Rosenau: Kommt der Wiederaufbau?

Sabine Steininger (Grüne) hat den Antrag gestellt: Sie will nicht nur Antworten auf Fragen haben, die nach ihren Worten auch von Bürgern an sie herangetragen wurden. Etwa warum es ein Fischsterben in Folge des Löscheinsatzes gab. Aber auch, "aufgrund welcher Umstände eine Gefährdung der Bevölkerung durch die toxische Rauchgaswolke ausgeschlossen werden konnte" - also warum die direkten Anwohner nicht evakuiert wurden, was an dem Brandabend lange Zeit im Raum stand.

Vorbildliche Koordination

Für Stadtdirektor Ulrich Pfeifer, Referent für Brand- und Katastrophenschutz, steht fest: Eine von Steininger geforderte Evaluation des Einsatzes habe stattgefunden. Sogar zwei Mal. Sowohl auf Führungsebene als auch mit den Einsatzleitern des Einsatzes, bei dem insgesamt rund 530 Kräfte aus Bayreuth und dem Landkreis mitgeholfen haben, den Brand einzudämmen und auf die Rosenau begrenzt zu halten. Wichtig sei die Bewertung von außerhalb, sagt Pfeifer: Der Ablauf des Einsatzes, das Zusammenspiel der örtlichen Einsatzleiter, habe "regional und überregional Beachtung gefunden und ist höchst gelobt worden", sagt Pfeifer. "Ablauf und Koordination der Rettungskräfte waren vorbildlich." Der Ausgang wegen der Organisation glimpflich. Was auch die Stadträte Stefan Specht (CSU), Ernst-Rüdiger Kettel (BG) und Thoams Bauske (SPD) unterstreichen. Dass wegen des Feuers, klassifiziert als Großbrand, der Katastrophenfall ausgelöst wurde, sei "absolut nachvollziehbar" gewesen - vor allem wegen der Organisation, die in diesem Fall auf den ortlichen Einsatzleiter Peter Maisel übergegangen war, sagt Pfeifer.

Schlecht zugänglich und Schwelbrand im Dach

Das große Problem bei dem Einsatz für die Feuerwehr skizziert Stadtbrandrat Ralph Herrmann: Der Brand in der Rosen war ein Schwelbrand in einem extrem schlecht zugänglichen Gebäude. "Mehrere Lagen Dachpappe", sagt Herrmann, hätten den Ausbruch des Feuers, das sich vom Saal ausgehend durch das Gebäude gefressen hat, nach oben verhindert. "Wir haben zwar Rettungssägen, aber bei so dicken Schichten verschmiert das Gerät." Es sei extrem schwer gewesen, das Feuer zu lokalisieren. Nicht zuletzt wegen der enormen Hitze, die sich im Dach entwickelt hatte.

Schaumeinsatz war wichtig

Dass die Feuerwehr Schaum eingesetzt hat, habe mehrere Gründe gehabt: Schaum sei nicht nur 40 bis 60 Prozent leichter als Wasser, was beim Einsatz mit 20 Kilo Zusatzausrüstung der Atemschutzträger wichtig war. Schaum habe eine "bessere Haftung auf dem Brandgut, eine sieben bis acht Mal bessere Löschwirkung und einen größeren Kühleffekt". Dass der Schaum in den Mühlbach floss, habe man gut eine Stunde nach Beginn des Einsatzes umgehend ans Umweltamt gemeldet, "auch das Wasserwirtschaftsamt war eingeschaltet", sagt Herrmann. Aber: Es sei nicht möglich gewesen, den Mühlbach abzusperren, "weil wir von dort auch unsere Löschwasserzufuhr hatten". Der Nachteil des Schaums: "Er geht - anders als Öl - durch jede Sperre durch." Deshalb musste in dem Fall Schutz der angrenzenden Gebäude, speziell des nur einen Meter von der Rosenau entfernten Hauses Wiegner 1872, vor Schutz des Gewässers gehen.

Luft verdünnte den Rauch, deshalb keine Evakuierung

Eine Erklärung, warum die Einsatzkräfte von einer Evakuierung speziell der benachbarten Gebäude in der Telemannstraße, die lange Zeit im Raum stand, abgesehen haben, liefert Einsatzleiter Peter Maisel: Die Wetterlage habe geholfen, weil "der Rauch, der bis Heinersreuth zog, schnell verdünnt wurde. Deshalb haben wir von einer Evakuierung schließlich Abstand genommen." Eine Bewertung der Inhaltsstoffe des Rauchs sei für die Feuerwehr nicht möglich, sagt Herrmann auf Nachfrage von Steininger: "Unsere Messgeräte sind Mehrfach-Messgeräte, die den Stickstoffgehalt, den Sauerstoffgehalt und die Explosionsgrenze messen können." Je höher die Durchsetzung der Luft mit Teilchen, desto höher die Schadstoffbelastung. Aber: Lediglich eine Taskforce aus München hätte messen können, was tatsächlich an toxischen Stoffen im Rauch war.

Brandschutt ist weg - Bauvoranfrage ist da

Wie Stadtdirektor Ulrich Pfeifer sagt, sei der Brandschutt auf dem Gelände der Rosenau, "für den der Eigentümer, nicht die Stadt zuständig ist", inzwischen entsorgt. "Eine Neubebauung wird sicher kommen, aber wir müssen abwarten, was der Eigentümer tun will".

Warten auf die Entscheidung der Gremien

Die Bauvoranfrage, sagt Peter Glenk von Artus-Ingenieure, der die Bauvoranfrage im Auftrag der Bayreuther Bierbrauerei AG vorbereitet hat, sei inzwischen an die Stadtverwaltung geschickt worden. Wie Glenk sagt, hätten "die drei maßgeblichen Nachbarn nicht unterschrieben". In Kürze gehe auch der Auftrag an ein Abbruchunternehmen, wesentliche Teile der Rosenauf abzubrechen: "Für Saal und das Zwischengebäude gibt es Abbruchauftrag", sagt Glenk auf Nachfrage unserer Zeitung. Das charakteristische Tor der Rosenau wolle man aufbewahren und für eine Neubebauung wieder einsetzen. Es bleibe nur die Kneipe stehen, der Hauptbau der Rosenau. "Der Abbruch wird noch im November erfolgen", sagt Glenk. "Dann warten wir ab." Abwarten bedeutet: Wie sich die Bauvoranfrage durch die Instanzen und die Gremien des Stadtrats bewegt.

Asbest und PAK

Der Brandschutt sei von einem Gutachter untersucht worden, bevor der lose Schutt abtransportiert worden sei. Es hätten sich neben Asbest "in geringen Mengen" viele Stoffe darin befunden, die aus Baustoffen bekannt sind: darunter auch poloyaromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Glenk: "Das Gelände ist jetzt sauber."

Der Brand der Rosenau und das Räumen des Schutts

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