Realschulchampion aus Pegnitz

Grund zum Jubeln hatten auch zwei ehemalige Fünftklässlerinnen: Antonia Neus und Lucia Gall. Für ihren Beitrag zu „Jugend forscht“ sind sie beim Festakt mit dem zweiten Preis der Kategorie „MINT“ (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) geehrt worden.

Blaues Messgerät

Auf Anregung von Konrektor und Physiklehrer Rudi Stopfer hatten sie mit Hilfe eines unscheinbar blauen, halbkugelförmigen Messgerätes gemessen, ob und wie sich der Kohlendioxidgehalt während des Unterrichts verändert (hat). „Das gab dann immer so ein Piepsgeräusch von sich“, erinnert sich Nachwuchsforscherin Antonia Neus. Manch einen der Mitschüler hätte das Piepsen sogar gestört.

Die für das Wahlfach und die Untersuchungen aufgewendete Zeit bedauert sie keineswegs. Von der Preiswürdigkeit der eigenen Leistungen war sie ebenso überrascht wie die eigenen Eltern. Beim offiziellen Festakt hatte die Elfjährige dann schon ein wenig Herzklopfen. verriet sie.

Zehn Wahlfächer

Insgesamt gibt es an der Realschule Pegnitz zehn solcher Wahlfächer. Nicht nur aus dem MINT-Bereich, sondern auch aus dem Sport und dem musischen Bereich. Der Schulleiter: „Die Idee ist, eine möglichst attraktive Schule zu machen.“ Das soll auch mit zehn modernen MTB-Fahrrädern sowie bestens für diesen Bereich ausgebildeten Lehrern gelingen.

Es gehe eben nicht nur um „gute Noten“ und ebensolche Abschlüsse. „Das sind die Basics.“ Ziel sei es. „über den eigenen Tellerrand hinauszublicken.“ Der klassische Realschüler gehe nicht nach Berlin zum Studieren, sondern bleibe hier in der Region. Auch auf der Preisverleihung wurde die „Einzigartigkeit der Schulart Realschule“ herausgestellt.

Kooperationen mit Großbetrieben

Unterstützt werden zusätzliche schulischen Angebote in Pegnitz durch Kooperationen mit ortsansässigen Großbetrieben wie KSB oder BEKA. Auch mit dem Kaufland gebe es eine gute Zusammenarbeit. Von den Schulabsolventen streben in aller Regel drei Viertel eine betriebliche Ausbildung an. Ein Viertel wechselt nach der Mittleren Reife an weiterführende Schulen wie Fachoberschule (FOS) oder Gymnasium.

Bei der Preisverleihung in Rehau konnte Schulleiter Kasseckert auch einen Scheck über 600 Euro als Champion der oberfränkischen Realschulen entgegen nehmen. Damit gewürdigt wurden auch regelmäßige Nominierungen und Preise in allen Wettbewerbskategorien seit Beginn dieser Champion-Auszeichnungen.

Schule ohne Rassismus

Die Bandbreite der Schulaktionen reicht von MINT-21-Schule und „Schule ohne Rassismus“ bis hin zur Fairtrade-Schule. Kasseckert rückblickend: „Das waren am Anfang vor zweieinhalb Jahren nur drei Mädchen.“ Nun machen 37 Schüler mit.

Einweihung nach drei Jahren Sanierung

„Unsere Einweihung nach drei Jahren Sanierung wird nächsten Sommer stattfinden“, kündige der Schulleiter zuversichtlich an. Dann müssten nur noch in einigen Klassenzimmern Restarbeiten erledigt werden. Zur Standardausstattung der allermeisten Klassenräume gehören inzwischen auch Mediensäulen mit integriertem Kohlendioxidmessgerät. Allerdings ohne störendes Piepsen, nur mit rotem Lämpchen.

Sanierung der Turnhalle

Nach der Renovierung des Haupthauses wird die Sanierung der Turnhalle in einem eigenen Bauabschnitt in Angriff genommen. Dauer: rund drei Monate. Allerdings zu einem Großteil während der Sommerferien. Der Sport im Juli 2018 soll weitgehend im Freien stattfinden. Die Gesamtkosten der Schulsanierung betragen maximal 12,5 Millionen Euro. Kasseckert: „Wir bleiben im Budget.“

Nicht bewertet

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