Rathaus soll in der Ortsmitte bleiben

Bei der Kommunalwahl im Jahr 2014 gab es 1784 Stimmberechtigte. Für das Bürgerbegehren musste Wickles zehn Prozent davon, also 178 Unterschriften, vorlegen. „Ich habe die Unterschriften allein gesammelt, in nur vier Ortschaften“, sagt Wickles, „das war überhaupt keine große Sache“. Viele Bürger, mit denen er gesprochen hat, seien wie er der Ansicht, dass das Rathaus mitten in den Ort gehört. „Ich schätze mal, dass etwa 70 Prozent der Ahorntaler dieser Meinung sind.“

Zulässigkeit des Begehrens

Der Gemeinderat muss nun innerhalb von einem Monat über die Zulässigkeit des Begehrens entscheiden. Würde diese festgestellt, dürfen die Kommunalorgane bis zum Bürgerentscheid keine gegensätzlichen Maßnahmen ergreifen. Spätestens nach drei Monaten muss dann der Bürgerentscheid (an einem Sonntag) stattfinden. Der Beschluss der Mehrheit gilt. Wickles ist zuversichtlich, „auch deshalb, weil sich ausnehmend viele junge Leute für den Erhalt des Rathauses in der Ortsmitte ausgesprochen haben“.

Nachbargebäude zu verkaufen

Der 42-Jährige ist der Ansicht, dass die Kommune eine Umfrage im Gemeindeblatt zum Thema Rathaus hätte starten sollen, „dann hätte man gesehen, wie die Bevölkerung denkt“. Wickles habe immer wieder gehört, dass man das alte Haus gegenüber der Kirche erhalten sollte – und sei es nur als Fassade, wenn das Gebäude wegen der Giftstoffe zu einem großen Teil entkernt werden müsste. Der Mann aus Christanz will gehört haben, dass das Nachbargebäude zu verkaufen sei, „wenn die Gemeinde das mit nutzen könnte, wäre auch genügend Platz vorhanden“.

Er bedauert, dass die Kosten für eine Sanierung des alten Rathauses bisher nicht ermittelt worden sind. „Es gibt nur ungefähre Schätzungen, das geht meiner Meinung gar nicht gar nicht.“ Zu den veröffentlichten Kostenschätzungen für das neue Rathaus meint Wickles nur: „Schon seltsam, es wird immer abgespeckt, aber gleichzeitig wird es immer teurer. Jetzt sind wir schon bei drei Millionen Euro angelangt.“

Fassade ist „ein Hingucker“

Für das alte Gebäude gebe es leider kein Konzept. „Und wenn es saniert wird – warum wird dann das Rathaus an den Ortsrand verlegt?“ Es würde das letzte Haus vor dem Ortsschild werden, „da kann man wirklich nicht von zentrumsnah sprechen“. Nach seiner Meinung ist vor allem die Fassade des alten Rathauses „ein Hingucker“. Andere Gemeinden würden sich, so Wickles, „die Finger danach lecken“, wenn sie solch ein Gebäude vorweisen könnten. „Kirchahorn hat nach dem großen Brand im 19. Jahrhundert nicht mehr viele Gebäude, die so schön sind“. Klaus Wickles ist der Ansicht, dass die Gemeinderäte gar nicht gewillt sind, das alte Rathaus zu erhalten.

Mit Gemeinderäten gesprochen

Es gebe lediglich ein Gutachten über den Grad der Verseuchung, aber nichts über eine denkbare Sanierung. Wickles macht mehrfach deutlich, dass es ihm vordringlich um die Fassade geht. „Natürlich müsste alles, was gefährlich ist, im Sinne der Mitarbeiter entsorgt werden. Obwohl ich mit vielen Gemeinderäten gesprochen habe, kam keinerlei Reaktion.“

Für Wickles ist der Entscheidungsprozess bei diesem Thema schlichtweg nicht nachvollziehbar. „Nun entscheiden die Bürger und dem Gemeinderat wird die Entscheidung über die Nutzung des alten Rathauses abgenommen.“ Wickles fügt abschließend hinzu: „Es soll alles ganz ruhig über die Bühne gehen – so wie es läuft, so läuft es.“

Nicht bewertet

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