigen Tieres war besiegelt. Am Dienstagabend starb der Schwan an seinen schweren Verletzungen. "Das ist das Ergebnis der Unvernunft und Überheblichkeit der Menschen, die immer nur an sich denken", ärgert sich Zartner. "Ich mache das seit 40 Jahren. Ich weiß, wovon ich rede." Immer wieder landen auf dem Behandlungstisch von Helmut Zartner Wildtiere, die von Hunden angefallen wurden. Hunde, die frei laufen, obwohl ihre Besitzer sie nicht unter Kontrolle haben.

Gerhard Schoberth von der Tierrettung hat sich zuerst um die letztlich erfolglose Rettung des Schwanes bemüht. Die Polizei hat er noch nicht eingeschaltet. Ohne Augenzeugen verspricht er sich auch kaum etwas von einer Anzeige gegen Unbekannt. Von Hund und Halter fehlt offenbar jede Spur.

Schilder weisen auf die Leinenpflicht für Hunde hin

Aber Augenzeugen und damit einen Ermittlungsansatz gibt es vielleicht. Der Spaziergänger, der den Schwan gefunden hat, sagt, dass möglicherweise Parkmitarbeiter die Hundeattacke beobachtet haben. Er habe mit ihnen gesprochen. Die Bayerische Schlösserverwaltung in München, die für den Schlosspark in Eckersdorf zuständig ist, weiß von dem toten Schwan. Auf Kurier-Anfrage heißt es dort, dass man derzeit alle vorhandenen Informationen zusammentrage. Eine Sprecherin bittet um Verständnis, dass sie sich vorab noch nicht zu dem Vorfall äußern könne.

Es war wohl absehbar, dass irgendwann im Schlosspark etwas passiert. "Ich sehe hier jeden Tag Menschen, die ihre Hunde nicht im Griff haben", sagt der Eckersdorfer Spaziergänger, der selbst einen Hund hat. Oft seien schlecht ausgebildete Hunde ohne Leine unterwegs. Und das, obwohl im Park an mehreren Stellen Schilder auf die Leinenpflicht hinweisen. "Viele Hunde kennen die Schwäne und gehen gar nicht erst hin", sagt der Mann. Dieser eine Hund hatte die natürliche Zurückhaltung offenbar nicht.

Verlässt das einsame Schwanen-Weibchen nun den Schlosspark?

Es war ein Brutpaar, das auf dem Teich im Schlosspark lebte. Das tote Tier war nach Angaben von Tierarzt Zartner das Männchen. Tierretter Gerhard Schoberth sagt: "Das ist einfach tragisch. Der Schwan war schon lange da und gehörte einfach zum Park dazu." Nach Expertenangaben bilden Schwäne in der Regel lebenslang ein Paar.

Jetzt ist nur noch das Weibchen da. Es hat angeblich schon ein paar Runden über dem Park gedreht. Wenn das Schwanen-Weibchen nicht bald wieder einen Partner bekommt, könnte es den Schlosspark verlassen und sich anderswo einen neuen Gefährten suchen.

3 (2 Stimmen)

Anzeige

Kommentare

Leinenzwang! Nicht nur in diesem Park ist das vielen Hundehaltern egal.
Und ... selbst in Fantaisie beobachtet: Parkmitarbeiter unternehmen nichts gegen freilaufende Vierbeiner. Sprechen den Hundebesitzer (tagsüber meist Frauen) nicht darauf an. Man ist ja teilweise gut miteinander bekannt.
...und leider werden häufig gerade DIE Hundebesitzer, die ihre Hunde frei laufen lassen, wenn man sie darauf anspricht, frech, und sind uneinsichtig! Damit konterkarieren sie dummerweise das Verhalten vieler Hundehalter, die sich verantwortungsvoll verhalten!
Leinenzwang schön und gut - aber leider wird es ja nicht kontrolliert oder gar sanktioniert, wenn jemand dagegen verstößt.
Leinenzwang sofort in diesem Park! Widerlich! Hoffentlich wird der Hund eingeschläfert und das Herrchen ordentlich bestraft!
"Mein Hund brauche ich nicht anzuleinen, der hört auf mich und macht sowas nicht!"
Wenn's so ist, schön
aber leider gibt's auch Hunde, da macht der / die Hundeführer/in was im der Hund vorgibt
In den Parks der Bayerischen Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, zu der auch Fantasie gehört, und in den Parks des Stadtgartenamts gilt Leinenzwang. In den städtischen Parks darf die Leine sogar hächstens 1,30 Meter lang sein.
Wenn selbst die Gemeinderatsmitglieder ihre Hunde ohne Leine laufen lassen, warum soll dann ein Normlabürger das anders machen!!!!!! Soviel zum Thema Vorbildfunktion .
Es ist schlimm, wenn ein Schwan wahrscheinlich von einem Hund schwer verletzt wird. Mich wundert nur, dass sich so viele Kommentatoren ereifern, wenn man weiß, wie viele Gänse und Hühner qualvoll in Massenzuchtanlagen verenden. Irgendwie fehlt mir dafür die Einsicht.