Sana-Mitarbeiter zeigen Rote Karte

Bei weitem nicht alle Mitarbeiter des privaten Krankenhausunternehmens sind in der Gewerkschaft Mitglied. Das hat mit der Historie des Hauses zu tun, sagt Verdi-Mann Peter Hippmann, der bei den Verhandlungen in der Tarifkommission sitzt. Rund 30 Prozent der 180 Sana-Beschäftigten in Pegnitz sind organisiert, „das liegt über dem Sana-Durchschnitt“. Dass die Zahl der Mitarbeiter, die bei der Aktion gestern Mittag die Rote Karte zeigten, überschaubar blieb, liege auch am hohen Krankheitsstand einer Station. Dennoch sei man mit der Resonanz sehr zufrieden, so Hippmann.

10.000 Beschäftigte

Die Rote-Karte-Aktion läuft am Montag und Dienstag in den meisten der 20 Häuser des Konzerns, bei dem etwa 10 000 Arbeitnehmer tätig sind. Am Donnerstag läuft in Berlin die dritte Verhandlungsrunde für einen neuen Manteltarifvertrag. Bisher hat der Konzern Lohnerhöhungen von jeweils einem Prozentpunkt zum 1. Januar 2017 und 1. Januar 2018 angeboten. Außerdem sollen die Stufen der Entgeltstabelle geändert werden, was im Einzelfall zu Lohnsteigerungen zwischen 1,28 und 2,5 Prozent führen würde.

Angebot eine Geringschätzung?

Ein Angebot, das die Beschäftigten als „Geringschätzung ihrer Arbeit“ ansehen, sagt Sylvia Bühler, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand. Denn: Die Konditionen des aktuellen Tarifvertrags liegen bis zu 475 Euro pro Monat unter denen des öffentlichen Dienstes, in der Krankenpflege bis zu 296 Euro – dieser Vertrag gilt für kommunal getragene Krankenhäuser. Verdi fordert sechs Prozent oder mindestens 150 Euro.

Warnstreik nicht ausgeschlossen

Wenn sich der Konzern am Donnerstag nicht bewegt? „Dann müssen wir uns über weitere Schritte unterhalten“, sagt Peter Hippmann. Dann sind auch Warnstreiks nicht ausgeschlossen. „Zu laufenden Tarifverhandlungen können wir uns nicht äußern. Es ist ihr gutes Recht, dass Mitarbeiter ihre Meinung kund tun“, hieß es auf Anfrage der Pegnitzer Sana-Geschäftsführung.

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