Scherl Bayreuths Sportlerin des Jahres

„Ich war mir sicher, dass Florian Vogel erneut Sportler des Jahres wird“, sagte Scherl. Der Schwimmer habe bei Olympia 2016 „tolle Leistungen“ gezeigt. Doch dann begann der Vorsitzende des Sportkuratoriums, Prof. Markus Kurscheidt, bei seiner Laudatio das bestgehütete Geheimnis des Abends zu lüften. Der neue Preisträger habe erst im Alter von 21 Jahren mit dem Leistungssport angefangen. Vogel war da schon raus, er ist erst vergangenes Jahr erst 22 geworden. Aber Scherl wusste, dass es um ihre Karriere geht. Sie schaute etwas verwundert, grinste und nahm schließlich mit einem breiten Lächeln im Gesicht die Trophäe in Empfang. „Das ist unglaublich, ich bin völlig fasziniert von dem was gerade passiert“, sagte Scherl. „Ich wohne ja erst seit vier Jahren in Bayreuth und jetzt bin ich hier Sportlerin des Jahres. Das ist wirklich ein toller Abschluss des vergangenen Jahres.“

2016 kam der große Durchbruch

2016 gelang der gebürtigen Ambergerin der große Durchbruch. Beim Marathon in Hamburg lief sie auf den dritten Platz, verbesserte dabei ihre persönliche Bestzeit um fast neun Minuten und lief die achtbeste je von einer Deutschen gelaufenen Marathonzeit – die Olympia-Qualifikation war perfekt. In Rio de Janeiro lief sie nach 2:37:23 Stunden als mit großem Abstand beste Deutsche ins Ziel. Als 44. holte sich unter  157 Teilnehmerinnen einen Platz im vorderen Drittel. Ihre Erfolge sind aus einem weiteren Grund besonders: Scherl misst sich zwar mit Profilsportlerinnen, sie selbst sieht den Sport aber als Hobby. Schließlich arbeitet die „schnellste Freizeitläuferin Deutschlands“ 40 Stunden in der Woche als Softwareentwicklerin.

Und das wird sich auch nicht ändern, Ambitionen auf eine Profi-Laufbahn hat Scherl nicht. Sportliche Ziele hat sie aber schon: In den kommenden Monaten steht wieder viel Training auf dem Programm, im Herbst folgen Marathonläufe. 2018 soll dann der nächste Höhepunkt folgen: Die Teilnahme an der Europameisterschaft in Berlin. Aber zuvor bewies die Marathonläuferin auch Ausdauer beim Feiern. Den Ball des Sports verließ sie erst gegen 3 Uhr nachts: „Es war einfach ein tolle Veranstaltung. Ich hatte richtig viel Spaß.“

Schwimm-Ass Florian Vogel hatte viel Spaß

Spaß hatte auch Florian Vogel. Er musste zwar auf Tanzeinlagen verzichten, da er wegen eines Kreuzbandrisses noch an Krücken gehen muss, doch er durfte das deutsche Schwimm-Idol schlechthin kennenlernen: „Michael Groß ist schon ein cooler Typ und allein schon wegen seiner Erfolge ein Vorbild.“ Mit dem dreimaligen Olympiasieger und Stargast des Balls tauschte sich Vogel über den Schwimmsport in den 80ern und heute aus. „Wir sind uns einig, dass es im Schwimmsport in Deutschland aktuell einiges zu verbessern gibt“, sagte Vogel, ohne Details von seinem Gespräch mit Groß preiszugeben.

Auskunftsfreudiger war der mittlerweile 52-jährige „Albatros“ im Gespräch mit Ball-Moderator Christian Höreth. Er erzählte von früheren Besuchen in Bayreuth, von Flügen ins damals „etwas ab vom Schuss liegende Oberfranken“, die einer Odyssee glichen, und seinen Erfolgen im Sport. Gab aber auch jedem Sportler den Tipp, die Erlebnisse aufzusaugen, die der Sport ermöglicht. „Wenn es nur nach Erfolgen gegangen wäre, dann hätte ich 1984 nach Olympia aufhören müssen, weil ich schon alles erreicht hatte“, sagte Groß. „Ich hatte aber erst bei meinem Karriereende 1992 das Gefühl, dass ich alles erlebt habe.“

Mitten in ihrer Sportlerkarriere sind noch die Eishockeyspieler des EHC Bayreuth. Für ihre überragende Saison 2015/16, die sie mit dem Aufstieg in die DEL2 krönten, erhielten sie die Auszeichnung als Mannschaft des Jahres. Die Wahl der Kurier-Leser und einer Jury war eindeutig zu Gunsten der Tigers ausgefallen. Platz zwei ging an die Basketballer von Medi Bayreuth. Da aber kein Vertreter des Bundesligisten anwesend war, nahmen Medi-Hallensprecher Christian Höreth und der ehrenamtlich für Medi als Zeitnehmer tätige Klaus Wolf die Ehrung entgegen. In voller Mannschaftsstärke präsentierte sich dagegen das drittplatzierte Team. Gleich nach ihrem Punktspiel in Dingolfing machten sich die Regionalliga-Volleyballerinnen der N.H. Young Volleys auf den Weg in die Oberfrankenhalle, um sich von den etwa 800 Besuchern feiern zu lassen.

Nicht bewertet

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