Rolle rückwärts am Fichtelsee

Bereits im März hatte der Gemeinderat eine umfassende Bebauungsplanänderung für den Fichtelsee beschlossen, um den beiden Vorhaben und diversen anderen Ideen für Projekte rund um den See eine aktuelle rechtliche Grundlage zu geben. Damals stimmte nur Marianne Specht (CSU) gegen das Vorhaben.

Nun fasste das Gremium einen erneuten Beschluss. Da die Vielzahl der Ideen und Projekte bei der Beteiligung und möglichen Einwänden von Bürgern und Behörden zu langen Verzögerungen führen könnte, wird nun erst mal nur ein Teilbereich beplant. Damit die am weitesten fortgeschrittenen Projekte – Bettenhaus, Wasserwachthaus, Barfußsinneswanderweg, ferner der bereits stehende Hochzeitspavillon – nicht unnötig verzögert werden.

Beinahe durchgefallen

Doch diesmal stimmten vier Gemeinderäte gegen den Plan, sechs dafür. Hätte nur einer mehr mit nein gestimmt, wäre das Ganze bei Stimmengleichheit durchgefallen.

An den Projekten selbst hat sich gegenüber von vor einem Vierteljahr nichts geändert. Aber offenbar hat sich die Meinung einzelner Gemeinderäte in der Zwischenzeit geändert. Kritik an der Größe und der Lage des Wasserwachthauses wurde zwar vor einem Vierteljahr schon laut. Doch die verfestigte sich nun. Manfred Fischer (Fichtelberg 2.0) und auch anderen war der Wasserwachtbau zu groß und er lasse zu wenig Platz im Badebereich. Fischer brachte die gegenüberliegende Seeseite ins Gespräch und schlug vor, die geplanten Schulungsräume in ein seit Jahrzehnten leer stehendes Wirtshaus am Fichtelseeparkplatz zu verlegen, um den neuen Wasserwachtbau kleiner zu halten. Rudolf Elvers (FWG) und Marianne Specht problematisierten außerdem die Größe des geplanten Bettenhauses am Waldhotel. Elvers befürchtete: „Der Fichtelsee ist dann nicht mehr das, was er mal war.“ Auch Erschließung, Zufahrt, und die angeblich zu geringe Zahl der geplanten zusätzlichen Parkplätze, die vor einem Vierteljahr noch keine Rolle spielten, wurden nun als problematisch erachtet. Dazu sagte Bürgermeister Georg Ritter (CSU): „Es ist Aufgabe des Bauwerbers, sich um die Erschließung zu kümmern.“

CSU mahnt

Mahnende Stimmen in die andere Richtung kamen vor allem aus der CSU-Fraktion: „Wer soll noch investieren bei uns?“, fragte Hans-Peter Reichenberger, „man kann sich hinter Paragrafen verstecken und den Stillstand bewahren. Das können wir uns eigentlich nicht leisten.“ Auch Karl-Heinz Glaser (CSU) mahnte: „Wir haben in der Vergangenheit schon mal Investoren Vorgaben machen wollen, die sich dann verabschiedet haben“; ähnlich äußerte sich Christian Engel (CSU).

Unter den Zuhörern war auch Hans Joachim Seibel aus Bayreuth, er ist Kreisvorsitzender der Wasserwacht und tut seit mehr als 40 Jahren Dienst am Fichtelsee. Auf Nachfrage wollte er gegenüber dem Kurier die Diskussion im Gemeinderat nicht kommentieren.

Der Gemeinderat fasste mehrheitlich noch einen weiteren Beschluss. Nämlich unter bestimmten Voraussetzungen die gesperrten Fichtelseebrücken teilabzubrechen. Mehr dazu in einer der nächsten Ausgaben.

3 (4 Stimmen)

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