Schadstoffgehalt deutlich angestiegen

Das Landratsamt Amberg-Sulubach koordiniert die Maßnahmen und hat deshalb schnell reagiert. Momentan werde diese Grundwassermessstelle P3 an die Sanierungsanlage angeschlossen, erklärte Pressesprecherin Christine Hollederer. „Die Schadstoffgehalte an P3 verglichen zu den Werten vor der Sanierung sind deutlich angestiegen und bewegen sich aktuell relativ konstant in einem Bereich zwischen 500 und 1500 Mikrogramm pro Liter.“ Der ergiebige Abstrompegel P3 wird deshalb ab sofort in die Sanierung einbezogen.

Regelmäßige Kontrollen

Um dies möglich zu machen, musste eine Pumpleitung von der Messstelle aus zur Stripanlage verlegt werden. Dazu wurde der Gehweg zwischen den Anwesen Waldmann und Rupprecht aufgemacht, die entsprechende Leitung eingezogen und danach wieder gepflastert. Entdeckt wurden die erhöhten Werte in P3 bei einer der regelmäßigen Kontrollen. Wie die Sprecherin des Landratsamtes mitteilte, werden die drei Sanierungspegel der Bodenluftabsaugung und die fünf Grundwassersanierungspegel aktuell alle zwei Monate beprobt und durch fachkundiges Personal überwacht.

Bodenluft und Grundwasser

Dieser Zeitraum wird künftig ausgeweitet und die Beprobung soll nur mehr vierteljährlich erfolgen. Die Schadstoffkonzentration ist inzwischen leicht rückläufig. Dennoch müssen Bodenluft und Grundwasser noch lange saniert werden. „Eine Abschätzung ist nur sehr schwer möglich, wir gehen aber noch von einigen Jahren aus“, macht Christine Hollederer deutlich. Die Grundwasserentnahme sei so eingestellt, dass der gesamte kontaminierte Bereich erfasst und damit gesichert ist. Unbelastetes Grundwasser aus der näheren Umgebung werde nur erfasst, soweit es sich nicht verhindern lässt.

1,6 Millionen Euro

Seit dem Beginn der Sanierung wurden durch den Landkreis Amberg-Sulzbach rund 1,6 Millionen Euro aufgewendet. Seit 2009 unterstützt die Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern mbH (GAB) das Projekt mit einem Anteil von 75 Prozent. Grund für die Sanierungsmaßnahmen ist die Verunreinigung des Untergrunds mit Rückständen aus einer früheren chemischen Reinigung, die neben der Bulag im Betriebsgebäude an der Bahnhofstraße angesiedelt war. Seit 2005 wurden auf dem früheren Firmengelände und in den angrenzenden Straßen Bohrungen gesetzt, um dort regelmäßig das Grundwasser untersuchen zu können.

Erkundungsmaßnahmen

Vor zwei Jahren wurden die Maßnahmen des Landratsamtes Amberg-Sulzbach zur Sanierung der Untergrundverunreinigung um eine Anlage zur Sanierung des Grundwassers erweitert. Diese wurde im Juli 2015 offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Nach umfangreichen Erkundungsmaßnahmen zur Abgrenzung der Untergrundverunreinigung wird durch das Landratsamt schon seit dem Jahr 2009 auf dem Gelände eine Anlage zur Sanierung der Bodenluft betrieben, um einer weiteren Schadstoffverfrachtung in tiefere Bodenschichten entgegenzuwirken. Im Zuge der Erkundungsmaßnahmen wurde allerdings neben der schon länger bekannten Bodenverunreinigung auch eine Belastung des Grundwassers festgestellt, das seit Sommer 2015 mit Hilfe einer Strippanlage gereinigt wird.

Leichtflüchtige Lösemittel

Das belastete Wasser wird dazu aus einem Brunnen entnommen und zum Kopf der Anlage gepumpt. Die leichtflüchtigen Lösemittel gehen vom Wasser in die Luft über, das heißt sie werden "ausgestrippt" oder "desorbiert" und nach oben ausgetragen. Die Abluft verlässt die Strippanlage am Kopf und wird nachgereinigt, wobei Tropfenabscheider die Wassertropfen zurückhalten. Die Grundwassersanierungsanlage wurde auf dem Gelände der Polizeiinspektion Auerbach, das unmittelbar an die früheren Fabrikgebäude angrenzt, errichtet. Acht Grundwasserpegel wurden über eine neue Druckleitung an die Sanierungsanlage angeschlossen. Zudem wurde eine Druckleitung zum Ableiten des gereinigten Grundwassers zum Regenwasserkanal im rund 450 Meter entfernten Neumühlweg gebaut. Die Überwachung der Anlage und des Sanierungsverlaufes erfolgt durch ein Planungsbüro aus Sulzbach-Rosenberg.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06