Sanierung der Burg Veldenstein wird teuer

Eine Visitenkarte für die Marktgemeinde an der Pegnitz ist die trutzige Anlage zurzeit nicht mehr. Dabei ist die 1269 erstmals als „novum castrum“ (das neue Haus) urkundlich erwähnte Burg „unser Wahrzeichen“, wie Bürgermeister Josef Springer stolz betont. Neben der Maximiliansgrotte bei Krottensee sei Burg Veldenstein eine der beiden touristischen Höhepunkte, die die Marktgemeinde zu bieten hat. Und deshalb soll laut Springer „das Wahrzeichen schon erhalten bleiben“. Man sei auf einem guten Weg, das Problem zu lösen.

Die Burg hat ein Wasserproblem

Er sei froh, dass der Freistaat Bayern die Generalsanierung in Kürze angehe, denn die Gemeinde wäre dazu finanziell nicht in der Lage. „Derzeit laufen die Ausführungsplanungen. Über den Baubeginn werden die Gemeinde und die Anwohner rechtzeitig informiert werden“, erklärt Dieter Knauer, Geschäftsführer von Immobilien Freistaat Bayern, auf Anfrage. Der Bürgermeister kennt die größten Baumängel: „Die Burg hat ein Wasserproblem.“ Die Kellerräume des 1670 als Getreidekasten erbauten, später neu als Herrenhaus errichteten Gebäudes sind feucht. Es ist das für künftige Pächter interessanteste Objekt; zuletzt wurde es als Hotel-Restaurant genutzt. Ebenfalls von Wasserschäden betroffen ist das Verwalterhaus. „Dort ist Schimmelbildung festgestellt worden“, sagt Springer.

Zugangswege werden saniert

Es soll eine Drainage gelegt und bestimmte Mauerteile und verschiedene Dachstühle statisch gesichert werden. Auch die Zugangswege im unteren Burgbereich werden saniert oder wiederhergestellt. Alle Arbeiten werden unter besonderer Beachtung des Natur- und Artenschutzes durchgeführt, etwa für Vogel- und Fledermausarten. Bei der künftigen Nutzung orientiert sich der Eigentümer, der Freistaat Bayern, an dem Jugendhotel auf der Nürnberger Burg.

Erfahrener Betreiber gesucht

Es wird bereits nach einem erfahrenen Betreiber gesucht, der für Gästehaus und Jugend- und Familientourismus die nötige Erfahrung mitbringt, so Markus Söder, als Minister zuständig für die bayerischen Finanzen, Landesentwicklung und Heimat. Experten einer erfahrenen Beratungsfirma haben das neue Nutzungskonzept für die Burg entwickelt. Bürgermeister Springer freut sich über diese Perspektive: „Wenn das realisiert würde, wäre das eine absolut gute Sache.“ Zur künftigen Nutzung der Burg wird derzeit ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt, ergänzt Knauer. Auch für die vielen Tagesausflügler, die Neuhaus besuchen, wäre die gastronomische Wiederbelebung der Burggastronomie eine deutliche Verbesserung.

Es muss etwas getan werden

Allerdings lädt das Bild, das die mächtige Anlage im Inneren bietet, zurzeit nicht gerade zum Verweilen ein. Die Natur hat sich schon Teile zurückerobert. Es muss dringend etwas getan werden, damit Burg Veldenstein nicht völlig verwildert. „Notwendige Grünpflegearbeiten werden nach Bedarf durchgeführt“, sagt Knauer. Nicht vergessen werden darf der bröckelnde Fels am Hang über der Plecher Straße. Dort sind im Mai 2013 etwa 300 Tonnen Fels und Teile der Burgmauer ins Tal gestürzt. Ein Felsbrocken traf ein Haus. Verletzt wurde niemand. Die Anwohner der Plecher Straße hatten anschließend Angst, dass weiteres Geröll herunterkracht. Der Hang im Bereich des Felssturzes im Jahr 2013 sowie eine weitere Felsnase über der Plecher Straße wurden mit Sicherungsnetzen überspannt.

Nicht bewertet

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