Raphaela Richter führt WM-Serie an

Vor der malerischen Kulisse des 4810-Meter-Bergriesen waren an den beiden Wertungstagen im hochalpinen Gelände jeweils drei Etappen zu bewältigen. Bis ins Ziel der gezeiteten Abschnitte ging es immer mindestens 600 Höhenmeter bergab, dreimal sogar über 900 Meter, ein echter Härtetest also für Mensch und Material.

Probleme mit "Stoßdämpfern"

Die permanente Beanspruchung der Federelemente über mehr als zehn Minuten Fahrdauer führt nämlich im Zusammenspiel mit hohen Temperaturen dazu, dass sich die Luft in manchen vorderen „Stoßdämpfern“ stark erwärmte mit der Folge eines stark veränderten Federverhaltens. Der Franzose Nico Vuilloz, vor gut zehn Jahren siebenfacher Downhill-Weltmeister, etwa gab das Rennen auf. Extremer Arm-Pump, eine Art Durchblutungsstörung der Unterarmmuskulatur, hervorgerufen durch zu starkes Festhalten des Lenkers, war der Grund.

Raphaela Richter hatte andere Sorgen: die Ungewissheit darüber, ob sie nach einem Trainingsrückstand schon wieder auf höchstem internationalen Niveau mithalten könne. Als es dann aber im Wettkampf auf Zeitenjagd ging, waren die Bedenken der 18-Jährigen verflogen.

Bei einer Gesamtwertungszeit von 1:14:38 Stunden fuhr sie auf den Etappen eins, drei und fünf deutliche Bestzeit in ihrer Klasse. Dreimal war sie Zweite, so dass Martina Berta (Italien) als erste Verfpolgerin schon 1:51 Minuten Rückstand aufwies. Es folgte Julie Duvert (Frankreich/2:19 zurück). Die Siegerin des vorangegangenen WM-Laufs, Leah Maunsell, verfehlte das Podest diesmal um eine Sekunde.

Auf Platz zwölf insgesamt

Deutlich wurde der Trainingsrückstand der Eckersdorferin jedoch beim Vergleich mit den 28 Elitefahrerinnen. Mit Platz zwölf im Gesamtklassement schaffte Richter diesmal nicht den Sprung unter die besten Zehn der Welt. Als beste Deutsche belegte Ines Thoma (Wildpoldsried/1:10:26) Platz acht. Außerdem platzierten sich mit Kerstin Kögler (13.), Lisa Policzka (15.) und Veronika Brüchle (18.) drei weitere deutsche Fahrerinnen unter den ersten 20 des Elitefeldes der Damen.

In zwei Wochen werden in Schöneck im Vogtland die Deutschen Meister im MTB Enduro ermittelt. Hier will auch der Heinersreuther Timo Holzschuher in der Open Junior Klasse um einen Podestplatz kämpfen. Für die Bayreuther in der Elite der Männer ist hingegen eine Platzierung unter den besten 15 das Ziel.

phr

5 (3 Stimmen)

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