Saloon, Bütt, Tanz und ein Kamel

Janina I. und Kevin I. forderten vom Auerbacher Stadtrat etwas mehr „Action“. Und zwar auch dann, wenn man vom „Wigwam Rathaus“ in das „Millionengrab“ Goldner Löwe umgezogen ist. Gleich nach der Proklamation der närrischen Gesetze stieg die Faschingsgesellschaft in die „Action“ ein und zwar mit der ersten Überraschung: Die Lollipops – die jüngsten Tänzerinnen der Stadtgarde – machten die als Westernsaloon dekorierte Bühne zum Tollhaus. Als Indianer, Cowboys und Can-Can-Girls. Am Ende wirbelten 41 Mädchen über die Bühne und ernteten den ersten Riesenapplaus des Abends.

Rede aus dem Ärmel geschüttelt

Die zweite Überraschung bereitete ein Auerbacher Faschingsurgestein, das eigentlich ihren Abschied von der närrischen Bühne bereits erklärt hatte: Ellie Schübel schüttelte innerhalb von zwei Wochen eine politische Büttenrede aus dem Ärmel, nachdem der Platzhalter für diesen Programmpunkt, Christoph Kasseckert, in diesem Jahr den Beruf vor den Fasching stellen muss. Es gebe nichts zu lachen bei ihrer Rede, kündigte Schübel an. Die teils top-aktuellen Themen, wie Türkei, Europäische Union und Brexit, Trump und Putin seien nur mit Sarkasmus zu ertragen. So eindringlich politisch hat man Ellie Schübel jedenfalls noch nicht gehört: „Die Türen für Dummheit stehen weit offen.“

Die nächste Überraschung kam vom närrischen Nachwuchs: Isa Gnan und Johanna Schuster nahmen ihre erwachsenen Gönner und Förderer auf den Arm, erzählten vom Vater (Sitzungspräsident Daniel Schuster), der seine Aktiven in der Kirche engagiert und von „Seniorennummern“. Die beiden Zwölfjährigen kamen jedenfalls sehr gut an. Überraschend auch, wie Mandy Schmid und Josef Kreisl zum lieb gewonnenen Duo avanciert sind. Die Hochzeitsnacht, die sie auf der Bühne zeigten, wünscht man allerdings niemanden. Jedenfalls blieb das Ganze jugendfrei.

Langer Applaus vom Publikum

Die beiden älteren Garden sind zurzeit etwas ausgedünnt. Sowohl bei der Jugendgarde als auch bei der Aktivengarde tanzen in diesem Jahr nur jeweils zwölf Mädchen. Die Trainerinnen Julia Müller und Ines Schwemmer machten daraus aber das Beste und eine weitere Überraschung: Sie schickten beide Garden gemeinsam auf die Bühne. Und wählten dabei Musik und Choreografie so, dass man die Mädchen nur anhand ihrer unterschiedlichen Kostüme auseinanderhalten konnte. Das Publikum quittierte die Idee mit lang anhaltendem Applaus.

Einer, der jedes Jahr mit neuen Ideen überrascht, ist Martin Wagner. Ein Jahr lang hat er das Bauchreden geübt und vor allem das weibliche Publikum mit seinem Kamel Kalle regelrecht entzückt. Die Frage: „Wer oder was ist Kalle“, ist nun beantwortet.

Männerballett beschließt den Abend

Keine Überraschung: Karl Maier und Werner Müller taten genau das, womit man gerechnet hatte: Eine lustige Musiknummer mit dem Können von Maier am Klavier und dem tiefen Organ von Müller. Dieses Mal haben sie sich der klassischen Musik mit all ihren Fallstricken angenommen. So ganz ohne geplante und ungeplante Schwierigkeiten ging die Nummer nicht über die Bühne, dafür aber fast professionell. Das Männerballett beschloss den närrischen Überraschungsabend.

Nicht bewertet

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