Scharfe Auflagen für den Hundehalter

Gisela Rietschel, Leiterin des Ordnungsamts, war am Dienstag zusammen mit zwei Polizeihundeführern auf dem Grundstück. Sowohl die Hunde als auch die Haltung wurden dabei genau überprüft. Der Hundehalter wurde aufgefordert, die Tiere außerhalb des Grundstücks nur noch mit Leine und Maulkorb zu führen. Damit die Tiere nicht mehr ausbrechen können, soll ein weiterer Zaun im Grundstück errichtet werden. Auf den Halten kommen diverse Verfahren und ein Zwangsgeld zu. „Vierstellig kann das schon werden“, sagte Gisela Rietschel.

Nicht aggressiv verhalten

Die Beamtin machte deutlich, dass es sich bei den Hunden offenbar nicht um besonders aggressive Exemplare handle. Sie hätten einen positiven Wesenstest absolviert, wie das für Kampfhunde der Kategorie 2, zu denen Rottweiler zählen, vorgeschrieben ist. Der muss nun nach dem Biss nochmals vor einem Gutachter abgelegt werden. Die erste Einschätzung der Polizisten habe gestern jedenfalls ergeben, dass sich die Hunde selbst bei diversen Tests nicht auffällig oder aggressiv verhalten hätten, bestätigte Gisela Rietschel. Die zusätzlichen Auflagen seien aber dennoch nötig, um die Situation zu bereinigen. „Wenn ein Kind betroffen ist, müssen wir einen solchen Vorfall sehr ernst nehmen.“

Martialischer Eindruck

Die Leiterin des Ordnungsamts berichtet, dass die beiden Hundeführer der Polizei verschiedene Situationen getestet hätten. Unter anderem hätten die Hundeführer ihre eigenen Tiere an den Rottweilern vorbeigeführt, es wurden Situationen am Zaun getestet. Die Hunde bellen, wenn jemand vorbeiläuft, berichtet Gisela Rietschel. „Das mag durchaus bedrohlich klingen.“ Rottweiler sind große Hunde, machen einen martialischen Eindruck, wenn sie auf jemanden zugehen. Die Halter des Hundes seien sehr zugänglich und verständnisvoll, berichtet die Leiterin des Ordnungsamts, die seit Samstag schon mehrfach mit den Haltern in Kontakt gewesen ist. Die Hunde seien bereits mehrfach aus dem Grundstück ausgebüxt, bestätigt sie und weist darauf hin, dass nach Beschwerden immer reagiert worden sei. Das Tor, durch das die beiden Hunde am Samstag ausgerissen waren, als das Kind vorüberging, sei versehentlich offen gewesen. Die Polizei hatte bereits ermittelt, dass die Hunde hinter dem Kind hergelaufen sind. Als der Neunjährige seinerseits davonlief, sei er in den Arm gebissen worden. Dabei stürzte der Bub und zog sich eine stark blutende Platzwunde am Kopf zu. Die Hunde ließen offenbar sofort ab, als unmittelbar der Halter dazukam. Das Kind wurde, wie berichtet, mit dem Rettungsdienst in die Kinderklinik nach Bayreuth gebracht. Dort wird das Kind derzeit noch stationär behandelt.

„Wir wollten uns vor Ort ein eigenes Bild machen. Deswegen haben wir unsere Hundeführer hingeschickt“, sagt Alexander Horn, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Kulmbach.

Nicht bewertet

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Kommentare

Das klingt ja alles schön;
aber einmal ein Kind angefallen, dann machen die Tiere das bei der nächsten sich ergebenden Gelegenheit wieder .....