Regionalpavillon auf der Landesgartenschau: Bauernhof statt Mini-Uni

Die Idee ist gut, da waren sich die Stadträte im Ausschuss alle einig. Ein Pavillon, in dem sich Stadt und Region als Tourismusregion präsentieren sollen. Während der Landesgartenschau, für Touristen, die schließlich alle wiederkommen sollen. Eva Rundholz hatte den Pavillon vorgestellt. Sie ist die Regionalmanagerin der Region Bayreuth. Der Regionalpavillon soll eine professionelle Vermarktung der Region ermöglichen und die Region vorstellen.

Der Pavillon soll im nördlichen Bereich der Landesgartenschau stehen, die Stadt sowie die Landkreise Bayreuth und Kulmbach sollen dort für sich werben. Mit Flyern, mit Ausstellungen, mit Auftritten, mit lokalen Kostproben, mit Menschen, die dort informieren und Tipps geben. Außerdem bekäme der Pavillon höhere Fördergelder, wenn Stadt und Landkreise zusammenarbeiten.

Die Kosten liegen bei 285.000 Euro. Darin: Flyer, Pavillonbau, Ausstattung, eineinhalb Stellen. Und das müssen Stadt und Landkreise tragen. "Der Pavillon ist in der Kalkulation der Landesgartenschau GmbH nicht vorgesehen", sagte Rundholz. Kosten für die Stadt: 42.066,67 Euro. Kosten für den Landkreis: 117.066,67 Euro. Kosten für Dritte: 125.866,67 Euro. Man suche Sponsoren.

Die Landesgartenschau findet 171 Tage lang in Bayreuth statt, vom 22. April bis 9. Oktober. Danach soll der Pavillon umziehen und an einer touristischen Stelle im Landkreis weiter genutzt werden. Ein möglicher Standort: die Autobahnausfahrt Bad Berneck-Himmelkron.

Michael Hohl (CSU) fand den Vorschlag gut: „Klasse Sache, volle Unterstützung.“ Der erste Kritiker war Stephan Müller (BG): „Ich bin mir noch nicht sicher, ob wir das Geld volle Kanne zum Fenster rausschmeißen oder ob wir das machen sollen.“ Müller sagte, er sei sich nicht sicher in seiner Abwägung. Für ihn stünden auf der positiven Seite, dass der Landkreis sich beteilige und dass so eine Einrichtung dauerhaft gut sei. Dann kam das Aber: die Kosten. Und der Nutzen. „Wenn die Leute eh schon bei der Gartenschau sind, brauche ich doch keine Werbung mehr.“

Eva Rundholz erklärte, man rechne mit 750.000 Besuchern. Der Pavillon sei als eine Art Bauernhof  geplant, mit Hauptgebäude, Nebengebäuden, Tierhaltung und regionalen Kostproben. „An dem Pavillon soll man sich gerne aufhalten, er soll ein Hingucker und Anziehungspunkt sein“, sagte Rundholz.

Auch Stefan Schlags (Grüne) sagte, er habe Bauchschmerzen mit dem Gebäude. Die regionale Zusammenarbeit sei sinnvoll, aber die Form unangebracht: „Wir zahlen als Stadt zweistellige Millionenbeträge, da erwarten wir dass Gemeinden und Landkreis ihre Kosten selber übernehmen. „ Außerdem bemängelte er, dass sich die Stadt Bayreuth in einem Bauernhof nicht darstellen könne: „Der Pavillon ist eine ländliche Darstellung wie soll da zum Beispiel das markgräfliche Opernhaus möglich sein?“ Stadt gegen Land

Thomas Hacker (FDP) entschärfte schließlich den Konflikt. Der Pavillon sei eine Chance. „Wir müssen endlich aufhören, an der Stadtgrenze das Denken aufzuhören.“ Stadt und Landkreis hätten nur eine Chance, wenn sie als Region agieren. Ein Regionalpavillon, der nicht wie ein Hof sondern wie eine kleine Uni gestaltet sei, gehe an der Zielgruppe vorbei, sagte Hacker. Studenten seien nicht die Gruppe, die eine Gartenschau in erster Linie ansprechen wolle. „Liebe Kollegen denkt über die Stadtgrenzen hinaus.“

Mit drei Gegenstimmen beschloss der Ausschuss die Ausgaben für den Regionalpavillon.

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