Red Balloon: Wirbel um rechtsradikale Gedanken legt sich schnell

„Das Thema ist durch“, hieß es am Abend bei einigen Gästen vor dem Zelt. Sie hatten die Kurier-Berichte gelesen und waren zum Feiern zum Dorfabend gekommen. „Das hat der Stimmung nicht geschadet“, sagte eine Frau auf Nachfrage.

Andere, etwas ältere Gäste, kritisierten die Artikel kurz vor der Kerwa: „Damit hätte man ein paar Tage warten können.“ Im Übrigen sei die Darstellung des Themas übertrieben gewesen. Die Folge hätte eine Geschäftsschädigung für den rührigen Burschenverein sein können.

"Gedanken weit verbreitet"

Und weiter: Die Gedanken, die Heinz Rauh im Internetportal seiner Band äußert, seien in der Region weit verbreitet – man dürfe so etwas halt nicht mehr öffentlich äußern. Wie berichtet, hatte Rauh zur Frage der Kriegsschuld, Einwanderern und Renten öffentlich Stellung bezogen. Glücklicherweise sei der Dorfabend nicht zum Anlaufpunkt für „rechte Glatzen“ geworden, deren Aufmerksamkeit die Artikel bestimmt geweckt haben.

Nicht ganz glücklich über den Zeitpunkt der Berichterstattung so kurz vor dem Dorfabend äußerte sich der Vorstand des Burschenvereins. Maximilian Seyfferth: „Nach all der Arbeit mit der Organisation der Kerwa und dem finanziellen Risiko des Dorfabends hatte uns das gerade noch gefehlt.“

Kopfzerbrechen bereitet den jungen Leuten nun offenbar die Frage, wer bei Facebook im Internet den Hinweis auf die umstrittenen Texte bei Red Balloon gegeben hat. Möglicherweise wollte da jemand der Kerwa schaden, so eine vorsichtige Spekulation.

Texte wieder online

Die Band spielte ihren Auftritt routiniert herunter. Heinz Rauh verlor auf der Bühne kein Wort zu den Berichten über seine rechtsradikalen Gedanken im Internet. Schon am Samstagnachmittag waren seine zweifelhaften Texte im Netz erneut zu lesen.

Nicht bewertet

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Kommentare

Warum wurden denn nicht die Namen und Bilder der befragten Personen veröffentlicht? Wie soll man sich denn so vernünftig von diesen Gesinnungsgenossen Rauhs und Rechtsextremen distanzieren können?

Vielleicht sollte man da mal das Pressenetz Bayreuth darauf ansetzen - aber bei denen ist es zur Zeit auch sehr ruhig geworden...
Warum wurden denn nicht die Namen und Bilder der befragten Personen veröffentlicht? Wie soll man sich denn so vernünftig von diesen Gesinnungsgenossen Rauhs und Rechtsextremen distanzieren können?

Vielleicht sollte man da mal das Pressenetz Bayreuth darauf ansetzen - aber bei denen ist es zur Zeit auch sehr ruhig geworden...
Zitate:
" Wir glauben nur an unsre alleinige Schuld für den 2. Weltkrieg, an einen Krieg, den andere für uns geschickt eingefädelt hatten."
" Wir werden im eigenen Land versklavt, und viele haben es heute noch nicht begriffen, dass die ganze Welt auf unsere Kosten lebt."
"Ja, die Menschen -nicht nur die Deutschen- haben noch viel zu lernen.
Heinz Rauh, Peesten, den 09.07.2004"
Dieser letzten Aussage möchte ich ausdrücklich zustimmen und Heinz Rauh auffordern, sich etwas mit deutscher Geschichte und der Gegenwart zu befassen.
Deutschland hatte noch nie soviel Freiheit und Wohlstand wie heute.
Diese Meinung haben Sie auch exklusiv für sich.
Allerdings könnte Deutschland ein bisschen mehr Meinungsfreiheit und ein paar Hexenjagden weniger gut gebrauchen.
In meinem Deutschland gibt es Meinungsfreiheit und keine Hexenjagden.
Wenn sich Bürger gegen Geschichtsklitterung wehren, ist das ihre moralische Pflicht.
Dann leben Sie wohl in einem Traumzustand.
Einmal in eine Vorlesung Grundrechte im Sommersemester 2013 in die Uni Bayreuth, da lernen sie alles zur Meinungsfreiheit in Deutschland. Die hat halt Grenzen ;)
Ja, das Gericht hat uns gerade diese Grenzen aufgezeigt. Vor allem hat es aber die Meinungsfreiheit gestärkt.
Ein Wirrkopf aus der Provinz verbreitet im Internet munter absurdeste Verschwörungstheorien mit deutlich braunem Anstrich. Der Burschenverein aus dem nächsten Dorf lädt seine "Band" in Unkenntnis dessen zu seinem Fest ein. Das peinliche Geseier auf der Homepage wird inzwischen öffentlich. Und der Burschenverein meint, da will jemand der Kerwa schaden - na klar, ein so wichtiges und überregional bekanntes Event mit brisantem Inhalt hat natürlich auch Feinde.

Boah, das ist einfach so abgefahren bleed, dass es kracht. Wenn's ned so traurig wär', könnte man sich stundenlang drüber amüsieren.

Meinetwegen soll auf die Kerwa gehen, wer will, solange er kein Problem damit hat, dass ein politisch eher problematisch eingestellter Mensch unterhält. Meinetwegen soll er doch seine kruden Thesen verbreiten, solange er sich nicht strafbar macht. Aber sich über kritische Reaktionen zu wundern, weil man a) belegbar Unsinn fern von Geschichte oder Realität von sich gibt und dabei b) auch noch keine geschichtsrevisionistische Geschmacklosigkeit auslässt, das spricht dann schon für sich.
Werde mir eines der nächsten Konzerte auf alle Fälle einmal anschauen und danke hiermit dem Kurier für die (kostenfreie) Werbung.
Da wird dann zusammengehalten, wie ich das sehe :D
Also Leut, wenn sich einer, der in einer COVER-BAND mit pseudo-englischem Titel auf einer fränkischen Kirchweih spielt, über die Vermischung von Kulturen aufregt, da fällt mir dann auch nix mehr ein.
Abgesehen davon, dass bestimmte Leute im Hintergrund wohl der Kerwa Schaden zufügen wollten, meine ich, dass Hr. Rauh wohl nicht die Vermischung der anlgo-irischen mit der kontinentaleuropäischen Kultur gemeint hat.
Die "Leute im Hintergrund" (linke Krawallmacher, Kerwa-Hasser ;DD) hatten garantiert im Sinn der Kerwa zu "schaden". DIE Verschwörungsgeschichte Nr. 1 der Region!