Rathaus darf auch kleiner ausfallen

Architekt Norbert Kastl präsentierte den Vorentwurf, wie er aus den Debatten im Arbeitskreis mit Vertretern aus dem Gemeinderat entstanden ist. Der sei auch schon mit dem Landratsamt besprochen, dort gab es keine Einwände. Jetzt gelte es die Änderung des Bebauungsplans abzusegnen. Und damit auch Sonderregelungen für das neue Gebäude, wie etwa einen 17 Meter langen Carport an der nördlichen Seite, er soll als Unterkunft für Fahrzeugeder Kommune dienen. Aber auch als Abschottung zwischen den öffentlichen Parkplätzen und dem benachbarten Privatgrund. Das Erdgeschoss werde etwa einen Meter über Straßenniveau liegen, der Parkplatz noch einmal 50 Zentimeter höher. Die Parkplätze für Besucher und jene für die Mitarbeiter sind räumlich getrennt. Letztlich handle es sich um ein lang gestrecktes, funktionales Gebäude, das im Inneren sehr flexibel gestaltet werden könne.

Regenüberlauf becken ist Tiefbausache

Nicht im Entwurf enthalten sei das erforderliche Regenüberlaufbecken, das sei Sache einer Tiefbauplanung. Dafür aber am Grundstück vorbeiführende Radweg mit seinem Umfeld. Der lasse sich eventuell erweitern und mit einem Platzcharakter versehen, falls das gewünscht wird - "wenn die Bagger dann eh schon da sind für die Entwässerungsanlagen und das Überlaufbecken".

Harmloser Auftakt

Dann die Diskussion, die eher harmlos begann. Johannes Knauer (CWU) woltle wissen, ob auch das Tourismusbüro hier untergebracht werden könne, für das auch die ehemaligen Räume der Sparkasse im Gespräch sind. Und wie es mit einem Trauungsraum aussehe. Denkbar sei vieles, so Kastl, auch der Bereich des Sitzungszimmers im Erdgeschoss, das ja sonst nur selten genutzt werde. Und ja, das neue Rathaus erhalte einen Aufzug und sei barrierefrei angelegt, so Kastl zu einer Nachfrage des dritten Bürgermeisters Stefan Neubig. Wobei der behindertengerechte Zugang "von hinten" erfolge.

Architekt: "Können jederzeit nachbessern"

Man könne jederzeit "noch mehr reinpacken" in die Planung, betonte Kastl. Da gehe es halt um die Frage: "Was wollen wir?" Etwa, wenn es um den Grüngürtel vor dem benachbarten Feuerwehrhaus gehe. Er habe diesen Bereich in den Entwurf aufgenommen mit dem Ziel, dort vielleicht Begegnungszonen zu schaffen, um das Rathaus in die Dorfmitte zu integrieren.

Zweiter Bürgermeister meldet Protest an

Für den zweiten Bürgermeister Günther Kaiser stellte sich an diesem Punkt eine Grundsatzfrage: "Wir hatten ja zwei Varianten, von denen die eine mit 1,6 Millionen um 200000 Euro günstiger wäre - und die würde mir auch immer noch besser gefallen als die, für die sich die Mehrheit ausgesprochen hat." Er sehe durchaus noch Diskussionsbedarf bei den Geschossflächen, bei dem, "was wirklich benötigt wird, bei den Kosten drehte sich ja immer alles um die Kubikmeter beim Raumvolumen". Und damit bei dem Thema, ob das Ganze nicht doch noch günstiger werden könne.

Auch die Höhe ist diskutierbar

Natürlich lasse sich über die Höhe noch reden, entgegente Norbert Kastl, "wir haben bisher nur Näherungswerte, die genauen Berechnungen sind Gegenstand der Fachplanung, dann geht es erst ins Detail". Das wollte Peter Thiem (FBA) so nicht stehen lassen. Schließlich müsse man schon ans Geld denken: "Erst wollten wir keinen Keller, jetzt haben wir einen zum Beispiel." Da stelle sich schon die Frage, ob jetzt auch noch finanzieller Spielraum für die Gestaltung von Plätzen im Umfeld vorhanden sei.

Andere Rathäuser anschauen? - Eher nicht

Noch einen Schritt weiter ging Monika Grüner-Schürer (FBA). Sie schlug vor, zunächst gelungene Rathäuser in anderen Orten zu b egutachten, wie man das auch beim Bau des Kindergartens gemacht habe. Sie habe erst kürzlich das neue Rathaus in Mehlmeisel besucht und war davon sehr angetan. Das wiederum konnte Thomas Nägel (CWU) nicht nachvollziehen. Er verwies auf die vielen Gespräche im Arbeitskreis - "wenn wir nun wieder von vorne anfangen, kommen wir nie einen Schritt weiter".

Bürgermeister: bitte abstimmen jetzt

Bürgermeister Gerhard Hofmann betonte im Verlauf der Debatte wiederholt, "dass es heute nur um die Änderung des Bebauungsplanes geht, in der das Sondergebiet Rathaus integriert werden muss". Alles andere lasse sich danach besprechen. Dem stimmte Architekt Kastl zu: "Das dauert jetzt schon ein halbes Jahr, bis der geänderte Plan abschließend vorliegt." Dieser Sichtweise schlossen sich am Ende dann doch alle Gemeinderäte an und segneten die Änderung des Bebauungsplans einstimmig ab.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06