Rektor der Sammet-Schule im Ruhestand

Das sind die heimlichen Freuden des langjährigen Lehrers: „Es ist sehr schön für den Schulleiter, wenn die Prüfungen erfolgreich laufen.“ Oder wenn er von einem Ehemaligen hört: „Des war fei schön hier, ich studier jetzt fürs Lehramt.“ Oder: „Ich habe eine Firma mit 200 Angestellten.“ Auch wenn das natürlich Einzelfälle sind. Eine Augenweide sind für ihn die Entlassabende, wenn die Jungs ihre Jeans mit dem Jackett vertauschen und die Mädchen mit tollen Kleidern und hochgesteckten Frisuren die Blicke auf sich ziehen.

Schüler lernen spielerisch Musik

Zu den Höhepunkten im Schuljahr gehören auch die musischen Abende. Motto: „Rock at school“. Denn das Klasse.im.Puls-Projekt gehört zu den inhaltlichen Schwerpunkten in Zimmermanns sechsjähriger Amtszeit als Rektor. Es betrifft die 5. und 6. Ganztagesklasse. Insgesamt acht Schulbands spielen Pop- und Rockmusik. „Die Schüler lernen spielerisch Musik.“ Schon noch einem halben Jahr wären diese in der Lage, mit ihrer Band aufzutreten. „Das ist schon faszinierend“, so Lehrerkollege Erich Nitt.

Zu den besonderen pädagogischen Herausforderungen gehöre die zunehmende Anzahl von Rückläufern aus anderen Schularten. Die Schulsituation habe sich gewaltig verändert, so der Bayreuther Vorsitzende des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrer-Verbandes (BLLV). Im Falle einer 8. Klasse sei dadurch die Schülerzahl massiv im Laufe eine Schuljahres von 24 auf 31 angestiegen. Der Rektor bleibt Realist: „Wir können nicht jedes mögliche Defizit aus dem Elternhaus ausgleichen.“ Umso erfreulicher sei es, wenn man Schüler erhalte, die sehr wenig Perspektive haben, und man dann sieht, wie man sie auffangen kann.

Übergangsklasse gebildet

Erstmalig wurde für dieses Schuljahr eine Übergangsklasse für junge, unbegleitete Flüchtlinge eingerichtet. Diese wird mit Ablauf des Schuljahres beendet. „Die Schüler beschreiten jetzt unterschiedliche Wege.“ Ein Teil wechsele in die Regelklasse, meist neunte Klasse. Der Großteil absolviere an der Berufsschule ein Berufsgrundschuljahr. Für Ausbildungsstellen sei es noch zu früh. „Die brauchen noch Zeit.“ Vor den Pfingstferien hatten die Flüchtlinge Wochen-Praktika in heimischen Betrieben geleistet. Zimmermanns Erfahrung: „Je früher die Flüchtlinge in unser Schulsystem kommen, desto leichter tun sie sich.“ Die meisten sind jetzt 16 oder 17 Jahre alt. Als Schulleiter hatte Zimmermann jede Menge baulicher Pflichtaufgaben. Der langjährige Feuerwehrkommandant widmete sich besonders dem Brandschutz. Schon kurz nach seinem Amtsantritt war ihm klar: „Da müssen wir was tun.“ Aber unauffällig. Dabei ging es um den zweiten Rettungsweg, um den Einbau einer Rauchklappe sowie diverse zusätzliche Fluchttüren. Diese sollten ressourcenschonend und mit Augenmaß realisiert werden. Dazu noch die Erweiterung des Pausenhofs und das Aufstellen der Kletterwand. Auch das gelang.

Schulküchen erweitert

Außerdem wurde das Angebot an Schulküchen von zwei auf drei erweitert. Diese dienen ausschließlich Unterrichtszwecken. Bei der eigentlichen Schulmensa habe man den Caterer gewechselt und den Essensraum erweitert, aber noch nicht die Ideallösung gefunden. Eigentlich geht Bernd Zimmermann ein halbes Jahr zu früh. Aber er wollte aus Rücksicht für die Schule nicht während des laufenden Schuljahres verschwinden. Mit der Nachfolgersuche tat sich die Regierung schwer. „Das war bereits die dritte Ausschreibung“, so der scheidende Rektor. Wegen der immer mehr ausufernden Verwaltungsarbeit habe die Bewerberlage massiv abgenommen. Es geht um Personalkosten. Insgesamt sei die Unterrichtsverpflichtung für Direktoratsmitglieder zu hoch. Klar ist nur, dass die Stelle bis zum neuen Schuljahr besetzt werden soll.

Im Ruhestand will sich Zimmermann mehr seinen Hobbys wie Fotografieren und Reisen widmen. Als BLLV-Vorsitzender organisiert er regelmäßig beliebte Auslandsreisen für seine Kollegen. „Ich suche Flecken aus, da fährt man nicht unbedingt hin“, sagt er.

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