Schatzsucher entdecken Chiffriergerät

Die „Hitlermühle“ sieht auf den ersten Blick aus wie eine alte Feldschreibmaschine. Sie sollte kurz vor Kriegsende das Chiffriergerät Enigma ablösen, das im Zweiten Weltkrieg zur geheimen Übermittlung von Nachrichten verwendet wurde. Nur rund 500 Geräte seien im Einsatz gewesen.

Im Mai hatten zwei Schatzsucher in einem Waldstück mit ihren Metallsuchgeräten das historische Gerät aufgespürt, das in rund 40 Zentimetern Tiefe vergraben lag. „Dieses besondere Stück hat unserer Kryptografie-Sammlung noch gefehlt“, sagte Kuratorin Carola Dahlke.

Erst vor einigen Monaten hatte das Museum die Sammlung geschenkt bekommen, darunter auch ein wertvolles Exemplar der berühmten Enigma.

Das Oberkommando der Wehrmacht habe damals befürchtet, dass die Enigma ebenso wie die Lorenz nicht mehr sicher genug seien, erläuterte das Museum. Deshalb habe der Kryptologe Fritz Menzer zwischen 1939 und 1944 neue Geräte entwickelt, darunter die „Hitlermühle“, deren Verschlüsselungsalgorithmus deutlich sicherer war.

Allerdings wurden nur wenige Stücke hergestellt. Aus damaligen Dokumenten gehe hervor, dass vor allem die Abwehr - also der deutsche Geheimdienst - diese Maschine nutzte. Bei Kriegsende wurden die Chiffriergeräte oft gewaltsam zerstört oder in Gewässern versenkt.

Dass eines der Geräte einfach in einem Waldstück bei Aying vergraben wurde, ist aus Sicht von Kryptografie-Expertin Dahlke ein Glücksfall. „Ein solcher Bodenfund ist sehr selten.“

Sie will die Maschine so ausstellen, wie sie gefunden wurde - weil man ihr ansieht, dass sie 70 Jahre lang im Boden gelegen habe und sie dadurch eine Geschichte erzähle. Lediglich eine weitere Korrosion werde durch konservatorische Eingriffe verhindert.

dpa

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