Saturn schmückt den Himmel

Jupiter, der in den letzten Monaten mit seinem Glanz den Abendhimmel beherrschte, kann im September noch in der ersten Monatshälfte in der fortgeschrittenen Abenddämmerung gesehen werden. Im Fernglas erkennt man die vier großen Monde des Riesenplaneten am Westhimmel knapp über dem Horizont.

Noch zahlreiche kleinere Monde umrunden Jupiter. Im Juni dieses Jahres wurden zwei weitere winzige Möndchen von knapp zwei Kilometern Durchmesser entdeckt. Damit steigt die Zahl bekannter Jupitertrabanten auf 69, wobei die beiden winzigen Monde auf langgestreckten und zur Jupiterbahn stark geneigten Bahnen laufen. Da sie den Riesenplaneten retrograd umkreisen, also entgegengesetzt dem allgemeinen Umlaufsinn im Sonnensystem, ist davon auszugehen, dass sie einst von Jupiter eingefangen wurden.

Roter Überriese

Schönstes Himmelsobjekt am Abendhimmel ist zweifellos der ringgeschmückte Planet Saturn. Er hält sich im Sternbild Schlangenträger auf, dessen Sterne so lichtschwach sind, dass sie am aufgehellten Nachthimmel kaum zu sehen sind. Leicht zu erkennen ist hingegen Antares, roter Überriesenstern im Skorpion. Saturn steht ein wenig nordöstlich von Antares. Bei 200-facher Vergrößerung sieht das derzeit weit geöffnete Ringsystem prächtig aus: Man blickt auf die Nordseite der Ringe und auf die Nordhalbkugel des Saturns.

Am 15. September soll die Raumsonde Cassini in einer geplanten Kamikaze-Mission in die dichte Saturn-Atmosphäre eindringen und verglühen. Cassini wurde im Oktober 1997 gestartet. Nach einer siebenjährigen Reise schwenkte sie Anfang Juli 2004 in eine Umlaufbahn ein und wurde zu einem künstlichen Satelliten des Saturns.

Die ursprünglich für vier Jahre geplante Mission wurde auf dreizehn Jahre ausgedehnt. Im Januar 2005 trennte sich die Raumsonde Huygens von Cassini und landete weich auf dem größten Saturnmond Titan, der von einer dichten Stickstoff- und Methanatmosphäre umgeben ist.

Venus spielt nach wie vor ihre Rolle als Morgenstern. Allerdings verkürzt sich ihre Sichtbarkeitsdauer. Geht sie Anfang September kurz nach halb vier Uhr morgens auf, erscheint sie am Monatsende erst kurz nach fünf Uhr am Osthorizont. Am 20. passiert Venus den Königsstern Regulus im Löwen eine Vollmondbreite nördlich.

Der Merkur schrumpft

Der flinke Merkur zeigt sich um die Monatsmitte ein zweites Mal in diesem Jahr am Morgenhimmel. Vom 12. bis 20. kann man ihn in der Morgendämmerung knapp über dem Osthorizont als gelblichen Lichtpunkt erspähen. Merkur ist mit 4878 Kilometer Durchmesser nur ein Drittel so groß wie die Erde. Er ist nicht nur der kleinste der acht Planeten unseres Sonnensystems, er wird auch immer kleiner. Pro eine Milliarde Jahre schrumpft sein Durchmesser um zwei Kilometer.

Um die Monatsmitte taucht endlich Mars wieder am Morgenhimmel auf. Damit ergibt sich eine nette Planetenparade frühmorgens am Osthimmel. Zu den drei Planeten Venus, Mars und Merkur gesellt sich am 18. die schmale Sichel des abnehmenden Mondes. Dabei bedeckt der Erdtrabant den Königsstern Regulus. Die Sternbedeckung ist von Afrika und Asien aus beobachtbar. In Mitteleuropa hingegen zieht der Mond knapp südlich an Regulus vorbei.

Am 16. wandert Merkur ganz knapp - nur drei Bogenminuten nördlich - an Mars vorbei. Im Jahr 2079 wird Merkur den Roten Planeten sogar bedecken.

Der bläuliche Neptun kommt am 5. im Sternbild Wassermann in Opposition zur Sonne. Er ist die gesamte Nacht über am Sternenhimmel vertreten. Neptun ist der sonnenfernste der großen Planeten. Er wandert in dreißigfacher Distanz der Entfernung von Erde und Sonne um das Zentralgestirn, wobei eine Umrundung 165 Jahre dauert. Wegen seiner großen Entfernung ist Neptun so lichtschwach, dass man ihn nur mit lichtstarken Ferngläsern oder Teleskopen sehen kann.

Der Planet wurde erst am 23. September 1846 in der Berliner Sternwarte entdeckt, nachdem man die Position des zunächst hypothetischen Planeten berechnet hatte. Vier Stunden und sieben Minuten ist das Licht von Neptun zur Erde unterwegs, um seine Oppositionsentfernung von 4329 Millionen Kilometern zurückzulegen.

Der Herbst naht

Vollmond wird am 6. um 9.03 Uhr im Sternbild Wassermann erreicht. Die Neumondposition nimmt der Erdtrabant am 20. um 7.30 Uhr ein. Am 13. passiert der Mond spät nachmittags seinen erdnächsten Bahnpunkt, wobei ihn 369.860 Kilometer von uns trennen. Mit 404.350 Kilometer Distanz hält er sich am 27. vormittags in Erdferne auf.

Noch beherrschen die Sommersternbilder den Abendhimmel. Allerdings hat sich das Sommerdreieck schon nach Westen verschoben. Deneb im Schwan steht nun fast im Zenit, während Wega in der Leier und Atair im Adler die Mittagslinie bereits überquert haben. Tief im Süden wandert der Steinbock durch den Meridian.

Vor über zweitausend Jahren erreichte die Sonne im Steinbock ihren Jahrestiefststand, der Winter begann. Noch heute spricht man daher vom „Wendekreis des Steinbocks“, obwohl der Winterpunkt bereits 120 vor Christus in den Schützen wechselte. Dem Steinbock folgt der Wassermann, der jetzt den Raum im Südosten einnimmt.

400 Milliarden Sonnen

Hoch im Osten erkennt man das Pegasusquadrat. Es wird auch Herbstviereck genannt, da der Pegasus das Leitsternbild des Herbstes ist. An das Herbstviereck schließt sich die Sternenkette der Andromeda an. In ihr sieht man in dunkler, klarer Nacht fernab irdischer Beleuchtung ein blasses Lichtfleckchen, unsere Nachbarmilchstraße, die Andromedagalaxie. Mehr als 400 Milliarden, also 400.000 Millionen Sonnen leuchten in einer Entfernung von fast drei Millionen Lichtjahren.

Die Sonne verlässt am 16. spät abends das Sternbild Löwe und wechselt in das Sternbild Jungfrau, in dem sie bis 31. Oktober verbleibt, da die Jungfrau ein recht ausgedehntes Sternbild ist. Am 22. September überschreitet die Sonne den Himmelsäquator um 22.02 Uhr in südlicher Richtung, der Herbst beginnt. An diesem Tag sind Tag- und Nachtbogen der Sonne gleich groß, die Tagundnachtgleiche tritt ein.

Da die Lufthülle der Erde durch Strahlenbrechung das Sonnenbild anhebt und außerdem Auf- und Untergang für den oberen Rand der Sonnenscheibe berechnet werden, tritt die eigentliche Tagundnachtgleiche erst drei Tage nach diesem sogenannten Herbstäquinoktium ein.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06